Weltcup-Finale in Oslo am Holmenkollen - Philipp Nawrath schafft im letzten Rennen des Winters Podestplatzierung
Philipp Nawrath hat den Weltcup-Winter beim Saisonfinale in Oslo mit einem zweiten Platz im Massenstart abgeschlossen. Schneller war nur der Norweger Johan-Olav Botn, der 3,7 s vor Nawrath im Ziel war. Beide Athleten blieben fehlerfrei am Schießstand. Gesamtweltcupsieger Éric Perrot aus Frankreich komplettierte das Podest. Für den DSV endete damit eine historisch schwache Saison ohne Weltcupsieg.
Zweikampf auf letzten Metern: Nawrath jagt Botn im Massenstart
Quelle: Eurosport
Kein Sieg, nur acht Podestplätze. Die deutsche Biathlon-Nationalmannschaft der Männer und Frauen hat eine historisch schlechte Saison hingelegt.
In vielen Kategorien stellte das lange Zeit erfolgsverwöhnte Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) Negativrekorde auf.
Auch der starke zweite Platz von Philipp Nawrath zum Abschluss am legendären Holmenkollen konnte über die riesigen Baustellen nicht hinwegtäuschen. Vor allem die Konkurrenz aus Norwegen und Frankreich ist weit enteilt.
"Es geht aus deutscher Sicht in die falsche Richtung", monierte der scheidende Sportdirektor Felix Bitterling im "ZDF". Der Anspruch sei "ein anderer".
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Botn hält Nawrath in Schach - Highlights zum Massenstart
Quelle: Eurosport
Man müsse sich "Gedanken für die Zukunft machen", forderte Frauen-Coach Kristian Mehringer. Denn im Moment, ergänzte Trainerkollege Sverre Olsbu Röiseland, sei die Mannschaft nach dem Rücktritt von Franziska Preuß "noch nicht gut genug".
Herrmann-Wick wird deutlich: "Das ist eine knallharte Bilanz"
Erstmals in der Geschichte blieb das deutsche Team im gesamten Winter ohne Sieg. Der bisherige Negativrekord lag bei drei Erfolgen in der Saison 2020/21, im besten Winter 2007/08 waren es gar 24 Triumphe.
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Philipp Nawrath beim Saisonfinale in Oslo
Fotocredit: Imago
Acht Podestplätze sind auch nur etwas mehr als halb so viele wie bei der bisherigen Tiefmarke von 14 aus der Saison 2013/14, im Rekordwinter 2006/07 waren es mit 72 fast zehnmal so viele Platzierungen unter den besten drei.
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"Das ist eine knallharte Bilanz", sagte "ZDF"-Expertin Denise Herrmann-Wick. Es sei "zu wenig" und man müsse jetzt auch "kritisch" sein. Mit viel Mühe rettete die deutsche Frauen-Mannschaft auf der Zielgeraden Rang fünf in der Nationenwertung.
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Schöner Moment: Preuß überreicht Jeanmonnot die große Kugel
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Damit behält der DSV zwar sechs Startplätze, dennoch ist auch dieses Abschneiden schlechter denn je. Zwischen 2014 und 2018 hatte es vier erste Plätze in Serie gegeben, seit Einführung der Wertung 1999 lag Deutschland 13-mal vorne.
DSV-Lichtblicke Tannheimer, Hettich-Walz und Nawrath
Auch bei den Männern um Anführer Nawrath lief es kaum besser, gerade zu den Norwegern und Franzosen gibt es einen Klassenunterschied. "Wir waren nicht unbedingt zufrieden mit den Ergebnissen", sagte Lauftrainer Jens Filbrich.
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Vittozzi kocht Öberg im Massenstart ab - die Highlights
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Mit einer schnellen Trendwende ist nicht zu rechnen. "Das geht nicht von heute auf morgen", sagte Mehringer. Es sei "im Ausdauersport nicht so, dass man durch Hauruck-Aktionen etwas Krasses verändern kann in kurzer Zeit", so Herrmann-Wick.
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Das Abschlusswochenende am Holmenkollen machte zumindest etwas Hoffnung. Die Aufholjagd von Vanessa Voigt von Rang 16 auf sechs mit der zweitbesten Tageszeit sowie die beste Laufzeit von Julia Tannheimer im Verfolger am Samstag waren Lichtblicke, im Massenstart wurde Janina Hettich-Walz als beste DSV-Athletin Zehnte.
Nawrath stark beim Finale: "Ein geniales Gefühl"
Bei den Männern war Nawrath im 58. und letzten Saison-Rennen so nah dran am Sieg wie noch nie in diesem Winter, letztlich fehlten im Massenstart über 15 km nach fehlerfreiem Schießen nur 3,8 Sekunden auf den Norweger Johan-Olav Botn. "Es ist super, ein geniales Gefühl so aus der Saison zu gehen. Schöner kann man es sich nicht wünschen", sagte Nawrath.
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Fehlerfreier Nawrath überzeugt am Schießstand - aber büßt in der Loipe ein
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Der Nesselwanger platzierte sich gar vor Perrot, der bereits vor dem Rennen als Sieger im Gesamtweltcup feststand. Der Franzose leistete sich zwei Fehler, machte dies aber durch schnelle Schießeinlagen sowie einer guten Laufform wett. Der Lohn: Nach der Verfolgung und dem Einzel holte Perrot mit dem Massenstart die dritte Disziplinwertung in dieser Saison.
Die Siegesserie von Sturla Holm Lägreid riss derweil. Der Norweger hatte zuletzt fünf Rennen in Folge für sich entschieden. Mit einem Fehler am Schießstand reichte es zum Abschluss der Saison aber "nur" für Rang vier (+20,6 s).
Herrmann-Wick fordert "Aufbruchstimmung"
In der achtmonatigen Sommerpause hat der DSV mit dem neuen Sportdirektor Bernd Eisenbichler, der auf Bitterling folgt, viel Bedarf zur Aufarbeitung der historischen Negativ-Saison.
Bis zum kommenden Winter müsse, so Olympiasiegerin Herrmann-Wick, wieder "eine Aufbruchstimmung her".
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(SID)
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Öberg kocht Simon in spannendem Verfolgungsfinale ab
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