Franziska Preuß im Interview mit Eurosport über ihre Rivalin Lou Jeanmonnot: "Sie ist ein richtig nettes Mädchen"

Mit dem Gewinn des Gesamtweltcups der letzten Saison im Herzschlagfinale gegen Lou Jeanmonnot erfüllte sich Franziska Preuß einen Traum. Es war der größtes Triumph des deutschen Biathlon-Stars neben den zwei Weltmeistertiteln 2015 mit der Staffel und 2025 in der Einzel-Verfolgung. Sich auf dem Erfolg auszuruhen ist aber nicht Preuß' Ding, wie die 31-Jährige im Interview mit Eurosport verrät.

Preuß exklusiv: "Es werden definitiv meine letzten Olympischen Spiele"

Quelle: Eurosport

Kommendes Wochenende geht für die besten Biathleten der Welt der Ernst des Lebens wieder los: Im schwedischen Östersund startet die Weltcupsaison 2025/26 (alle Rennen am 29. und 30.11. bei Eurosport und discovery+).
Franziska Preuß kommt dabei eine besondere Ehre zuteil: Sie startet als Titelverteidigerin im Gesamtweltcup.
Das dramatische letzte Rennen der Vorsaison ist der 31-Jährigen noch in guter Erinnerung. "Ich bin immer noch dankbar, dass ich einen solchen Winter miterleben durfte", sagte Preuß im Interview mit Eurosport.
Zudem spricht die zweimalige Weltmeisterin über eine besondere Begegnung mit ihrer Rivalin Lou Jeanmonnot, ihre Ziele im Olympia-Winter und ein mögliches Karriereende.
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Quelle: Eurosport

Franziska Preuß, Sie mussten sich vor einigen Wochen aufgrund eines Sturzes einer Operation an der linken Hand unterziehen - wie geht es Ihnen jetzt und wie läuft die Vorbereitung auf die neue Saison nach dem Eingriff?
Franziska Preuß: Es läuft alles nach Plan, ich kann schon fast wieder alles trainieren. Zum Glück hat mich der Eingriff nicht weit zurückgeworfen. Ich fühle mich gut und freue mich darauf, dass es bald wieder losgeht.
Franziska Preuß Gesamtweltcupsiegerin - klingt das immer noch surreal oder haben Sie sich mittlerweile schon daran gewöhnt?
Preuß: Ja und nein. Ich bin immer noch dankbar, dass ich einen solchen Winter miterleben durfte. Es war insgesamt eine große Challenge - besonders in den letzten zwei, drei Wochen der Vorsaison. Ich glaube, dass ich das Ganze erst richtig realisieren werde, wenn ich keine aktive Sportlerin mehr bin, weil man aktuell immer noch getrieben ist, die nächsten Ziele zu erreichen. Als Athletin kehrt man schnell wieder in den Trainingsmodus zurück und denkt an all die Schwerpunkte, die man noch besser machen möchte.
Eine derartige Ausnahmesituation schweißt zusammen. Lou Jeanmonnot ist ein richtig nettes Mädchen, ich mag sie sehr gern.
Nehmen Sie uns nochmal zum Triumph in Oslo mit - was war das für ein Gefühl?
Preuß: Am meisten habe ich die Erleichterung gespürt, dass man aus dieser Situation heraus ist und jeden Tag liefern muss. Immerhin wusste ich, dass ich mir gar nichts mehr erlauben durfte und jeder Fehler entscheidend sein kann. Ich war einfach happy, dass die Saison jetzt vorbei war - egal, wie sie letztendlich ausgegangen wäre - und dass diese Anspannung endlich abgefallen ist. Dass ich am Ende die große Kugel gewonnen habe, freut mich natürlich sehr, und das weiß ich auch sehr zu schätzen.
Der Zweikampf mit Lou Jeanmonnot wird vielen im Gedächtnis bleiben. Wie würden Sie ihr Verhältnis beschreiben? im Sommer haben Sie ja sogar gemeinsam trainiert.
Preuß: Eine derartige Ausnahmesituation schweißt immer zusammen. Ihr wird es wahrscheinlich ähnlich ergangen sein wie mir. Sie ist ein richtig nettes Mädchen, ich mag sie sehr gern. Im Sommer war sie sogar für zwei Tage bei mir zu Hause. In dieser Zeit haben wir dann auch mal nicht über Sport gesprochen - das tut zwischendurch auch mal richtig gut.
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Rivalinnen und Freundinnen: Franziska Preuß und Lou Jeanmonnot

Fotocredit: Getty Images

Was hat sich in Ihrem Leben durch den Erfolg verändert bzw. wie hat er sie verändert?
Preuß: Ich hoffe, dass mich der Erfolg jetzt nicht verändert hat (lacht). Ich fühle mich dadurch nicht anders oder wie ein anderer Mensch. Ich bin einfach sehr dankbar, dass ich diese Erfolgsmomente miterleben durfte - ich kenne ja auch die andere Seite, wenn es mal gar nicht läuft.
Ich bin kein Freund davon, mir große, konkrete Ziele zu setzen. Ich gehe lieber Step by Step vor und entscheide situativ.
Wie schwer war es, nach dem Erfüllen dieses Lebenstraums sich wieder für die neue Saison zu motivieren?
Preuß: Dadurch, dass die Olympischen Winterspiele endlich wieder in Europa stattfinden, so nah an unserer Heimat und an einem großartigen Ort wie Antholz, fiel es mir gar nicht so schwer, mich wieder zu motivieren. Ich hoffe, dort in bester Verfassung antreten zu können.
Welche Ziele haben Sie sich für diese Saison gesteckt?
Preuß: Grundsätzlich geht es jetzt erst einmal darum, stabil und mit guter Konstanz in die Weltcupsaison zu starten. Ich bin kein Freund davon, mir große, konkrete Ziele zu setzen. Ich gehe lieber Step by Step vor und entscheide situativ. Das oberste Ziel ist immer, gesund zu bleiben. Alles Weitere werde ich dann nach den ersten Rennen im November und Dezember sehen.
Thema Karriereende: Sie haben jüngst gesagt, sie wissen, wie es weitergeht. Können Sie uns einen Hinweis geben?
Preuß: Ich weiß, dass es definitiv meine letzten Olympischen Spiele sein werden (lacht). Ich werde bis Februar alles geben und hoffe dann in bestmöglicher Form zu sein. Bis dahin möchte ich keine Energie in andere Gedanken investieren. Wenn es soweit ist, wird es jeder mitbekommen - aber solange dieser Moment noch nicht da ist, bin ich Sportlerin und möchte mich voll und ganz darauf konzentrieren.
Blicken wir auf die Olympischen Winterspiele im kommenden Februar. 2018 haben Sie eine Medaille knapp verpasst, liegt das Hauptziel jetzt auf dieser Einzelmedaille?
Preuß: Definitiv! Eine Einzelmedaille wäre das große Ziel, aber es gibt noch einige andere Zwischenziele, die zunächst wichtiger und präsenter sind. Bis Februar fließt noch viel Wasser den Bach runter.
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Quelle: SID


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