Tommaso Giacomel blickt auf vorzeitiges Olympia-Aus zurück: "Bin immer noch traurig und sauer" - Rösch zuversichtlich
Publiziert 15/04/2026 um 16:31 GMT+2 Uhr
Für Italiens Biathlon-Star Tommaso Giacomel endete die Saison 2025/26 abrupt und emotional belastend. Ausgerechnet bei den Olympischen Spielen in Antholz machten Herzprobleme dem 26-Jährigen einen Strich durch die Rechnung und zwangen ihn zum vorzeitigen Saison-Aus. Beim Media Day des italienischen Verbandes blickte Giacomel nun mit gemischten Gefühlen auf die Geschehnisse zurück.
Tommaso Giacomel kollabierte bei Olympia
Fotocredit: Getty Images
"Die Saison ist gut gelaufen, solange ich in der Lage war, zu starten", erklärte er und fügte mit Blick auf das dramatische Ende hinzu: "Viel mehr habe ich nicht zu sagen. Ich bin immer noch traurig und sauer über das, was passiert ist."
Dabei hatte für Giacomel alles vielversprechend begonnen. In Antholz gewann er mit der Mixed-Staffel Silber.
In den Einzelrennen blieb er jedoch hinter den Erwartungen zurück. Im Massenstart schien die Wende greifbar – nach dem zweiten Schießen lag der Italiener sogar in Führung.
Doch dann kam der Schock: Aufgrund von Herzproblemen musste Giacomel das Rennen aufgeben. Es folgte das vorzeitige Saison-Aus, später unterzog sich der Top-Athlet einer Herz-Operation in Mailand.
Giacomel: "Ziel war, mit mehr nach Hause zu kommen"
Sein Olympia-Fazit fällt entsprechend ernüchternd aus: "Die olympische Silbermedaille war es wert, aber mein Ziel war, mit mehr Medaillen nach Hause zu kommen."
Inzwischen gibt es jedoch positive Signale. "Ich habe wieder mit dem Training angefangen und es läuft gut", berichtete Giacomel. Für die kommende Saison kündigte er an, wieder voll angreifen zu wollen.
Eurosport-Experte Michael Rösch erlebte zu aktiven Zeiten eine ähnliche Situation und ordnet die Problematik ein: "Ich hatte mal ein Rennen in Norwegen, bei dem ich sogar sehr weit vorne lag, bei dem mein Herz plötzlich wie verrückt angefangen hat zu rasen."
Rösch betont: "Das zu verdrängen, ist kompliziert"
Rösch führte weiter aus: "Das hatte ich noch nie erlebt. Ich bin ausgestiegen und habe überhaupt nicht gewusst, was los ist." Nach medizinischer Abklärung habe sich die Ursache als harmlos herausgestellt: "Es war dann eine Herzklappe, die einmal versehentlich zu viel Blut durchgelassen hat – eine Anomalie, gar nichts Schlimmes."
Rösch betonte jedoch die mentale Komponente solcher Vorfälle: "Tandrevold hatte etwas Ähnliches und sagte, dass immer ein wenig die Angst mitläuft, dass es wiederkommen könnte. Das zu verdrängen, ist kompliziert, aber eine klare Diagnose hilft. So werden die Zweifel mit jedem Tag weniger."
Für Giacomel sieht er dennoch gute Voraussetzungen: "Er hat den Vorteil, dass er noch sehr jung ist und auch von seiner Art her wird er das gut wegstecken."
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Quelle: Eurosport
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