Tommaso Giacomel mit Kampfansage nach Herzproblemen bei Olympia in Antholz: Träume des Italieners "nur aufgeschoben"

Etwas mehr als einen Monat nach seiner Aufgabe im Massenstart bei den Olympischen Spielen aufgrund von Herzproblemen blickt Tommaso Giacomel bereits wieder kämpferisch in die Zukunft. "Meine Träume wurden nur aufgeschoben", meinte er in einem Interview mit dem "Corriere dello Sport". Bevor er an den Gesamtweltcup aber denken kann, wartet auf den 25-Jährigen eine ungewöhnlich lange Vorbereitung.

"Das ist ein Schock": Giacomel steigt im Massenstart plötzlich aus

Quelle: Eurosport

Bei den Weltcups in Otepää und Oslo sowie bei den italienischen Meisterschaften in Martell blieb Giacomel nur die Zuschauerrolle. Zwar hätte er beim Saisonfinale in Norwegen und bei den nationalen Wettkämpfen in Südtirol am Start stehen können, "aber es hätte keinen Sinn gemacht, dies zu tun, ohne wettbewerbsfähig zu sein."
Das Gewehr werde der dreimalige Vizeweltmeister erst "zu Beginn der Vorbereitung in die Hand nehmen, die ohnehin früher startet als bei anderen, weil ich noch nie eine so lange Off-Season hatte", schilderte er. "Noch nie war ich länger als eine Woche ohne Training."
Was seine Ausdauer angeht, ist der stärkste Biathlet Italiens bereits wieder fleißig. "Vor etwa 20 Tagen habe ich wieder angefangen, mich zu bewegen - mit dem Fahrrad und in ein paar Einheiten auf den Skiern", so Giacomel.
"Mir geht es gut. Körperlich fühlt es sich an, als wäre nichts passiert", merkte er an. "Aber natürlich war ich nicht in Form, um Wettkämpfe bestreiten zu können."

Giacomel: "Blitz aus heiterem Himmel"

Die Herzrhythmusprobleme, welche ihn in Antholz zur Aufgabe gezwungen hatten, haben sich seinen Aussagen zufolge nicht angekündigt. "Es war ein Blitz aus heiterem Himmel. Aber ich hatte keine Angst, weil ich nicht verstand, was vor sich ging", gab er einen Einblick.
"Ich machte mir erst Sorgen, als ich anhielt und alle um mich herum fragten, wie es mir ging", so der Italiener weiter. "Nach zwei Minuten ging es mir schon wieder gut." In einem Mailänder Krankenhaus wurde er schließlich am Herzen operiert.
Die Saison war für Giacomel anschließend beendet - und der Kampf um die große Kristallkugel, in dem er sich bis dahin mit Éric Perrot einen spannenden Schlagabtausch geliefert hatte.
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Tommaso Giacomel nach einem Wettkampf in Antholz bei den Olympischen Spielen 2026

Fotocredit: Getty Images

"Anfangs war ich unkontrollierbar wütend. Nach zwei Tagen war es vorbei. Ich verstand, dass es schlimmer hätte kommen können", unterstrich Giacomel. "Meine Eltern und meine Freundin haben mir ebenfalls geholfen zu erkennen, dass meine Gesundheit wichtiger ist als Wettkämpfe."
Immerhin: Endgültig geplatzt ist sein Traum vom Gesamtweltcup ohnehin nicht. "Meine Träume wurden nur aufgeschoben", so Giacomel. "Zu Beginn der Saison hoffte ich, um die Gesamtwertung kämpfen zu können, hatte aber kleine Zweifel, ob ich noch ein Jahr bräuchte. Stattdessen habe ich gezeigt, dass ich dieses Jahr schon bereit bin, und das war sehr positiv. Nächstes Jahr werde ich wieder angreifen."
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Quelle: Eurosport


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