Olympia 2026: Italiens Außenminister Antonio Tajani kritisiert Ausweichpläne für Rodel-, Bob- und Skeletonbewettbewerbe

Der italienische Außenminister Antonio Tajani hat sich am Dienstag gegen eine Bobbahn im Ausland als Ausweichoption für die Rodel-, Bob- und Skeletonwettbewerbe der Olympischen Spiele in Mailand/Cortina 2026 ausgesprochen. Da es in der Olympiaregion keine Bobbahn gibt, wurde zuletzt nach einer Bahn im umliegenden Ausland gesucht, um die olympischen Wettbewerbe im Eiskanal austragen zu können.

Die alte Bobbahn der Olympischen Winterspiele in Turin 2006 (Cesana)

Fotocredit: Getty Images

Der Präsident des italienischen Olympischen Komitees CONI, Giovanni Malago, hatte Mitte Oktober bei der 141. IOC-Session in Mumbai bekannt gegeben, dass man sich gegen den Wiederaufbau eines Eiskanals in Cortina entschieden habe.
Grund dafür ist, dass sich kein Unternehmen auf die Ausschreibung für den Bau einer neuen Bahn beworben hatte. Hinzu wuchs der öffentliche Widerstand aufgrund der hohen finanziellen Kosten sowie der Auswirkungen auf die Umwelt.
Die Grünen hatten die Regierung aufgefordert, die Verlegung der Eiskanal-Rennen nach Innsbruck-Igls zu prüfen.
Der italienische Außenminister Tajani findet das gar nicht gut: "Ich werde demnächst die Bobbahn von Cesana besichtigen, weil ich glaube, dass es ein kolossaler Unsinn wäre, die Olympischen Spiele in Italien zu organisieren und die Bobrennen im Ausland auszutragen."
Tajani möchte sich für die Renovierung des Olympischen Eiskanals von 2006 in Turin einsetzen. Die Region Piemont sei angeblich bereit, für die Instandhaltung der Bobbahn "Cesana Pariol" aufzukommen.

Nolte: "Ein trauriger Tag für unseren Sport"

"Ich halte es für richtig, jeden Versuch zu unternehmen, damit alle Wettkämpfe in Italien ausgetragen werden. Dann wird natürlich das IOC entscheiden", erklärte Italiens Außenminister.
Die italienische Regierung möchte verhindern, dass die Rodel-, Bob- und Skeletonwettbewerbe im benachbarten Innsbruck-Igls in Österreich oder in St. Moritz in der Schweiz ausgetragen werden.
Deutsche Sportler reagierten enttäuscht auf die möglichen Pläne einer Aussortierung: "Ein trauriger Tag für unseren Sport", schrieb Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte auf Instagram und führte fort: "Während also alle anderen Sportler und Sportlerinnen in Italien um die Medaillen kämpfen werden, hocken wir dann in einem ganz anderen Land und machen da unser Ding. Das gab es in der 102-jährigen Geschichte der Winterspiele noch nie."
Auch Rennrodler Max Langenhan ist "zutiefst enttäuscht", wie der 24-Jährige auf Instagram schrieb. Die Aussicht, "wahrscheinlich wieder keine richtigen Olympischen Winterspiele erleben zu dürfen nach den Corona-Spielen in China letztes Jahr", sei unschön.
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Quelle: Eurosport

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