Olympia 2026: Zoff im Schweizer Bob-Team nach Anschieber-Auswahl - Leichtathlet trotz Bestzeit nicht nominiert
VonLukas Fegers
Publiziert 21/02/2026 um 09:02 GMT+1 Uhr
Von der Leichtathletik zum Bobsport: Bei Olympia 2026 zeigt der Deutsche Georg Fleischhauer eindrucksvoll, wie erfolgsversprechend das sein kann. Als Anschieber gewann er Gold im Zweier mit Johannes Lochner und veredelte den deutschen Dreifach-Coup. Für die Schweizer Bob-Auswahl reichte es hingegen nur für Rang sechs - und ausgerechnet eine Leichtathletik-Personalie sorgt dort nun für Zoff.
Highlights: Deutscher Dreifach-Sieg im Eiskanal
Quelle: Eurosport
Drei Schweizer Männer-Teams haben sich für Olympia in Mailand und Cortina d'Ampezzo qualifiziert. Eigentlich ein Highlight. Doch die Selektion der Anschieber - drei pro Team, dazu zwei Ersatzleute - führte zu so viel Gesprächsstoff, dass sogar Beschwerden beim Schweizer Verband eingingen.
Wie der "Blick" berichtet, hat nämlich Swiss Sliding die Anschieber neu auf die Teams verteilt. Der Gedanke dahinter: Die schnellsten Anschieber sollten dem schnellsten Bob zugeteilt werden, um bessere Medaillenchancen zu generieren.
Ausschlaggebend sollte demnach ein Leistungstest am 28. Dezember sein, bei dem die Anschieber auf einer Trainingsanlage gegeneinander antraten. Das Ergebnis: Leichtathlet Enrico Güntert, wie Fleischhauer ein Bob-Quereinsteiger, glänzte dabei als Schnellster. Doch für die Olympischen Spiele wurde der 28-Jährige nicht ausgewählt.
"Ich bin immer noch extrem enttäuscht", sagte Güntert dem "Blick" und ließ durchblicken, dass für ihn kein Leistungsprinzip erkennbar gewesen sei.
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Im Schweizer Bob-Team gibt es Zoff um die Anschieber-Auswahl.
Fotocredit: Getty Images
Kritik: Auswahlprozess "nicht transparent"
Nicht nur Güntert, sondern auch die routinierten Weltcup-Anschieber Dominik Schläpfer und Nicola Mariani zeigten sich enttäuscht. Beide waren ebenfalls nicht für Olympia berücksichtigt worden, legten daraufhin Beschwerde ein, doch Swiss Sliding lehnte diese ab.
"Für mich war der ganze Prozess nicht transparent. Bei einigen war der Leistungstest ausschlaggebend, bei anderen wurden plötzlich andere Gründe vorgeschoben", kritisierte Schläpfer im "Blick"-Interview.
Auch Mariani moniert die Beweggründe des Verbands: "Wären die neu zusammengewürfelten Teams schneller, hätte ich kein Problem damit, draußen zu sein. Aber so ist es ja nicht."
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Unantastbar in Cortina: Lochner greift nach Goldmedaille
Quelle: Eurosport
Verband: Bob-Quereinsteiger brache mehr Praxis
Auf die lautstarke Anschieber-Kritik reagierte der Schweizer Verband mit verteidigenden und rechtfertigenden Aussagen. Allen Teams sei klar kommuniziert worden, "dass dieser Tag X ausschlaggebend ist. Und auch, wann welche zusätzlichen Kriterien zum Tragen kommen", sagte Swiss-Sliding-Sportchefin Marina Gilardoni dem "Blick" zufolge.
Konkret heißt es, die anderen Kriterien seien dabei Pilotenwünsche oder basierten darauf, wer im Viererbob mit wem harmoniert. Und auch eine offizielle Begründung für die Güntert-Ausbootung wurde geliefert: Der Leichtathlet sei zwar pfeilschnell, aber gerade beim Viererbob benötige er als Quereinsteiger mehr Praxis.
Kurios jedoch: Statt Güntert, dem beim Leistungstest schnellsten Athleten, erhielt unter anderem der damals nur zehntschnellste Zweierbob-Anschieber Tim Annen eine Nominierung. Im olympischen Rennen fuhr er mit Pilot Timo Rohner dann nur auf Platz 15 - dem schlechtesten Ergebnis der drei Schweizer Bob-Teams.
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Gold-Helden unter sich: Lochner/Fleischhauer am Telefon mit Arlt
Quelle: Eurosport
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