Bob-Männer Nico Walther und Johannes Lochner bereiten Sorgen, Frauen um Schneider stark

Ein Warnschuss und ein Paukenschlag: Die deutschen Bob-Piloten wecken neun Wochen vor den Winterspielen in PyeongChang Zweifel an ihrer Konkurrenzfähigkeit im Zweier - die Frauen präsentieren sich mit dem ersten Weltcup-Sieg seit fast drei Jahren dagegen immer mehr in Medaillenform. Stephanie Schneider gewann am Samstag in Winterberg mit Anschieberin Lisa Buckwitz.

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Damit verwiesen sie Weltmeisterin Elana Meyers Taylor (USA) auf den zweiten Rang.
"Wir wollten uns nach unserem Sturz zuletzt in Whistler zurückmelden und Druck machen, das ist uns super gelungen", sagte Schneider in der ARD. Europameisterin Mariama Jamanka (Oberhof) wurde mit Annika Drazek Dritte und trug ihren Teil zum hervorragenden Ergebnis der deutschen Frauen beim ersten Heim-Weltcup des Winters bei.
Die Männer rätseln dagegen auch nach dem Rennen auf eigenem Eis noch über ihre Form. Weltmeister Francesco Friedrich (Oberbärenburg) verhinderte durch einen starken zweiten Lauf mit Rang zwei eine denkwürdige Niederlage, es war sein erster Podestplatz des Winters.

Überraschungssieg für Debütanten

Der Schweizer Clemens Bracher feierte bei seinem Weltcup-Debüt im kleinen Schlitten einen Überraschungssieg, Chris Spring aus Kanada landete zeitgleich mit Friedrich auf dem Treppchen. Nico Walther (Oberbärenburg) wurde mit Kevin Kuske nur Neunter, Johannes Lochner (Stuttgart) schnitt mit Christopher Weber nach fehlerhaften Läufen sogar nur auf Position 16 ab.
"Das Wetter war heute sehr wechselhaft, es hat immer wieder geschneit", sagte Friedrich in der "ARD":
Doch der heftige Schneefall beeinflusste gegen Ende vor allem die Läufe einiger Konkurrenten und half dabei, einen Heim-Weltcup ohne deutschen Starter auf dem Podest zu verhindern. Im Zweier hatte es das zuletzt Ende Januar 2014 am Königssee gegeben - wenige Wochen später schnitten die Deutschen bei Olympia in Sotschi historisch schlecht ab und blieben ohne Medaille.

Bundestrainer Spies: "Konnten uns nicht rehabilitieren"

Das Ergebnis von Winterberg gibt zu denken, schließlich hatten die deutschen Zweier in dieser Saison bis auf einen Sieg durch Walther in Lake Placid auch bei den drei Übersee-Rennen stets das Podest verpasst. "Das war heute kein Wettkampf, mit dem wir uns rehabilitieren konnten", sagte Bundestrainer Rene Spies.
Für die Frauen zeigt die Formkurve klar nach oben, Schneider holte ihren ersten Weltcup-Sieg im neunten Rennen. Erst in der Saison 2015/16 war sie an die Lenkseile gewechselt, noch länger liegt der letzte Weltcup-Erfolg der deutschen Pilotinnen zurück: Im Januar 2015 sorgten Anja Schneiderheinze und Cathleen Martini in St. Moritz für einen Doppelerfolg.
Beide haben ihre Karrieren längst beendet, mittlerweile ist der Generationswechsel vollzogen. Spies gibt daher hohe Ziele für Olympia aus. "Wir müssen alles daransetzen, aus eigener Kraft aufs Podest zu kommen. Das ist ein hohes Ziel, aber die Schritte im athletischen und fahrerischen Bereich machen das möglich", sagte er zuletzt.
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