Der Megafight zwischen den Schwergewichts-Champs Anthony Joshua und Tyson Fury weckt auch in Deutschland zarte Hoffnungen auf bessere Zeiten. V
om Duell der britischen Weltmeister könnte das deutsche Profiboxen profitieren, glaubt Bernd Bönte, langjähriger Manager der Ex-Weltmeister Witali und Wladimir Klitschko.
"So ein Kampf ist für das internationale Boxen ein Super-Event. Dadurch könnte auch das Boxen in Deutschland wieder ein wenig in den Fokus rücken, auch wenn wir derzeit keine Boxer an der Weltspitze haben", sagte Bönte dem "SID".
Boxen
"Größter Kampf im Boxsport" perfekt: Zwei Fights Joshua vs Fury
15/03/2021 AM 17:49
In Peter Kadiru (23) hat Bönte selbst eine der deutschen Nachwuchshoffnungen unter seinen Fittichen. Die großen Namen aber fehlen derzeit. In Kadiru und Europameister Agit Kabayel (28), beide beim Magdeburger SES-Stall unter Vertrag, hat das deutsche Schwergewicht zwar wieder Talente, doch die Youngster müssen noch reifen.

Ex-Klitschko-Manager Bönte fiebert Topfight entgegen

Dass ein zu früher Topfight auch schaden kann, musste Tom Schwarz erfahren. Der SES-Boxer wurde durch die klare Niederlage gegen Fury im Juni 2019 zurückgeworfen.
Auf der großen Bühne stehen andere. Das Duell zwischen den Klitschko-Bezwingern Joshua und Fury sei weltweit über Jahre hinweg der "mit Abstand größte und spektakulärste Kampf", meinte Bönte.
Beide Lager haben sich auf zwei WM-Kämpfe geeinigt, der erste Fight könnte schon im Sommer steigen. Über Zeit und Austragungsort wird derzeit noch verhandelt, Saudi-Arabien soll beste Chancen auf eine Austragung haben.

Fury gegen Joshua: Mega-Gage im Gespräch

Beide Kämpfer sollen je 100 Millionen Pfund (116 Millionen Euro) für die Fights kassieren. Die Gage für den ersten Kampf soll zur Hälfte aufgeteilt werden, die für den Rückkampf im Verhältnis 60:40 zugunsten des Titelverteidigers.
Das Allerbeste für den Boxsport sei, dass es endlich auch im Schwergewicht um die vier großen Gürtel gehe, meinte Bönte. Der Sieger ist Champion der vier großen Verbände WBC, WBA, WBO und IBF. Der letzte "Undisputed Heavyweight Champion" war Lennox Lewis, der 1999 durch einen Punktsieg über Evander Holyfield (USA) alle wichtigen Gürtel errang.
Joshua und Fury sind mit 31 bzw 32 Jahren auf dem Zenit ihrer Leistungsstärke und fiebern dem Mega-Fight entgegen. "Gypsy King" Fury wird vielleicht einen Tick stärker eingestuft, dafür hat der 2,06 m große Hüne seit über einem Jahr keinen Kampf mehr bestritten - das könnte im Sommer im ersten Fight mit London-Olympiasieger Joshua eine entscheidende Schwächung sein.

Seit Klitschko-Abschied: Deutschland als Ausrichter außen vor

Nach Meinung von "DAZN"-Experte Bönte müsste der Kampf eigentlich in London, im Wembley-Stadion oder im Stadion von Tottenham Hotspur, ausgetragen werden. Doch wegen der Coronakrise fällt England als Gastgeber womöglich aus. "Da ist der Nahe Osten schon eine denkbare Alternative, auch wenn die Stimmung dort leider deutlich abgekühlter sein dürfte", bemerkte Bönte.
Dass Deutschland auch schon vor Corona als Austragungsort großer Box-Events nicht mehr in Frage kam, liege daran, dass die Top-Kämpfe keinen deutschen Bezug mehr hätten, meinte Bönte.
Wladimir Klitschko konnte als Wahl-Hamburger die deutschen Arenen noch füllen, doch seit dem Karriereende von "Dr. Steelhammer" nach der Niederlage gegen Joshua 2017 ist es ruhig ums deutsche Schwergewichtsboxen geworden.
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(SID)

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