Wladimir Klitschkos Kampf um die Karriere: "Ich will auch schön gewinnen"

Wladimir Klitschko muss seine Karriere retten, Anthony Joshua will die unumstrittene Nummer eins im Schwergewicht werden: Im Mega-Kampf der Generationen vor 90.000 Fans im Londoner Wembley-Stadion steht am Samstag (23:00 Uhr) für beide Kämpfer viel auf dem Spiel. Der Fight elektrisiert die Massen.

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Klitschko plant vor der Riesenkulisse den großen Coup. "Ich will nicht nur gewinnen, ich will auch schön gewinnen", sagte der Ukrainer dem "SID" in London. Je näher der Abend rückt, desto selbstbewusster und kämpferischer tritt der 41-Jährige auf. Mittlerweile bekommt auch der Gegner ein paar verbale Breitseiten ab. "Joshua ist ein Puncher. Ich bin ein Boxer, der auch punchen kann", meinte Klitschko:
Klitschko gibt sich vor seinem 69. Kampf (64 Siege/54 K.o.) als Außenseiter, aber als einer, der sehr überzeugt ist von seinen Qualitäten. "Der Druck liegt bei Joshua. Er muss den alten Mann besiegen, das könnte für ihn aber ein schmerzhafter Abend werden", sagte der Langzeit-Champion (2006 bis 2015). Im November 2015 hatte der Ukrainer seine Gürtel nach einer überraschend klaren Punktniederlage an den mittlerweile wegen Depressionen zurückgetretenen Briten Tyson Fury verloren.
Auch Gegner Joshua legte seinen übergroßen Respekt vor Klitschko zumindest kurzzeitig ab. "Für mich hatte Wladimir seine beste Zeit 2005", erklärte der Lokalmatador in einer Presserunde. "Ich werde gewinnen, das ist keine Raketenwissenschaft, es ist einfach nur der Kampf", sagte der 27-Jährige aus der Kleinstdt Watford nordwestlich von London. Auch die Buchmacher sehen den Olympiasieger von 2012 vorne. Sein Rekord ist beeindruckend. In 18 Profikämpfen siegte er 18 mal durch Knockout.

Naht das Karriereende?

Klitschko hat 17 Monate nicht geboxt, wirkte in seinen letzten Kämpfen wenig aggressiv. "Wenn er am Samstag wieder verliert, dann sollte er Schluss machen", sagte Ex-Weltmeister und Trainer Sven Ottke, dessen Boxerin Nina Meinke (Berlin) im Vorprogramm auftritt. Klitschko wird das lautstarke Gros an Joshua-Fans unter den 90.000 Fans und die enorme Dynamik des 14 Jahre jüngeren Titelverteidigers zu spüren bekommen.
Den großen Altersunterschied brachte Dr. Steelhammer selbst am besten auf den Punkt:

Voller Fokus auf den Titel

Der Routinier gibt sich nach außen aber weiter hoch motiviert und schaute bei der Abschlusskonferenz in den Räumen des TV-Senders "Sky" etwas wehmütig auf die vor ihm aufgebauten WM-Gürtel der IBF und WBA. "Ich hatte mich schon an meine Gürtel gewöhnt. Beim letzten Kampf standen sie noch auf meiner Seite. Ich möchte sie zurückhaben." Bruder Witali, trotz seines Amtes als Bürgermeister von Kiew in London immer an der Seite von Wladimir, machte Mut:
Im Falle eines Sieges hätte es der Altmeister noch einmal allen gezeigt und dem aufstrebenden Joshua in seiner Heimat eine empfindliche Niederlage beigebracht. Klitschko wäre zum dritten Mal in seiner Karriere Schwergewichts-Weltmeister, das schafften vor ihm nur die Größten seiner Zunft wie Muhammad Ali, Evander Holyfield, Lennox Lewis und Bruder Witali.
Großer Gewinner des Kampfabends ist schon jetzt Eddie Hearn. Der Promoter von Joshua hat auf der Insel das Boxfieber wieder entfacht. 90.000 Fans strömen ins Stadion. 30 Millionen Euro soll allein das Pay-TV-Geschäft einbringen, über eine Million Neu-Abschlüsse werden erwartet. "Wir werden den bisherigen Rekord für Großbritannien brechen", kündigte der Manager an. Insgesamt spült der Kampf 50 Millionen Euro in die Kassen. Die Börse der beiden Boxer liegt bei 15 bis 20 Millionen Euro.
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