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Schindler, Clemens, Hempel und Co: Eurosport stellt die sechs Deutschen bei der Darts-WM - nie waren es mehr
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Publiziert 10/12/2024 um 14:24 GMT+1 Uhr
Der Wahnsinn im Alexandra Palace geht in die nächste Runde. Ab Sonntag steigt die Darts-WM in London und mittendrin sind sechs Deutsche - so viele wie noch nie. Im legendären "Ally Pally" werden auch in diesem Winter wieder Fans aus aller Welt, wild verkleidet dabei zusehen, wie die Elite um den prestigeträchtigen WM-Titel kämpft. Eurosport stellt die Starter aus Deutschland vor.
Martin Schindler bei der Darts-WM 2023
Fotocredit: Getty Images
Seit über anderthalb Jahrzehnten pilgern Fans als Bananen, Kindheitshelden oder lebendige Dartscheiben verkleidet in den legendären Alexandra Palace.
Die liebevoll "Ally Pally" getaufte Kultstätte und die WM in London wirken seit jeher unzertrennlich - und immer häufiger sind inzwischen auch Sportler aus Deutschland Teil des Wahnsinns in der Weihnachtszeit.
In diesem Jahr sind insgesamt sechs Deutsche im Darts-Mekka am Start und machen sich Hoffnungen auf einen märchenhaften Lauf, wie ihn 2023 bereits Gabriel "Gaga" Clemens (Halbfinale) hinlegte.
Eurosport stellt die deutschen Teilnehmer vor.
Martin Schindler (28 Jahre/Strausberg):
Der Hoffnungsträger. Schindler tritt als deutsche Nummer eins im berühmten Ally Pally ans Oche. In diesem Jahr schrieb der Weltranglisten-22. gleich mehrmals Darts-Geschichte. Als erster Deutscher überhaupt gewann "The Wall" gleich zwei Turniere auf der European Tour, in Budapest glückte ihm zudem der erste Neun-Darter eines Spielers aus der Bundesrepublik auf der TV-Bühne. Bei seiner sechsten WM-Teilnahme hätte die Auslosung laut eigener Aussage "wesentlich schlimmer ausfallen können". Als gesetzter Spieler beginnt sein Turnier in der zweiten Runde (22. Dezember, ab 20.15 Uhr), entweder gegen den Engländer Callan Rydz oder Debütant Romeo Grbavac aus Kroatien.
Gabriel Clemens (41/Saarwellingen):
Der Halbfinalist. Kein Deutscher kam je bei einer WM weiter als "Gaga". 2023 endete der Siegeszug des Saarländers erst in der Runde der letzten Vier. Danach wurde es allerdings schnell ruhig um Clemens. In diesem Jahr geht er deshalb mit erheblichen Druck in das Turnier, der "German Giant" muss die 100.000 Pfund Preisgeld von seinem Halbfinaleinzug verteidigen, um nicht aus den Top 30 des Rankings zu fallen. Wie Schindler steigt auch der Weltranglisten-27. erst in der zweiten Runde ein. Dort trifft Clemens am 19. Dezember (ab 13.30 Uhr) auf den Sieger des Duells zwischen Niels Zonneveld (Niederlande) und Robert Owen (Wales).
Ricardo Pietreczko (30/Hannover):
Die Nummer drei. Im Schatten von Schindler und Clemens spielt Pietreczko ein grundsolides Jahr, bei der EM in Dortmund verpasste "Pikachu" nur knapp das Halbfinale. Der mittlerweile in Hannover sesshaft gewordene Pokemon-Fan fiel jedoch auch negativ auf. Nach einer Niederlage gegen Luke Littler bezeichnete Pietreczko das Wunderkind als arrogant, vor allem englische Medien stürzten sich auf die Aussage. Zudem musste der Weltranglisten-34. wegen einer Verletzung kurzzeitig pausieren. Bei der vergangenen WM verlor Pietreczko in der dritten Runde nur knapp gegen den späteren Sieger Luke Humphries. Diesmal bekommt er es zum Start am Dienstag (17. Dezember/ab 20.00 Uhr) mit dem Chinesen Xiaochen Zong zu tun.
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Ricardo Pietreczko ist auch im Jahr 2024 bei der Darts-WM am Start
Fotocredit: Getty Images
Florian Hempel (34/Köln):
Der Erstrunden-Experte. Hempel fing erst 2017 an, ernsthaft Darts zu spielen. Vorher stand er im Handballtor, beim Dessau-Roßlauer HV spielte er in der 2. Bundesliga. Im vergangenen Jahr erreichte Hempel die dritte WM-Runde - und behielt auf den letzten Drücker seine Tourkarte. Bei seiner vierten Teilnahme im Ally Pally trifft Hempel auf Jeffrey de Zwaan (20. Dezember/ab 20.00 Uhr), der nach privaten Problemen erstmals seit 2021 wieder dabei ist. Mit Blick auf Hempels Bilanz dürfte das Weiterkommen bereits feststehen, schließlich verlor der Fan des Kölner Karnevals noch nie ein Erstrunden-Match bei einem Major-Turnier.
Kai Gotthardt (29/Esslingen am Neckar):
Der deutsche Meister. Der Sieger der Super League steigt als erster Deutscher ins Turnier ein. Am Montag (16. Dezember/ab 13.30 Uhr) bekommt es "The Tunnel" mit dem schottischen Feuerwehrmann Alan Soutar zu tun. Der 29-jährige Gotthardt begann mit neun Jahren mit Darts und erfüllt sich nun seinen WM-Traum. Der Weg dorthin war durchaus dramatisch. Gotthardt musste in der K.o.-Phase der Super League in allen vier Partien ins Entscheidungsleg - und gewann sie alle. Eine mentale Meisterleistung des Baden-Württembergers, der seinen Spitznamen seinem Tunnelblick und dem gleichnamigen viertlängsten Straßen-Tunnel der Welt zu verdanken hat.
Niko Springer (24/Mainz):
Das Nachwuchstalent. Wie Gotthardt ist Springer zum ersten Mal in London am Start. Der "Meenzer Bub" kann auf eine starke Saison zurückblicken. Auf der Development Tour wurde er hinter Toptalent Wessel Nijman (Niederlande) Zweiter - und löste so das WM-Ticket und die Tourkarte. Mit dieser erhält Springer ab Januar die Spielberechtigung für die meisten Turniere der PDC. Dafür geht der große Fan von Fußball-Bundesligist Mainz 05 in seinem Job als Kostenbeamter beim Landgericht Wiesbaden in Teilzeit. In der ersten WM-Runde wartet am Donnerstag (19. Dezember/ab 20.00 Uhr) der letztjährige Halbfinalist Scott Williams.
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(SID)
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