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DTM - Ralf Schumacher mit Generalabrechnung für Winward-Team: Unfaire Nachteile für Sohn David letzte Saison
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Publiziert 24/01/2024 um 11:17 GMT+1 Uhr
Lag es an den Voraussetzungen beim Winward-Team, dass David Schumacher auch in seiner zweiten DTM-Saison nicht vorne mitmischte? Vater Ralf Schumacher übt heftige Kritik an dem Rennstall. Dieser habe seinen Sohn beim Reifen-Management nicht genug unterstützt. Zudem habe der 22-Jährige über das gesamte vergangene Jahr eine zu niedrige Motorleistung gehabt, so der ehemalige Formel-1-Pilot.
David Schumacher und sein Vater Ralf
Fotocredit: Getty Images
Nach der zweiten DTM-Saison von David Schumacher, in der der Mercedes-AMG-Pilot einen neunten Platz als bestes Ergebnis einfuhr, hat Ralf Schumacher Kritik am Winward-Team geübt.
Sein 22-jähriger Sohn habe zwar "auch Fehler gemacht", das Team habe aber "ziemlich lange gebraucht, um ein Problem am Auto zu finden". Das habe man "leider erst zum letzten Rennwochenende abstellen können", sagte er bei "DTM.com".
"Das Ganze hat mich echt total geärgert, deshalb habe ich das Team angesprochen. Aber das ist nun mal so im Motorsport, da ist keine Absicht dahinter, sondern da muss man sich einfach ein bisschen mehr Mühe geben und mehr ins Detail schauen", so Schumacher.
Doch worüber hat sich Ralf Schumacher so geärgert? Und was hat David Schumacher, der laut seinem Vater in Sachen Grundspeed "deutlich schneller als im Jahr davor war", 2023 das Leben schwer gemacht?
Winward "einziges Team" ohne spezielle Sensoren?
Ralf Schumacher verweist im Gespräch mit "Motorsport-Total.com" auf zwei Problemzonen: die nötigen Tools zum Verständnis der Reifen und den Motor. "Der Rennspeed war super", so das Urteil des Vaters über David Schumachers Saison: "Aber im Qualifying hatte er Schwierigkeiten, das Fenster bei den Reifen zu erwischen."
Um das zu üben, "haben die Teams gewisse Möglichkeiten - auch Sensoren, um festzustellen, wo dieses Fenster ist. Unser Team war das einzige, das das nicht genutzt hat. Das ist speziell für einen jungen Fahrer sehr schwierig", spielte er auf die Problematik an, die in der DTM nicht beheizten Pirelli-Pneus im Qualifying auf Temperatur zu bringen.
Auf Nachfrage, ob Winward wirklich als einziges Team die nötigen Sensoren nicht genutzt habe, antwortet Schumacher: "Ja, zumindest nach dem, was ich im Fahrerlager gehört habe."
Zum Hintergrund: Die Teams nutzen in der DTM nicht nur die Standardsensoren, sondern auch spezielle Infrarotsensoren, die zusätzliche Werte des Reifens messen.
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David Schumacher seinem Winward-Auto bei Testfahrten in Spielberg 2023
Fotocredit: Getty Images
Hatte Schumacher bis Saisonfinale schwächeren Motor?
"Es ist eine Kostenfrage, ob ich Ingenieure anstelle, die das ganze Jahr dabei sind, die die Sensorik einbauen - und das auch auslesen und auswerten. Das ist nicht bei allen Teams gegeben", so Ralf Schumacher.
Aber das sei nicht der einzige Nachteil seines Sohnes gewesen. "Dann gab es übers Jahr gesehenen noch ein Motordefizit", sagte der 48-Jährige.
"Im letzten Rennen wurde das endlich behoben. Das war eine starke Veranstaltung von David. Er wurde zwar in Hockenheim von der Strecke geschubst, aber sein Average-Speed war sehr gut. Das war klar erkennbar. Echt sehr schade für David."
Tatsächlich fuhr David Schumacher nach Startplatz 23 am Samstag beim letzten Saisonrennen in Hockenheim auf Startplatz 13 - und war damit drittbester Mercedes-AMG-Pilot, ehe es im Rennen zum Zwischenfall mit Rene Rast kam.
"Lange Diskussion" um Schumachers Motor
Ob man schon vor dem Saisonfinale ein Defizit bei Schumachers Motor vermutet habe? "Das war eine lange Diskussion, und der Motor war auch auf dem Prüfstand", verwies Schumacher auf eine Untersuchung durch HWA.
"Es geht um den gesamten Antriebsstrang - auch das Getriebe darf man bei sowas nicht vernachlässigen. All das wurde vor dem letzten Wochenende gewechselt. Das sah dann auch in den Daten ganz anders aus, aber es war dann leider einfach zu spät."
Er spricht von einem Nachteil von "vier bis fünf km/h". Das sei "vor allem auf Strecken mit sehr langen Geraden schwierig".
Zu wenig Rennzeit für junge Fahrer?
Das Winward-Team wollte zu Ralf Schumachers Aussagen übrigens keine Stellung nehmen. Dieser forderte zudem eine bessere Nachwuchsförderung im GT-Sport und mehr Fahrzeit für junge Piloten.
"Die Profifahrer sind ständig weltweit unterwegs, der Anzug wird bei einigen gar nicht trocken", sagt er mit Augenzwinkern. "Dann kommt ein junger Mann dazu, der es wirklich schwer hat, in dieser Welt Fuß zu fassen. Das hätte ich am Anfang gar nicht so erwartet, aber das ist wirklich ein sehr komplexes Thema."
Auch die steigenden Kosten im GT3-Kundensport spielen diesbezüglich eine Rolle. "Für die Werke ist das schön. Sie verdienen gut daran, was ja auch okay ist. Aber für den Nachwuchs ist das alles nicht wirklich optimal", so Schumacher.
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