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Olympia 2018 - Deutschland schlägt Schweden im Viertelfinale
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Publiziert 21/02/2018 um 15:30 GMT+1 Uhr
Deutschland hat die Sensation geschafft und Weltmeister Schweden im Viertelfinale mit 4:3 (2:0, 0:0, 1:3, 1:0) n.V. geschlagen. Christian Ehrhoff (14.), Marcel Noebels (15.) und Dominik Kahun (49.) trafen für das DEB-Team. Für Schweden waren Anton Lander (47.), Patrik Hersley (50.) und Mikael Wikstrand (52.) erfolgreich. Patrick Reimer sorgte in der Overtime nach 1:30 min. für die Entscheidung.
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Als Patrick Reimer nach 90 Sekunden in der Verlängerung den Puck über die Linie gestochert hatte, war er sicher: Er hatte gerade Eishockey-Geschichte geschrieben. Doch der Schiedsrichter stoppte den Jubel, der DEL-Rekordtorjäger und das Nationalteam mussten noch ein paar Sekunden bangen. "Ich wusste genau, dass er drin war", sagte der Nürnberger. Nach kurzem Videostudium sah es auch der Referee - und die Sensation war perfekt: Nach dem 4:3 (2:0, 0:0, 1:3, 1:0) in der Overtime gegen Weltmeister Schweden spielt Deutschland um die erste Olympia-Medaille seit Bronze 1976.
Der Siegtorschütze erklärte:
In einem dramatischen Spiel, in dem die deutsche Mannschaft zunächst 2:0 und bis zur 50. Minute 3:1 geführt hatte, besiegte sie zum ersten Mal bei Olympia die übermächtigen Schweden. Im Halbfinale am Freitag (21.10 Uhr OZ/13.10 MEZ) gegen Rekord-Olympiasieger Kanada greift das Team von Bundestrainer Marco Sturm nach dem ersten Edelmetall seit 42 Jahren.
Kanada wartet im Halbfinale
"Das ist mehr als eine Sensation", meinte DEB-Präsident Franz Reindl, der 1976 in Innsbruck selbst noch als Spieler auf dem Eis gestanden hatte: "Man muss sich erstmal fragen: Schläft man, träumt man, oder wo geht die Reise hin?" Ohne ihre NHL-Superstars sind auch die Kanadier, die sich mit 1:0 gegen Finnland durchsetzten, nicht unschlagbar. "Es kann uns nichts mehr schocken, wir sind bereit", sagte Sturm kämpferisch.
Der Kölner Christian Ehrhoff (14.) und der Berliner Marcel Noebels (15.) hatten die DEB-Auswahl im ersten Drittel mit 2:0 in Führung gebracht. Nach dem Anschlusstreffer von Anton Lander (47.) schien der Münchner Dominik Kahun (49.) den Sieg bereits unter Dach und Fach gebracht zu haben. Doch Patrik Hersley (50.) und Mikael Wikstrand (52.) glichen für den zweimaligen Olympiasieger aus. In der Verlängerung schoss Reimer, der in den beiden Spielen zuvor verletzt gefehlt hatte, die deutsche Mannschaft zum ersten Sieg im 15. Olympia-Duell mit den Tre Kronor.
Wütende Angriffe der Schweden
"Es ist ein geiles Gefühl", sagte Kapitän Marcel Goc, "wir haben ein Stück Eishockey-Geschichte für Deutschland geschrieben." Danach hatte es zunächst gar nicht ausgesehen. Schweden baute extremen Druck auf, minutenlang kam die DEB-Auswahl nicht aus dem eigenen Drittel. Doch die Defensive hielt, Torhüter Danny aus den Birken wurde von Minute zu Minute sicherer. Es dauerte aber bis zur elften Minute, bis Ehrhoff den ersten Torschuss abgab - die Schweden hatten bis dahin schon 13-mal auf das deutsche Tor geschossen
Ehrhoff gelang mit einem Schlenzer auch die überraschende Führung. Nur 29 Sekunden später erhöhte Noebels auf 2:0 - und der komplette Spielverlauf war auf den Kopf gestellt. Nach Kahuns 3:1 schien die Sensation schon perfekt, doch nach der Aufholjagd des Favoriten musste wieder die Verlängerung die Entscheidung bringen, wie schon beim 2:1 gegen die Schweiz im Play-off tags zuvor. Und der befreiende Jubel kam auch erst nach Verzögerung, "dafür", meinte Reimer, "aber umso intensiver".
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