Carolina Kostner: EM-Bronze mit fast 30 und nach 21-monatiger Dopingsperre

Nach fast dreijähriger Pause vom großen Sport und einer 21-monatigen Dopingsperre gewann "Kufen-Oma" Carolina Kostner aus Südtirol bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Ostrau mit fast 30 Jahren auf Anhieb die Bronzemedaille. Von ihrem neuen Trainer Alexej Mischin gab es nur einen zackigen Händedruck, das tschechische Publikum aber lag Carolina Kostner förmlich zu Kufen.

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Fotocredit: Eurosport

Mochten ihre mehr als zehn Jahre jüngeren Rivalinnen aus Russland auch den Titel unter sich ausmachen, die fast 30 Jahre alte Südtirolerin war unbestritten die Medaillengewinnerin der Herzen.
Das insgesamt zehnte EM-Edelmetall, zum dritten Mal aus Bronze, verlieh der einst lange Jahre in Oberstdorf trainierenden Ex-Weltmeisterin positive Energie im Überfluss. "Da war sehr viel Freude und nur ein ganz kleines bisschen Angst", sagte Kostner nach ihrem Überraschungs-Coup in Ostrau.
Familie, Freunde, Fans - sehr viele Begleiter der Grödnerin hatten an ein solches Comeback kaum noch geglaubt. 21 Monate war Kostner gesperrt gewesen, weil sie bei einer unangemeldeten Dopingkontrolle ihres damaligen Freundes, Geher-Olympiasieger Alex Schwazer, den Aufenthaltsort des Leichtathleten verschleiert hatte.
Ein Liebesopfer, das die Olympia-Dritte von Sotschi 2014 wohl schon längst bereut hat, Kostner und Schwazer sind seit Langem kein Paar mehr. Vielleicht war der bronzene Triumph in der Ostravar-Arena der letzte befreiende Schritt aus den düsteren Tagen des Eisbanns zurück ins Rampenlicht.

Gold für "Queen Mum" außer Reichweite

Denn dort möchte die Nichte der einstigen Super-G-Weltmeisterin Isolde Kostner gern noch ein paar weitere Schritte in Schlittschuhen machen:
Gold holen bei Europa- und Weltmeisterschaften oder auch bei Olympia 2018 im südkoreanischen Pyeongchang, das ist nicht mehr drin für Kostner. Die alte und neue Europameisterin Jewgenija Medwedewa und ihre zweitplatzierte Teamkollegin Anna Pogorilaja zimmerten Sprungkombinationen auf die Eisfläche, die die "Queen Mum" des Eiskunstlaufens nicht mehr lernen kann und will.
Die fragile Läuferin möchte nur noch ihrer eisigen Leidenschaft frönen und die Zuschauer begeistern. Eine Zuneigung, die auf Gegenseitigkeit beruht, in Ostrau dokumentiert durch ein riesiges rotes Herz aus Plüsch, das nach Kostners Kür von der Tribüne auf das Eis segelte. Und den Publikumsliebling schon vor der Notenvergabe fast zu Tränen rührte.
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