Olympia 2022: Minerva Hase und Nolan Seegert fallen im Paarlauf nach Kräfteeinbruch in der Kür zurück

Die deutschen Paarlauf-Meister Minerva Hase und Nolan Seegert aus Berlin haben bei den Olympischen Spielen in Peking ein bittere Enttäuschung in der Kür erlebt. Nach einem quarantänebedingten Kräfteeinbruch des 29-Jährigen im Kür-Finale fielen die deutschen Starter vom 14. auf den 16. und letzten Platz zurück. Die Goldmedaille holte das chinesische Paar Sui Wenjing und Han Cong.

"Zerreißt einem das Herz": Hase/Seegert patzen kraftlos in der Kür

Quelle: Eurosport

Nolan Seegert konnte einfach nicht mehr. Völlig erschöpft wartete der 29-Jährige Berliner im Capital Indoor Stadium auf die Benotung einer desaströsen Paarlauf-Kür, sein Gesicht hinter den Armen verborgen.
Ausgelaugt von seiner neuntägigen Corona-Quarantäne und am Rande eines körperlichen Zusammenbruchs stürzte der dreimalige deutsche Meister mit Partnerin Minerva Hase in Peking auf den 16. und letzten Finalplatz ab.
Eurosport-Expertin Aljona Savchenko, Olympiasiegerin vor vier Jahren in PyeongChang mit Bruno Massot, meinte zur Leistung von Seegert: "Zehn Tage in Quarantäne ist sehr viel. Man sieht, dass er erschöpft ist. Das bricht einem ein bisschen das Herz."
Der 29-Jährige war bei der Ankunft in China positiv auf das Coronavirus getestet worden und verpasste in der Quarantäne zahlreiche Trainingseinheiten bei Olympia.

Savchenko fühlt mit: "Seegert konnte nicht zaubern"

"Es war einfach nur ein Kampf, und ich bin wirklich stolz darauf, wie Nolan sich durch dieses Programm gekämpft hat. Wir waren fertig, einfach nur fertig", sagte Hase. Tröstend hatte die Sportsoldatin zuvor ihren Kopf an Seegerts Schulter gelegt und aufmunternd seine Hand gestreichelt.
Seegert fühle "sich schuldig. Die Hebungen sind sehr wichtig, da bleiben dann nicht mehr viele Punkte übrig. Er hat es probiert, aber er konnte auch nicht zaubern", analysierte Savchenko den Lauf des deutschen Paares in Peking. Die gebürtige Ukrainerin hätte selbst gern noch einmal an den Spielen teilgenommen, konnte aber ihren Partner Bruno Massot nicht zu einem Comeback überreden.
Aus einer hochklassigen Entscheidung gingen Sui Wenjing und Han Cong als knappe Sieger hervor. Die Olympia-Zweiten von 2018 siegten vor Evgenia Tarasova/Vladimir Morozov und Anastasia Mishina/Aleksandr Galliamov (beide Russland), die sich Silber und Bronze sicherten.

Seegert findet nicht in das Programm

Von der ersten Sekunde an fand Sportsoldat Seegert nicht in das Programm. Er ließ die Sprungkombination aus und sprang den dreifachen Salchow nur doppelt statt dreifach.
Dramatisch wurde es gegen Ende der Kür: Zwei Hebefiguren musste Seegert abbrechen, um seine sieben Jahre jüngere Partnerin nicht zu gefährden.
Durch das Kurzprogramm am Freitag war das Duo noch mit einer soliden Leistung gekommen. Doch 24 Stunden später forderten die Quarantäne und eine verkürzte Vorbereitungszeit von nur fünf Tagen bis zum Wettkampfauftakt ihren Tribut.

Deutschland erstmals seit Turin 2006 ohne Olympia-Medaille im Eiskunstlauf

Aber bereits im Vorfeld der Winterspiele waren Hase/Seegert international unter ihren Möglichkeiten geblieben. Bei den Europameisterschaften im Januar in Tallinn reichte es nur zu Rang acht.
Dennoch träumte das überwiegend in Sotschi trainierende Paar bei Olympia von einer Top-Ten-Platzierung. Vergeblich.
Die Aktiven der Deutschen Eislauf-Union (DEU) blieben erstmals seit 16 Jahren ohne olympische Medaille. Die sechsmalige deutsche Meisterin Nicole Schott aus Essen kam auf den 17. Platz, 21. wurden die Dortmunder Eistänzer Katharina Müller und Tim Dieck. Die Männer-Konkurrenz fand ohne deutsche Beteiligung statt.

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(mit SID)
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Quelle: Eurosport

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