Olympia 2024: Olha Charlan und ihr Säbelteam zelebrierten Olympiasieg - Präsident Selenskiy meldet sich zu Wort

Olha Charlan und ihre Teamkolleginnen zelebrierten noch immer tränenreich ihren Olympiasieg, da meldete sich bereits Wolodymyr Selenskyj zu Wort. "Die Ukraine versteht es, sowohl bei den Olympischen Spielen als auch in Zeiten wie diesen zu inspirieren!", schrieb der ukrainische Präsident in Sozialen Netzwerken. Er dankte auch dafür, "dass sie gezeigt haben, dass die Ukraine gewinnt".

Olha Charlan mit ihrem Säbelteam nach dem Gewinn der Goldmedaille

Fotocredit: Getty Images

Gemeinsam mit Julija Bakastowa, Alina Komaschtschuk und Olena Krawazka tat Charlan im Grand Palais in der Tat ihr Menschenmöglichstes. Nach Bronze im Einzel sicherte sie ihrem Land mit einer Topleistung im Finale gegen Südkorea (45:42) mit drei Siegen in drei Gefechten das erste Gold in Paris. Doch selbst im Moment des Triumphs, als sie in die Landesflagge gehüllt den Applaus des beeindruckten Publikums genoss und die "Olha"-Sprechchöre auf sich wirken ließ - selbst da fiel nicht alle Last von den Schultern der 33-Jährigen ab.
Seit zweieinhalb Jahren muss sich die Ukraine dem Angriffskrieg Russlands erwehren, rund 500 Sportler und Trainer sind nach ukrainischen Angaben bereits ums Leben gekommen. "Es verfolgt uns die ganze Zeit", sagte Charlan. Es sei eigentlich "unvorstellbar", bei Olympia teilzunehmen, während in der Heimat Krieg herrsche, aber: "Diejenigen, die uns an der Front verteidigen, sterben für unsere Freiheit. Das ist meine Motivation."
Mit ihren Erfolgen in Paris hilft Charlan dabei, in der sportbegeisterten Ukraine Schmerzen zu lindern, auch wenn die Wunden nicht zu heilen sind. Sie hilft ihrem Land, Stärke zu zeigen, wo Stärke schwinden mag. "Wir feuern unsere Athleten an und unterstützen sie als Nation", schrieb Selenskyj.
Während die nur 15 Sportlerinnen und Sportler aus Russland als neutrale Einzelathleten kaum sichtbar sind, will die Ukraine die Olympiabühne so gut es geht nutzen. Etwa im ukrainischen Haus im 19. Arrondissement, in das Charlan für Sonntagabend geladen war. "The will to win", steht dort an der Wand geschrieben, "der Wille zum Sieg" - die Doppeldeutigkeit ist kein Zufall.

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Charlan ist bei diesem Unterfangen so etwas wie die Vorzeigesportlerin. Einmal wegen ihrer klaren Statements, die im fröhlichen Treiben von Paris ins Mark treffen: Ihre Bronzemedaille im Einzel hatte sie "den Athleten, die nicht kommen konnten, weil sie von Russland getötet wurden", gewidmet.
Und dann wirkt in Paris selbstverständlich auch Charlans Widerstandskraft nach. 2023 hatte sie bei der WM ihrer unterlegenen russischen Gegnerin den Handschlag verweigert. Sie wurde daraufhin trotz großem internationalen Aufsehen von den Wettkämpfen disqualifiziert.
Ihre Chancen hat die Mannschafts-Olympiasiegerin von Peking 2008 nun zum zweiten Mal eindrucksvoll genutzt. "Wir können immer noch nicht glauben, dass wir es geschafft haben", sagte sie nach dem Gold-Coup: "Wir sind unserem Land einfach nur dankbar."
(SID)

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Quelle: Eurosport


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