Bereits seit mehreren Wochen kursieren hinter den Kulissen der Formel 1 heiße Gerüchte, dass zwischen Haas und BWT Gespräche stattfinden. Eine schriftliche Anfrage an Teamchef Günther Steiner vom 8. Februar blieb bisher unbeantwortet; und auch seitens BWT blieben E-Mail-Anfragen aus unserer Redaktion in der Vergangenheit ohne Reaktion.
Dafür hat Micks Onkel Ralf Schumacher via "Express" Öl ins Feuer gegossen: "Es ist ja gerade ein Sponsor freigeworden. Nicht, dass da beim Mick diese besondere Farbe ins Spiel kommt", wurde der TV-Experte von der Kölner Zeitung zitiert.
Das ist insofern spannend, als Ralf Schumachers Sohn David (Micks Cousin) in der Vergangenheit schon im Pink von BWT an den Start gegangen ist, und zwar während seiner Zeit im BWT-Mücke-Team in der Formel 4.
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Im Zuge der Recherche zu dieser Story haben wir natürlich versucht, auch Ralf Schumacher zu erreichen. Der ehemalige Formel-1-Fahrer und heutige TV-Experte ließ unsere Anrufversuche aber unbeantwortet.

BWT wäre ein pinker Mercedes 50 Millionen Euro wert gewesen

Weil alle Beteiligten eisern schweigen, verbreiten sich Gerüchte zum Thema Haas-BWT im Internet umso schneller. Fest steht eins: Sollte es wirklich zu einem Sponsoring kommen, würde das vermutlich bedeuten, dass Mick Schumachers erstes Formel-1-Auto pink lackiert wird. Denn das war für BWT bisher Grundvoraussetzung für jedes Sponsoring.
Kleine Rückblende: Im Februar 2017 fanden zwischen BWT-CEO Andreas Weißenbacher und Mercedes-Teamchef Toto Wolff Verhandlungen über ein Titelsponsoring des Mercedes-Werksteams durch BWT statt. Die beiden Österreicher kannten sich aufgrund ihrer gemeinsamen Vergangenheit im Investmentbusiness.
Weißenbacher stellte dabei eine beträchtliche Summe in Aussicht ("Was krieg' ich für 50 Millionen Euro?"); letztendlich scheiterte der Deal aber daran, dass BWT auf einem mehrheitlich pinken Fahrzeugdesign bestand und das für den Daimler-Konzern ein Dealbreaker war.
Die Verhandlungen gingen so weit, dass sogar Designentwürfe mit einem pinken Frontflügel und weiteren pinken Elementen am Mercedes angefertigt wurden. Zu einem Abschluss ist es jedoch nie gekommen, und so landete BWT letztendlich als Hauptsponsor bei Force India (später Racing Point).

BWT: Gespräche auch mit dem Williams-Team

Doch BWT und Haas, das ist womöglich noch keine ausgemachte Sache. Denn laut Informationen von "Motorsport-Total.com" ist auch Williams eine Möglichkeit. Williams verwies auf Anfrage darauf, dass solche Verhandlungen grundsätzlich "vertraulich" seien; immerhin bestätigte das Traditionsteam aber, dass man im Zuge der Neuausrichtung der Marke "signifikantes Interesse" am Markt registriert habe.
Tatsache ist: Zwischen Williams und BWT hat es Kontakt gegeben, und das Blau, das Williams teilweise auf seinen Social-Media-Channeln verwendet, ist dem Blau des BWT-Schriftzugs zum Verwechseln ähnlich.
Spätestens am 5. März wird Klarheit darüber herrschen, bei welchem der beiden Teams BWT andockt, oder ob sich das Unternehmen womöglich sogar aus der Formel 1 zurückzieht (was als unwahrscheinlich gilt). Denn dann launcht das Williams-Team sein neues Auto, und das wäre der perfekte Anlass, um einen neuen Hauptsponsor vorzustellen. Wann genau Haas präsentiert, ist derzeit noch nicht bekannt.

BWT schon seit vielen Jahren im Motorsport engagiert

BWT ist ein Unternehmen, das im Bereich der Wasseraufbereitung tätig ist. Chef und Hauptaktionär ist Toto Wolffs Freund Andreas Weißenbacher mit seiner WAB-Gruppe.
Seit 2015 sponsert BWT Spitzensport; neben dem Motorsport ist man auch im Fußball und im Wintersport engagiert. Im Motorsport ist die Formel 1 nur die Spitze des Eisbergs. BWT unterstützt junge Nachwuchsfahrer im Kart und ist in diversen Formel- und Tourenwagenserien als Sponsor aktiv.
Zu Beginn der Formel-1-Saison 2017, nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Mercedes, wurde BWT Hauptsponsor von zunächst Force India und später Racing Point. Mit dem Rebranding des Teams auf Aston Martin passte das BWT-Pink jedoch nicht mehr zur Markenstrategie.
Zur Saison 2021 wird BWT daher durch den US-IT-Riesen Cognizant als Aston-Martin-Hauptsponsor ersetzt.
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