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Ermittlungen gegen FIA-Präsident: Mohammed bin Sulayem soll sich in Rennen eingemischt haben
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Publiziert 04/03/2024 um 23:29 GMT+1 Uhr
Die Formel 1 kommt nicht zur Ruhe. Nach den Vorwürfen gegen Red-Bull-Teamchef Christian Horner wird in einem anderen Fall nun offenbar auch gegen FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem ermittelt. Einem Bericht der "BBC" zufolge soll sich bin Sulayem während des Rennens beim Grand Prix von Saudi-Aarabien 2023 in eine Entscheidungsfindung der Rennkommissare eingemischt haben.
Mohammed bin Sulayem im Gespräch mit Max Verstappen
Fotocredit: Getty Images
So habe der FIA-Präsident angeblich interveniert, um eine Strafe gegen Fernando Alonso von Aston Martin zu kippen.
Der Spanier hatte das Rennen damals als Dritter beendet, erhielt aber eine Zehn-Sekunden-Strafe, weil er eine vorherige Fünf-Sekunden-Strafe während des Rennens nicht korrekt abgesessen hatte.
Das wurde im Zuge einer Berufung seines Teams einige Stunden später aber wieder revidiert und Alonso erhielt sein Podium zurück.
Nun aber wirft ein Bericht des Compliance-Beauftragten der FIA, der "BBC Sport" vorliegt, ein neues Licht auf den Fall. Demnach habe ein Informant den Weltverband darüber in Kenntnis gesetzt, dass bin Sulayem sich höchstpersönlich dafür eingesetzt habe, dass die Strafe gegen Alonso rückgängig gemacht wird.
Telefonat legt Intention von bin Sulayem offen
Der FIA-Präsident habe sogar mit Scheich Abdullah bin Hamad bin Isa Al Chalifa telefoniert. Dieser agiert als FIA-Vizepräsident für Sport in der Region Naher Osten und Nordafrika.
Ihm gegenüber habe bin Sulayem deutlich gemacht, dass er der Meinung sei, die Strafe für Alonso solle zurückgenommen werden.
Im Bericht des Compliance-Beauftragten Paolo Basarri falle in dem Zusammenhang auch das italienische Wort "pretendere", das so viel wie verlangen oder erwarten heißt.
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Christian Horner und Mohamed bin Sulayem
Fotocredit: Getty Images
Ethikkommission der FIA untersucht den Fall
Ob und inwiefern der FIA-Präsident die Entscheidung der Rennkommissare tatsächlich beeinflusst, muss jetzt untersucht werden. Mit dem Fall sei jetzt die Ethikkommission der FIA befasst. Ihr Bericht wird in vier bis sechs Wochen erwartet.
Mehrere hochrangige Persönlichkeiten der Formel 1 und der FIA wollten sich gegenüber der "BBC" nicht näher äußern, bestätigten die Informationen aber.
Die Stewards hatten die Strafe gegen Alonso damals zurückgenommen, weil keine Klarheit darüber bestand, ob das Ansetzen des Wagenhebers während einer Zeitstrafe in der Box bereits bedeutet, dass am Auto gearbeitet wird - was verboten ist.
Zwar hatte man diese Frage bei einer früheren Sitzung des Sporting Advisory Committees mit den Teams diskutiert, aber keine feste Vereinbarung darüber getroffen.
Die Grundlage, auf der die Kommissare ihre Strafe aussprachen, war damit hinfällig, weshalb sie diese zurückzogen. Erst im Nachgang wurde dem Strafartikel im Reglement ein Satz hinzugefügt, der "alle Berührungen des Autos oder des Fahrers mit der Hand oder mit Werkzeugen oder Geräten als Arbeiten" definiert.
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Quelle: Perform
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