"Dramatisch": Auf Jahre keine deutschen Formel-1-Fahrer mehr? Durststrecke für Deutschland in F1-Cockpits droht

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Droht Deutschland eine bittere Durststrecke in der Formel 1? Aktuell gibt es mit Nico Hülkenberg schon nur noch einen einzigen deutschen F1-Piloten - und Nachfolger sind derzeit nicht in Sicht. Die stolze Motorsportnation könnte bald gar nicht mehr in den Cockpits der Königsklasse vertreten sein - dabei liegen die Jahre mit bis zu sieben deutschen Fahrern noch gar nicht so lange zurück.

Formel 1: Der Start zum GP von Belgien 2026

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Es ist kein Geheimnis, dass die Formel 1 in Deutschland aktuell nicht gerade einen Boom erlebt. Zwar stieg mit Audi zur Saison 2026 neben Mercedes ein zweiter deutscher Hersteller in die Königsklasse ein. Mit Nico Hülkenberg gibt es aber bereits seit Jahren nur noch einen deutschen Fahrer in der Startaufstellung.
Und weil Hülkenberg im August bereits 39 wird, wäre es dringend wieder einmal an der Zeit für einen neuen deutschen Piloten in der Königsklasse. Doch der ist aktuell nicht in Sicht. "Es ist weiterhin dramatisch in meinen Augen", sagt Experte Timo Glock im Podcast "Starting Grid" über die Nachwuchssituation in Deutschland.
Der ehemalige Toyota-Werkspilot erinnert: "Wir hatten zwei Grands Prix in Deutschland, wir hatten mal sieben Formel-1-Fahrer [gleichzeitig]. Das zeigt, wo wir mal waren, und wenn man jetzt mal einen Strich drunter zieht, wo wir jetzt sind, ist es halt einfach traurig mit anzusehen."
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Geballte deutsche Piloten-Power in der Formel 1 im Jahr 2010: Nico Rosberg, Nico Hülkenberg, Timo Glock, Adrian Sutil, Nick Heidfeld, Michael Schumacher, Sebastian Vettel

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Zwar geht in der Formel-2-Saison 2026 mit Oliver Goethe ein Fahrer mit deutscher Lizenz an den Start. Allerdings liegt der 21-Jährige in der Meisterschaft lediglich auf Rang 14 und hat keine realistischen Aussichten auf ein Cockpit in der Königsklasse. In der Formel 3 fährt 2026 gar kein deutscher Pilot.

F1: Deutsche Talente werden nicht gefördert

"Am Ende ist die Förderung nicht mehr da in Deutschland. Das kostet alles unfassbar viel Geld. Das kann sich keiner mehr leisten", erklärt Glock und betont: "Diese Kostenexplosion ist natürlich auch grundlegend im Motorsport ein Riesenthema."
"Es ist unfassbar teuer geworden, und so ist es halt auch im Nachwuchs", so der Experte, der erklärt, dass für einige Talente selbst der Kartsport schon zu teuer gewesen sei, weshalb man zum Beispiel lieber in den BMW 318 Ti Cup gegangen sei, "weil er deutlich günstiger war".
Es sei traurig, "dass die deutschen Talente nicht die Möglichkeit haben, gefördert zu werden", so Glock. Das sei "der Knackpunkt, der uns so ein bisschen das Genick gebrochen hat in den letzten Jahren, dass einfach nachwuchsmäßig leider gar nichts mehr in Deutschland geht".

Braucht Deutschland wieder einen Grand Prix?

Die aktuelle Situation zeige "dass momentan kein Konzept so wirklich da ist und die Hersteller sich alle zurückgezogen haben, was natürlich schade ist", sagt der Experte. Zudem fehle Deutschland auch ein eigenes Formel-1-Rennen als "Zugpferd".
Zum bis heute letzten Mal ging die Königsklasse in der Corona-Saison 2020 auf dem Nürburgring in Deutschland an den Start. Das letzte Rennen in Hockenheim liegt sogar noch einmal ein Jahr länger zurück. Das ärgert Glock, der davon jedoch angesichts der Umstände auch nicht überrascht ist.
"Es kann nicht sein, dass wir irgendwie das einzige Land sind, das das nicht gestemmt bekommt", sagt er und erklärt: "Um uns herum kriegen sie es alle hin, einen Formel-1-Grand-Prix auszutragen. Wir kriegen es nicht hin, was natürlich auch der Politik geschuldet ist zum Großteil."

Mittel für Rennen in Deutschland fehlen

"Das siehst du auch an den Rennstrecken", so Glock, der erklärt, dass der Nürburgring oder der Hockenheimring erst einmal aufrüsten müssten, um für die Formel 1 wieder attraktiv zu werden. Doch dazu fehlen aktuell die Mittel.
"Wenn du in eine Rennstrecke drei, vier Jahre nicht investieren kannst, dann bist du einfach schon mal Schritte hinten dran", erklärt Glock, der hier beispielsweise den Hungaroring als Vorbild sieht. An der Rennstrecke in Ungarn gab es in den vergangenen Jahren massive Investitionen.
Zur "Belohnung" gab es einen neuen Formel-1-Vertrag bis Ende 2032. "Das wäre natürlich auch schön zu sehen, wenn man das in Deutschland wieder hinbekommt", so Glock, der betont: "Der Hockenheimring oder der Nürburgring, die würden es gerne machen."
"Aber am Ende ist das ein ganz klares Geschäft. Wenn ich am Ende rausgehe mit 15 bis 20 Millionen [Euro] Miese, dann habe ich ein schlechtes Geschäft gemacht. Das bringt nicht viel", weiß er. Zwar erklärte Formel-1-Boss Stefano Domenicali zuletzt, dass man "mittelfristig" gerne wieder ein Rennen in Deutschland hätte.
Allerdings stellte auch er klar, dass in Hockenheim "Investitionen" nötig seien, um das möglich zu machen.
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Quelle: Perform


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