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Formel 1: Felipe Massa äußert sich zum Stand der Dinge im Rechtsstreit wegen der Crashgate-Affäre 2008 in Singapur
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Publiziert 12/10/2023 um 11:06 GMT+2 Uhr
Der frühere Formel-1-Pilot Felipe Massa erklärt in einem Interview seine Motivation in dem Rechtsstreit um die Wertung des Singapur-Rennens 2008. Zudem liefert der Brasilianer ein Update zum Stand der Dinge bei seiner Klage und äußert sich zur Haltung seines damaligen Arbeitgebers Ferrari sowie zur Position des ehemaligen FIA-Präsidenten und Teamchefs bei den Italienern Jean Todt.
Felipe Massa klagt wegen der Crashgate-Affäre gegen FIA und Formel 1.
Fotocredit: Getty Images
Felipe Massa will das Ergebnis der Formel-1-Saison 2008 rund um die "Crashgate"-Affäre in Singapur neu aufrollen. Doch bislang halten sich Automobil-Weltverband (FIA) und Formel 1 bedeckt, nachdem sie Massa per Schreiben über einen von ihm angestoßenen Rechtsstreit informiert hat.
"Wir warten auf Antworten", sagt Massa im Gespräch mit der brasilianischen Version von "Motorsport.com". Er rechnet "Mitte Oktober" mit ersten Reaktionen auf seinen Vorstoß. "Und dann entscheiden wir, wie wir weiter vorgehen."
Ein mögliches Gerichtsverfahren habe ihn bislang nicht vom Motorsport und der Formel 1 entfremdet, betont Massa. "Hier geht es nur darum, zu beweisen, dass der Sport das Wichtigste ist. Ich liebe den Motorsport und die Formel 1. Aber das Wichtigste ist: Es darf keine Manipulation geben. Manipulation gehört nicht in den Sport."
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Viele Außenstehende sehen das genauso, meint Massa. Er erfahre aber viel Unterstützung aus der Öffentlichkeit: "Wo auch immer ich mich bewege, auf der Straße oder am Flughafen, ich werde immer angesprochen. Die Leute sagen mir, ich dürfe nicht aufgeben."
Massa: "Situation ist kompliziert"
"Denn ich mache das für Gerechtigkeit und Transparenz im Sport. Es ist einfach nicht akzeptabel, dass ein manipuliertes Rennen vielleicht das Ergebnis der Meisterschaft beeinflusst."
Aber genießt Massa bei seinem Vorstoß auch Rückendeckung von unmittelbar Involvierten? Von früheren oder aktuellen Formel-1-Protagonisten? "Ja, ich habe [solche] Unterstützung. Aber die Situation ist sehr kompliziert", sagt Massa. "Manchmal wollen sich die Leute nicht [öffentlich] dazu äußern, sondern lieber hinter verschlossenen Türen. Das verstehe ich vollkommen."
"Es ändert aber nichts an meinem Vorhaben: Ich will Gerechtigkeit. Ich tue das für mein Land, für meine Fans, für mich, für meine Familie und für Ferrari."
Ferrari selbst hält sich nach Massa-Angaben bisher aber bedeckt. "Ich schätze, Ferrari wartet einfach ab, was hier weiter passiert." Man habe bislang nur "Briefe ausgetauscht", nichts weiter, meint Massa.
Jean Todt auf Massas Seite
"Ich sehe aber keinen Grund, weshalb Ferrari nicht auf meiner Seite stehen sollte. Denn wir haben einen Titel verloren. Man hat uns einen Titel weggenommen. Wenn Ferrari also hier dabei sein will, dann herzlich gerne. Ansonsten strebe ich [allein] nach Gerechtigkeit, denn darum geht es mir hauptsächlich. Jeder Formel-1-Fahrer muss die gleichen Möglichkeiten haben. Jeder sollte respektiert werden."
Unterstützung erfahre er auch durch den früheren Ferrari-Teamchef und ehemaligen FIA-Präsidenten Jean Todt. Wie genau, das lässt Massa offen. Er sagt nur: "Jean unterstützt mich immer. Und er hat häufig betont, dass die Sache in Singapur nicht fair war. Er will aber nicht [öffentlich] über den Fall sprechen." Wie so viele andere aus dem Formel-1-Fahrerlager.
Deshalb ist Massa vorerst auf sich gestellt und sagt: "Ich mache das allein mit meinen Anwälten." Und er betont erneut: "Es geht mir um Gerechtigkeit und Transparenz im Sport. Denn ich glaube: Was mir passiert ist, war nicht korrekt, und wir werden bis zum Schluss darum kämpfen."
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