Max Verstappen mischt als "Boogeyman" den WM-Kampf auf - McLaren mit Lando Norris und Oscar Piastri schlägt sich selbst

Max Verstappen ist endgültig wieder im Kampf um den Weltmeistertitel angekommen. Der "Boogeyman", wie die französische "L'Équipe" den Niederländer taufte, macht nach dem Sieg beim Großen Preis der USA in Austin Jagd auf die beiden McLaren-Plioten Oscar Piastri und Lando Norris. Verstappen wird zum Albtraum für den britischen Rennstall, der sich aber auch selbst zu schlagen scheint.

Max Verstappen macht den WM-Kampf spannend

Fotocredit: Getty Images

Dem Max Verstappen aus der Sommerpause wäre wohl eine Beleidigung rausgerutscht. "Einen Idioten" hätte er damals jeden genannt, der ihm irgendetwas vom WM-Titel erzählen will, sagt er rückblickend.
Heute, nur sieben Wochen später, spricht der Weltmeister selbst ganz offen über seine nächste Krönung. Nach dem souveränen Sieg in den USA ist die Jagd auf McLaren damit auch offiziell eröffnet - Verstappen hat keine Lust mehr auf Zurückhaltung.
Die Chance sei "auf jeden Fall" da, "wir müssen jetzt einfach perfekt sein". Und genau das klappt ja seit knapp zwei Monaten ziemlich gut. In Zahlen: Vor sieben Wochen hatte Verstappen 104 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Oscar Piastri, die Situation war eigentlich aussichtslos.
Nun sind es nur noch 40, und der Weltmeister hat für diesen Sprung bloß vier Rennwochenenden benötigt. Bis zum Finale in Abu Dhabi (7. Dezember) bleiben noch fünf weitere Stationen für die Aufholjagd.

Verstappen als "Boogeyman"

"Eines der größten Comebacks aller Zeiten" sieht die englische "Daily Mail" daher kommen, anderswo beschäftigt man sich vor allem mit der Wirkung, die Verstappen mittlerweile auf seine Gegner hat. Denn das McLaren-Team mit Piastri und Lando Norris wirkt fahrig, nervös - auf der Flucht eben.
Die französische "L'Equipe" goss das am Montag - wenige Tage vor Halloween - in bunte Worte. Verstappen sei für McLaren ein "Monster" wie der amerikanische "Boogeyman", eine "mythische Kreatur, der niemand jemals begegnen möchte, nicht einmal in seinen Albträumen."

McLaren schlägt sich selbst

Das mag etwas dick aufgetragen sein, aber in der Tat liegt Verstappens Chance auch in der fehlenden Souveränität McLarens. Für den Rennstall geht es um den ersten Fahrertitel seit 17 Jahren, Piastri und Norris waren nie Weltmeister, die Fallhöhe im Saisonfinale ist groß - und das scheint zu Fehlern zu führen.
Auch der Kommandostand und die Boxencrew wirken derzeit nicht immer auf der Höhe, und die Fahrer fuhren sich im Sprint von Texas am Samstag zum wiederholten Male gegenseitig ins Auto. Piastri (24) scheint ohnehin schwer zu tragen an der WM-Führung, er wurde am Sonntag nur Fünfter, ist seit drei Rennen ohne Podestplatz.

McLaren arbeitet am Auto für 2026

Da wären also die reinen Zahlen und die individuelle Form, die für Verstappen sprechen. Aber auch ein Blick auf die Technik macht Red Bull Mut. Die Schwäche des RB21 auf bestimmten Streckentypen, die sich durch die erste Saisonhälfte gezogen hatte, scheint überwunden.
"Das ist alles weg", sagte Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko bei "Sky": "Wir müssen zu keiner Strecke mehr kommen mit dem Gedanken, dass wir gehandicapt sind." Den fortlaufenden Updates am Auto sei Dank.
McLaren dagegen hat, vielleicht im Gefühl des sicheren WM-Sieges, vor etwa zwei Monaten die Entwicklung am aktuellen Auto weitgehend eingestellt, sich stattdessen auf das neue Reglement für 2026 konzentriert. Es ist weiter sehr gut möglich, dass das am Ende gerade noch gut geht. Vielleicht aber auch nicht. Der Boogeyman kommt immer näher.
(SID)
picture

Irrer Stunt: BMX-Fahrer springt über Formel-1-Auto

Quelle: SNTV


Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung