Formel 1 | Max Verstappen fordert Vettel und Hamilton

Wird Max Verstappen in der Formel 1 womöglich zur Gefahr für die beiden Titelaspiranten Sebastian Vettel und Lewis Hamilton? Im Vorjahr in Baku noch der Hitzkopf, wirkt der 21-Jährige nun deutlich geerdeter. Kontrolle statt Hau-drauf-Mentalität, Hirn statt mit dem Kopf durch die Wand: Dieser Verstappen möchte nach einem guten Start in die Saison auch in Baku überzeugen.

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Fotocredit: Eurosport

Max Verstappen hat eine genaue Vorstellung, wie er den kommenden Sonntag in Baku verbringen möchte. "Am liebsten wäre mir ein stinklangweiliges Rennen, bei dem ich mit einer Minute in Führung liege", sagte der Red-Bull-Pilot vor dem Großen Preis von Aserbaidschan (14:10 Uhr, bei Eurosport.de im Liveticker) und fand seinen Scherz recht gelungen.
Nun weiß Verstappen aber auch, dass ein "erneut verrückter" Tag mit ordentlich Chaos und einigen Safety-Car-Phasen in den Straßen von Baku "wahrscheinlicher ist" als ein Start-Ziel-Sieg des 21-Jährigen. Doch für ordentlich Karbon-Schrott - wie noch im Vorjahr - wird Verstappen diesmal wohl kaum sorgen.
Der Hitzkopf von einst hat seine Emotionen in diesem Jahr deutlich besser unter Kontrolle - weniger Hurrastil, mehr Hirn. Und so mausert sich dieser Verstappen 2.0 langsam zu einem echten Anwärter auf den WM-Titel.

Verstappen: Mercedes-Jäger Nummer eins

"Er ist dieses Jahr drei reife Rennen gefahren", sagte sein Teamchef Christian Horner über Verstappens Entwicklung, und habe so "die Punkte maximiert".
Als WM-Dritter mit 29 Zählern Rückstand auf Lewis Hamilton ist Verstappen Mercedes-Jäger Nummer eins in Baku und liegt somit in der WM auch vor Ferrari-Star Sebastian Vettel.
Verstappen, der am Freitag im Training als Vierter einen guten Eindruck hinterließ, scheint in seiner fünften Formel-1-Saison ein kompletterer Rennfahrer geworden zu sein, der Ehrgeizling kann jetzt auch zurückstecken, wenn es nötig wird. Er fährt vielleicht nicht mehr ganz so spektakulär, aber dafür holt er Punkte. Und könnte so eine echte Gefahr für Hamilton und Vettel werden.
"Wenn du nicht schnell genug bist, musst du einfach Punkte mitnehmen", sagte Verstappen über sein neues Motto. In der Vorsaison lag der Niederländer zum gleichen Zeitpunkt nur auf WM-Rang acht, erst nach dem siebten Rennen hatte er mehr Punkte gesammelt als jetzt bereits nach drei Grands Prix. "Für uns ist es im Moment wirklich wichtig, bei jedem Resultat das Maximum zu erreichen", sagte Verstappen.

Verstappen: "Dann ist hier alles möglich"

Auf seinem Weg an die Spitze baut Verstappen auch auf den neuen Motorenlieferanten Honda. "Ich bin wirklich froh, denn sie pushen echt hart und bringen Updates. Das ist immer gut", sagte Verstappen, der von den Japanern in Baku einen neuen Verbrennungsmotor in die Antriebseinheit gebaut bekommt. Damit sind allerdings auch Startplatzstrafen im Laufe der Saison programmiert.
Auf seiner Mission sieht Verstappen darin aber kein Problem. "Ich bin glücklicher, wenn wir am Ende der Saison sagen können, dass wir die Lücke zu Mercedes und Ferrari wirklich geschlossen haben, weil wir ein paar mehr Motoren eingesetzt haben", sagte er:
Noch kann Verstappen aus eigener Kraft wohl nicht gewinnen, so sehr er sich das auch wünscht. Trotzdem ist er für das Rennen vorsichtig optimistisch. Wenn er mit seinen Ingenieuren "ein gutes Setup" findet, "dann ist hier alles möglich."
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