Verstappen, der beim Stadtrennen am Kaspischen Meer zuvor nie das Podium erreicht hatte, feierte seinen insgesamt 25. Sieg vor dem formstarken Pérez. Auf den Plätzen drei und vier landete das britische Mercedes-Duo mit Russell und Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton. Letzterer kam nach dem Rennen in einem ständig hüpfenden Auto kaum aus dem Cockpit und humpelte sichtlich angeschlagen Richtung Box.
"Heute war super, wir hatten eine gute Pace und konnten die Führung immer weiter ausbauen", sagte Verstappen: "Wir hatten auch etwas Glück mit den Ausfällen, aber es kann sich auch jederzeit wieder alles ändern." Perez haderte ein wenig mit einem nicht ganz geglückten Boxenstopp: "Das war nicht ganz optimal, aber es ist ein gutes Ergebnis für das Team."
Für Ferrari verwandelte sich eine vielversprechende Ausgangslage in das Worst-Case-Szenario: Carlos Sainz (10. Runde) sowie Pole-Setter und Titelaspirant Leclerc (21.) schieden mit technischen Defekten aus.
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"Es ist ziemlich schwierig. Es ist sehr enttäuschend, mir fehlen die Worte. Wir müssen uns das sehr genau anschauen", sagte Leclerc: "Es schmerzt." Die Roten warten trotz des wohl stärksten Motors im Feld seit über zwei Monaten auf einen Triumph. Letztmals siegte Leclerc in Australien. Verstappen baute seinen Vorsprung in der Fahrer-WM aus. Der 24-Jährige führt nun mit 21 Punkten vor Pérez. Leclerc fiel mit 34 Zählern Rückstand auf den dritten Rang zurück.

Vettel übertrifft sich selbst - Schumacher verpasst Befreiungsschlag

Baku-Spezialist Sebastian Vettel fuhr trotz eines Fahrfehlers nach einem eigentlich gelungenen Überholmanöver in der 13. Runde sein bestes Saisonergebnis ein. Der Aston-Martin-Pilot belegte am Ende den sechsten Platz und erreichte damit erneut die Punkteränge.
Mick Schumacher verpasste den erhofften Befreiungsschlag. Vom letzten Startplatz aus beendete er das Rennen zwar unfallfrei, für den ersten WM-Punkt seiner Formel-1-Karriere reichte die Aufholjagd als 14. aber längst nicht.
Die wachsende Kritik an seinen Leistungen - zuletzt auch öffentlich vorgetragen von Teamchef Günther Steiner - setzen dem Deutschen augenscheinlich zunehmend zu. Nach dem Qualifying wirkte Schumacher aufgewühlt, sprach davon, "genervt" zu sein. Steiner klagte vor dem Start über eine "Spaltung von außen". Die Lage bei Haas bleibt angespannt.

Ferraris Traum entwickelt sich zum Albtraum

Leclerc hatte sich am Samstag souverän die sechste Pole der Saison gesichert. Da diese auf der überholfreundlichen Strecke in Baku allerdings weniger wert ist als auf anderen Kursen, war das längst kein Erfolgsgarant. Die dennoch gute Ausgangslage verspielte Leclerc allerdings bereits beim Start: Perez zog vor der ersten Kurve innen vorbei, nur mit Mühe parierte Leclerc in den folgenden Runden die Attacken von Verstappen.
Der Ausfall von Sainz veränderte die Dynamik des Rennens. Leclerc kam bereits in der zehnten Runde in die Box und wechselte äußerst früh die harte Reifenmischung. Das Red-Bull-Duo blieb auf der Strecke, Perez führte das Feld vor Verstappen an, gab seinen Platz fünf Runden später aber kampflos ab.
Sämtliche taktischen Überlegungen am Red-Bull-Kommandostand im Fernduell mit Leclerc erübrigten sich kurz darauf. Aus Leclercs Ferrari stieg Rauch auf, mit einem Motorschaden musste der Monegasse seinen Boliden abstellen. Seine bittere Pechsträhne setzte sich auch in Baku fort: Schon in Barcelona streikte die Technik, in Monaco kosteten Strategiefehler den ersehnten Heimsieg - trotz jeweiliger Pole Position. Verstappen kontrollierte das Rennen in der Folge an der Spitze und fuhr ungefährdet dem Erfolg entgegen.
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