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Formel 1 - Sebastian Vettel schimpft über Ferrari-Timing: "Absolute Scheiß-Position"

"Absolute Scheiß-Position": Vettel schimpft schon wieder

15/07/2017 um 19:04Aktualisiert 15/07/2017 um 19:34

Ferrari musste im Qualifying der Formel 1 in Silverstone eine empfindliche Niederlage hinnehmen. Gegen Lewis Hamilton war für die Scuderia am Samstag absolut nichts auszurichten: 0,547 Sekunden Rückstand für Kimi Räikkönen und 0,756 Sekunden Rückstand für Sebastian Vettel sprechen eine deutliche Sprache. Während die Positionen dennoch in Ordnung sind, schimpft Vettel über seinen Kommandostand.

Die Zeiten reichten aus, um zumindest den zweiten Mercedes von Valtteri Bottas zu schlagen, der nach seiner Getriebestrafe aber ohnehin nach hinten versetzt wird.

Somit standen die Startplätze zwei und drei fast von vornherein fest, schließlich kann Red Bull auf der Strecke noch nicht mit Ferrari mithalten. Eigentlich kann man daher sagen, dass die Scuderia ihr Ziel erreicht hat und nicht von den schwierigen Bedingungen zu Sessionbeginn aus der Bahn geworfen wurde. "Am Ende haben wir das bestmögliche Ergebnis geholt", sieht es Vettel durchaus positiv.

Doch der Heppenheimer muss zugeben, dass gegen Hamilton kein Kraut gewachsen war. "Seine Zeit am Ende war sehr stark. Ihm steht die Pole-Position heute zu", sagt er. Geschlagen hatte er nicht einmal Hamiltons ersten Versuch in Q3, doch dass zumindest das möglich gewesen ist, zeigt Teamkollege Räikkönen, dem sich Vettel zum dritten Mal in dieser Saison im Qualifying geschlagen geben musste.

Vettel hadert mit Verkehr

Als Grund dafür führt der Deutsche unter anderem eine nicht ideale Aufwärmrunde an. Schon am Funk beschwerte er sich hörbar:

"Was war das auf der Outlap? Was für eine Scheiß-Position, eine absolute Scheiß-Position. Ich war viel zu nah an den Autos vor mir dran."

Damit machte er seinen Kommandostand dafür verantwortlich, nicht das richtige Timing gehabt zu haben, als man ihn auf seinen letzten Versuch schickte.

In der Pressekonferenz erklärt der Ferrari-Pilot anschließend: "Der letzte Versuch war etwas beeinträchtigt - besonders im ersten Sektor -, weil die Reifen nicht dort waren, wo sie sein sollten. Auf der Aufwärmrunde hätten sie besser sein sollen, aber ich fand mich im Verkehr wieder, wo ich zwischen drei oder vier Autos hing."

Ferrari hat sich verbessert

Trotzdem herrscht bei Ferrari generelle Zufriedenheit. Dass man im Qualifying gegen die Silberpfeile das Nachsehen haben würde, ist angesichts der bisherigen Ergebnisse keine Überraschung.

Ferraris Stärke liegt ohnehin im Rennen, und dort sah man am Freitag mit zunehmendem Reifenalter durchaus stärker aus als Mercedes. Und während die Piloten mit dem Auto gestern nicht zufrieden waren, konnte man heute einen guten Schritt machen.

"Gestern waren wir nicht glücklich mit dem Auto, doch heute Morgen war es wirklich gut", sagt Vettel und findet Zustimmung bei Teamkollege Räikkönen. "Es fühlte sich okay an", sieht es der Finne wie immer eher nüchtern:

"Die Bedingungen waren schwierig und haben sich häufig verändert, das Auto hat sich aber so gut verhalten, wie es konnte - so gut wie am ganzen Wochenende noch nicht."

Und so rechnen sich die Roten morgen im Rennen gute Chancen aus, Mercedes doch noch zu knacken: "Morgen sollte es noch besser sein", nickt Vettel. "Wir waren am Sonntag immer näher dran." Und während der Deutsche womöglich auf die WM schauen muss, bläst Räikkönen zum Angriff: "Ich habe nichts zu verlieren", sagt er. "Wir versuchen ein gutes Rennen für das Team zu fahren."