GP von Las Vegas: Max Verstappen fährt vierten WM-Titel in Folge ein - George Russell fährt ungefährdet zum Sieg

Max Verstappen hat seinen vierten WM-Titel in Folge unter Dach und Fach gebracht. Der Niederländer fuhr am Sonntag beim Grand Prix von Las Vegas auf den fünften Platz und liegt damit zwei Rennen vor Schluss uneinholbar auf Platz eins der Gesamtwertung. Der Sieg ging an George Russell (Mercedes), der Brite setzte sich vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton und Carlos Sainz (Ferrari) durch.

Max Verstappen hat seinen vierten WM-Titel in Folge eingefahren

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Max Verstappen schüttelte erleichtert den Kopf, auf dem riesigen Bildschirm der Sphere thronte der alte und neue Weltmeister über Las Vegas - ohne viel Risiko hatte er im Spielerparadies soeben die wohl komplizierteste Saison seiner Karriere gekrönt.
"Oh mein Gott", funkte er an sein Team, "was für eine Saison. Wenn wir über dieses Jahr nachdenken, was wir durchgemacht haben - danke, Leute!"
Dem Red-Bull-Piloten genügte dabei eine nüchterne Vorstellung, fehlerfrei und schnell drehte er seine Runden, wurde beim Doppelsieg von Mercedes durch George Russell und Lewis Hamilton am Ende Fünfter - und liegt nach Titeln nun gleichauf mit Sebastian Vettel. Von 2010 bis 2013 hatte der Deutsche eine solche Serie ebenfalls für Red Bull hingelegt.
Darüber hinaus ist Verstappen der fünfte Fahrer, dem vier WM-Titel in Folge gelungen sind. Zuvor vollendeten Juan Manuel Fangio (1954-1957), Vettel und Lewis Hamilton (2017-2020) dieses Kunststück. Michael Schumacher fuhr zwischen 2000 und 2005 sogar fünf Weltmeisterschaften in Folge ein.

Verstappen: "Erleichtert und sehr stolz"

"Es war ein schwieriges Jahr", blickte Verstappen im offiziellen Interview auf die vergangenen Monate zurück. "Wir haben stark angefangen, dann ist es immer härter geworden. Aber wir haben zusammengehalten."
Dieser Zusammenhalt mündete letztlich in seiner vierten WM-Krone - ein unglaublicher Meilenstein. "Jetzt im Moment fühle ich mich einfach erleichtert und sehr stolz", so der 27-Jährige.
Vor zehn Jahren absolvierte Verstappen den ersten Grand Prix seiner Karriere. Dass er einmal die Königsklasse des Motorsports auf eine solche Art und Weise dominieren würde, hätte er sich nie erwartet. "Ich war froh, überhaupt dabei zu sein und vielleicht einmal um Podien und Siege zu fahren. Das ist schon schwierig zu erreichen. Jetzt hier als viermaliger Weltmeister zu stehen, ist einfach unglaublich."
Trotz der ungewohnt hohen Konkurrenz in dieser Saison, behielten Verstappen und Red Bull einen kühlen Kopf - auch wenn das nicht immer einfach war. "Es war eine sehr herausfordernde Saison, auch als Mensch. In dieser Saison habe ich einige Lektionen gelernt und bin sehr stolz darauf, wie wir als Team mit der Situation umgegangen sind. Das ist eine besondere WM."
Der Umstand, dass Mercedes am Sonntag in einer eigenen Klasse unterwegs war, sollte seine Stimmung aber nicht trüben. "Heute ist das okay", schmunzelte er im Interview bei "Sky".

McLaren lässt seine Stärken vermissen

Verstappens erneuter Triumph geriet nicht mehr in Gefahr, weil Rivale McLaren weit von der Form entfernt war, die das Team in den vergangenen Monaten ausgezeichnet hatte. Lando Norris, der in Las Vegas zwingend Punkte hätte gutmachen müssen, wurde nur Sechster.
Schon vor den abschließenden Rennen in Katar (1. Dezember) und Abu Dhabi (8. Dezember) ist nun alles entschieden. Hinter den bemerkenswert starken Mercedes holte Carlos Sainz im Ferrari den dritten Rang. Nico Hülkenberg fuhr als Achter in die Punkte.
Die eigentliche Entscheidung, das war das Gefühl der vergangenen drei Wochen, war schon Anfang November in Brasilien gefallen: Psychologisch und auch mit Blick auf die WM-Punkte. Verstappen war dort von Startplatz 17 zum Sieg gerast, Norris dagegen von der Pole Position auf Rang sechs abgerutscht - und der über Monate schrumpfende Vorsprung war plötzlich wieder riesig.
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Lando Norris beim Grand Prix von Las Vegas

Fotocredit: Getty Images

Das zuvor durchaus realistische Szenario - Norris fängt den Serien-Weltmeister im Endspurt ab - war seither nur noch theoretisch möglich. Und zur Unzeit für den Engländer war McLaren in Las Vegas auch noch die Stärke der vergangenen Wochen abhandengekommen. Nur Startplatz sechs hinter dem ebenfalls wenig beeindruckenden Red Bull von Verstappen - den Ton im Qualifying gaben eindeutig Mercedes und Ferrari an.
Und so gingen beide Protagonisten recht entspannt in dieses Rennen. Verstappen konnte kaum noch verlieren - und Norris, nach Brasilien "ziemlich am Boden", hatte kaum noch etwas zu gewinnen. "Am besten müssen wir natürlich vor Max landen, aber das ist gar nicht unser Hauptziel", sagte er vor dem Start bei "Sky": "Wir wollen einfach so viele Punkte wie möglich holen."

Red Bull geht Mercedes-Tempo mit

Beide gingen zudem mit einigen Fragezeichen in das Rennen, in den Trainings hatten sowohl Red Bull als auch McLaren teilweise Probleme mit den Bedingungen. Der kalte Asphalt in der Nacht von Las Vegas ist eine Herausforderung für die Reifen, die nur im richtigen Temperaturfenster wie gewünscht arbeiten. "Ich weiß es nicht, ich weiß nicht, wie schnell wir sind und wie wir mit den Reifen klarkommen", sagte Verstappen daher: "Wir schauen einfach und geben unser Bestes."
Am Start hielten sich beide schadlos, in der Folge sah es dann tatsächlich zunächst nach einem Schneckenrennen aus. Beide benötigten einige Runden, um an Pierre Gasly vorbeizukommen. Der Alpine-Pilot hatte sich völlig überraschend Startplatz drei gesichert, galt im Rennen aber als leichte Beute für die Topteams.
Neun Runden vergingen, bis Verstappen und Norris vorbei waren - danach allerdings ergab sich ein klareres Bild: Der Red Bull war nach dem Mercedes das schnellste Auto im Feld.

Norris lässt zu viel Zeit liegen

Auch beide Ferraris brachen nach gutem Start ein, Verstappen ging recht problemlos an Charles Leclerc und Sainz vorbei und war nun Zweiter hinter Russell. Norris dagegen kämpfte, musste Rekordweltmeister Lewis Hamilton im anderen Mercedes ziehen lassen und lag nur auf Rang sechs.
Früh im Rennen hatte das gesamte Feld gestoppt, doch während Russell vorne seine Kreise drehte und auch die Verfolger Verstappen, Sainz und Leclerc immer schneller wurden, verlor Norris Runde für Runde Zeit.
"Der rechte Vorderreifen sieht aus, als würde er sich bald verabschieden", funkte er kurz vor der Rennhalbzeit an die Box. Und so sah es dann auch im weiteren Rennverlauf aus. Verstappen musste sich sowohl Hamilton als auch den Ferraris beugen - konnte das aber verschmerzen. Als alter und neuer Weltmeister raste er ins Ziel.

Red Bull in Monza am Tiefpunkt

Ein Szenario, mit welchem Helmut Marko vor einigen Monaten noch nicht unbedingt gerechnet hat. "In Monza habe ich gezweifelt", gab der Red-Bull-Motorsportberater im Anschluss an das Rennen bei "Sky" zu. "Doch dann haben wir es gedreht. Und das heutige Rennen war einfach eine taktische Meisterleistung."
Meisterleistungen sind für Verstappen mittlerweile der Alltag, sein furioser Auftritt beim Grand Prix von Brasilien - als er von Platz 17 zum Sieg raste - ist nur ein Beispiel von vielen.
"Trotz aller Schwierigkeiten hat er immer das Maximum aus dem Auto geholt, keinen einzigen Unfall gebaut. Und das selbst in einer Phase, als wir mit Blick auf den Speed nur die vierte Kraft im Feld waren", unterstrich Marko die Qualitäten seines Schützlings.
Wenn der Titel eingetütet ist, darf sich der Blick auch schon auf die kommende Saison richten. "Wenn man auf das nächste Jahr schaut, kann man einen Kampf zwischen mehreren Autos erwarten", so Verstappen. "Ich bin immer noch hungrig, aber genieße das erst einmal. Nächstes Jahr werden wir wieder frisch angreifen."
(SID)
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Wahnsinn in São Paulo: Verstappen triumphiert im Regen

Quelle: Eurosport


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