GP Monaco: Neue Regeln für das Fürstentum - endlich mehr Spannung auf der viel kritisierten Formel-1-Strecke?

Langeweile am Rennsonntag ist in Monaco seit jeher ein Problem, Überholen ist eben kaum möglich in den engen Straßen des Fürstentums an der Côte d'Azur. Nun hofft die Formel 1, eine Lösung gefunden zu haben. Eine regelrechte "Lex Monaco" soll für mehr Spannung auf der Strecke sorgen. Eine kleine Regelrevolution, die es nicht für jeden Fahrer im Feld unbedingt gebraucht hätte.

Vielen zu langweilig: Die ikonische Rennstrecke in Monaco

Fotocredit: Getty Images

Max Verstappen wäre wohl ganz gerne mal in einen Helikopter gestiegen, mit denen, die in der Formel 1 etwas zu sagen haben.
Er hätte dann eine Runde über seiner Wahlheimat Monaco gedreht und nach neuen Kurven und längeren Geraden für die Rennstrecke Ausschau gehalten. "Wenn sie mich nach meiner Meinung fragen, dann schaue ich gerne, was möglich ist", das hat der Weltmeister längst klargestellt.
Denn mit dem ikonischen Grand Prix in Monaco ist es ja leider Jahr für Jahr folgendermaßen: "Das Wochenende ist wirklich cool, die Szenerie großartig", sagt Verstappen, "nur das Rennen am Sonntag ist leider ein bisschen langweilig."
Wenn die Formel 1 nach Monaco kam, stellten daher selbst die prominentesten Vertreter immer wieder diese Frage: Lässt sich in den engen Straßen des Fürstentums vielleicht doch noch ein Schlenker einbauen, der Überholmanöver erlaubt? Ein neuer Abschnitt am Wasser etwa, zwischen Mirabeau-Kurve und Tunnel, mit DRS-Zonen und harten Bremspunkten.

Neue Vorschrift: Mindestens zwei Reifenwechsel

Vor der nächsten Ausgabe am kommenden Sonntag rücken diese Gedanken nun allerdings in den Hintergrund - denn die Rennserie hat tatsächlich etwas anderes unternommen gegen die Langeweile.
Der neue Ansatz ist deutlich weniger spektakulär, als es ein neues Streckenstück wäre: Jeder Fahrer muss beim Rennen in Monaco von nun an mindestens zwei Reifenwechsel vornehmen, diese Pflicht gibt es bei keinem anderen Grand Prix. Es ist eine Lex Monaco, eine kleine Regelrevolution in der Königsklasse.
Die Formel 1 erhofft sich davon einen weniger voraussehbaren Rennausgang, mehr Positionswechsel durch unterschiedliche Strategien - einen echten Grund also, das Rennen am Sonntag anzuschauen.

Grand Prix 2024 von allen Seiten heftig kritisiert

Der Druck, irgendetwas zu unternehmen, war vor einem Jahr noch einmal gestiegen: Beim Grand Prix 2024 nämlich hatte ein ganz früher Unfall für eine Unterbrechung gesorgt, diese nutzten alle Piloten für den einen, verpflichtenden Reifenwechsel - und fuhren dann bis zum Rennende durch.
Um die Reifen zu schonen, taten sie das ziemlich gemächlich. Überholt wird man in Monaco eben auch bei langsamer Fahrt nicht.
Neben Verstappen tat auch Lewis Hamilton seine Langeweile kund, ebenso wie die Teamchefs Christian Horner (Red Bull) und Toto Wolff (Mercedes).
Es gibt allerdings auch diejenigen, die Monaco so akzeptieren, wie es ist. "Ich war nicht grundsätzlich der Meinung, dass etwas passieren muss", sagte Nico Hülkenberg am Donnerstag im Fürstentum: "Überholen war hier schon immer schwierig."

Hülkenberg über Monaco: "Lenkrad kaum mal gerade"

Er sei nun aber "offen dafür, Neues zu probieren. Ich bin gespannt, ob das zünden wird", sagte der Sauber-Pilot. Die Faszination ziehe der Kurs an der Côte d'Azur ohnehin aus anderen Dingen.
"Du musst hier aus der Komfortzone gehen, mit den Limits und den Leitplanken spielen", sagte Hülkenberg: "Auch kein anderer Straßenkurs hat das, hier musst du wirklich durchgehend arbeiten. Wir haben kaum einen Moment, in dem das Lenkrad mal gerade ist."
Allein das Qualifying am Samstag, der Kampf um Hundertstelsekunden, wird dadurch verlässlich zur echten Attraktion - auch für den TV-Zuschauer.
In diesem Jahr soll auch das Rennen zumindest ein bisschen spannender werden, etwas für Strategie-Liebhaber eben. Überholmanöver wird es auch weiterhin kaum geben. Dafür bräuchte es tatsächlich ein bisschen mehr Straße in Monaco.
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(SID)
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Quelle: Perform


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