GP von Monaco: Kimi Antonelli in Monte-Carlo in eigener Sphäre unterwegs - Mercedes-Shootingstar träumt von WM-Titel

Kimi Antonelli ist am vergangenen Sonntag ein Meilenstein der außergewöhnlichen Art gelungen: Mit nur 19 Jahren vollendete der Shootingstar von Mercedes einen Grand Slam - und das ausgerechnet beim prestigeträchtigen Grand Prix von Monaco. Der Italiener eilt in der Formel 1 von einem Eintrag in die Geschichtsbücher zum nächsten und bringt selbst die großen Namen des Sports ins Schwärmen.

Kimi Antonelli hat sich in Monte-Carlo zum Sieger aufgeschwungen

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Ein rebellisches Gemüt gehört bei der emotionalen Grundausstattung eines Protegés einfach dazu.
Selbst auf das mehrmalige Bitten via Boxenfunk seitens seines Renningenieurs Peter "Bono" Bonnington und seines Förderers Toto Wolff wollte sich der beim Grand Prix von Monaco längst an der Spitze enteilte Andrea Kimi Antonelli nicht einbremsen lassen. In den engen Straßen des Fürstentums folgte eine schnelle Runde auf die nächste - und Erinnerungen an einen ebenso rebellischen Sebastian Vettel vor 13 Jahren wurden wach.
Doch während der viermalige Weltmeister sich damals als Zweitplatzierter nur aufgrund von "satisfaction" gegen die Anweisung seines Teams auflehnte, vollendete Antonelli dank seiner Jagd durch Monte-Carlo einen Meilenstein für die Ewigkeit.
Als jüngstem Fahrer der Geschichte gelang dem 19-jährigen Italiener ausgerechnet im prestigeträchtigsten Rennen der Formel 1 der Grand Slam aus Pole Position, ununterbrochener Führung über die gesamte Distanz und Sieg. Die Welt des Motorsports liegt dem Teenager längst zu Füßen und es stellt sich die Frage: Wohin führt Antonelli dieser Weg?

Antonelli brilliert im Fürstentum wie ein Altmeister

Klar: In den vergangenen Jahren verlor der Grand Prix von Monaco für den interessierten Zuschauer abseits von Prominenz, Glamour und Glanz an Attraktivität. Die immer breiter werdenden Autos verhinderten auf den engen Straßenzügen vermehrt echtes Racing, ohne unvorhersehbare Safety-Car-Phasen war Spannung außerordentlich rar gesät.
Trotzdem galt Monte-Carlo immer als Spielplatz der großen Namen und Reifeprüfung für die angehenden Superstars: Wer hier bestehen will, muss mit der Last von Druck und Geschichte zurechtkommen. Im monegassischen Zwergstaat trennen sich die schnellen Fahrer von jenen, die dazu bestimmt sind, Geschichte zu schreiben.
Spätestens seit Sonntag gehört Antonelli zu letzteren.
In seinem zweiten Jahr in der Formel 1 düpierte der Shootingstar aus Bologna die Konkurrenz zum wiederholten Male. Während große Namen wie Max Verstappen, Lando Norris und Charles Leclerc die Zielflagge nicht sahen, grüßte er neben Rekordweltmeister Lewis Hamilton (Ferrari) und Isack Hadjar (Red Bull) von der obersten Stufe des Podests.
Aus italienischer Sicht kennt die Euphorie keine Grenzen: Zwei aufeinanderfolgende Siege gab es für die motorsportverliebte Nation zuletzt in den 1950er-Jahren dank Alberto Ascari, die fünf Erfolge am Stück durch Antonelli bedeuten daher eine neue Dimension.

Antonelli wie einst Senna - doch Wolff bremst

Vor 73 Jahren krönte sich Ascari am Ende der Saison zum letzten Weltmeister aus dem Stiefelstaat. Die Sehnsucht nach der WM-Krone ist daher unermesslich groß. Eine Parallele zu Legende Ayrton Senna nährt die Hoffnungen weiter.
Die mit der brasilianischen Ikone untrennbar verbundene Startnummer 12 ziert nämlich auch den Boliden von Antonelli. "Mit der Startnummer 12 hier zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes", wurde er nach dem Rennen von der "Gazzetta dello Sport" zitiert. Doch abheben will Antonelli nicht.
Zwar liegt er mit einem Vorsprung von 66 Punkten auf Hamilton unangefochten an der Spitze der Fahrerwertung, "aber wir sind erst beim sechsten Rennen. Wir müssen genauso weitermachen."
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Andrea Kimi Antonelli krönte sich zum jüngsten Monaco-Sieger

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Worte, welche zum rebellischen Raubtier auf der Strecke so gar nicht passen mögen - umso mehr aber zu seinem Mentor.
"Was Kimi leisten kann, ist etwas Besonderes. Er hat das Auto und seine eigenen Emotionen vollkommen unter Kontrolle", schwärmte Wolff von seinem Schützling. "Er verliert nicht die Ruhe, wenn der Fahrer hinter ihm nur eineinhalb Sekunden entfernt ist, denn er ist in der Lage, sein Tempo anzupassen und den Vorsprung wieder auszubauen. Das ist wirklich unglaublich."
Ob der künftige Weltmeister zurzeit für die Silberpfeile an den Start geht, darauf wollte sich der österreichische Teamchef nicht festlegen. "Wir bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden, denn das Jahr ist noch lang. Wir müssen mit großer Demut weitermachen, denn Rennen können auch schlecht laufen."

Antonelli löst Hamilton ab: "Hat nicht viel zu verlieren"

Eine solche Phase erlebt George Russell, der von seinem neun Jahre jüngeren Teamkollegen regelrecht vorgeführt wird. Im selben Auto wirkt Antonelli einfach schneller, präziser und schärfer - was auch Hamilton ins Auge stach.
Der 41-Jährige, der von Antonelli als einst jüngster Monaco-Sieger abgelöst wurde, geriet nach dem Rennen mit Blick auf seinen Nachfolger im Mercedes ins Schwärmen. "Er war einfach unglaublich und hat einen phänomenalen Job abgeliefert", so Hamilton. "Ich bin so dankbar, dass ich mit ihm diesen Moment teilen konnte."
Auch beim anstehenden Grand Prix in Barcelona (12. bis 14. Juni) scheint niemand Antonelli auch nur ansatzweise nahekommen zu können. "Ich habe einfach das Gefühl, völlig mit dem Auto eins zu sein", meinte der Fahrer der Stunde und sandte damit ein deutliches Signal an die Konkurrenz.
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Toto Wolff und Kimi Antonelli bejubeln den Sieg in Monaco

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Für die außergewöhnliche Souveränität, welche Antonelli mit lediglich 19 Jahren auf der Strecke präsentiert, hat Wolff eine simple Erklärung. "Sein junges Alter macht die Sache vielleicht sogar einfacher", sagte er im Interview mit "F1 TV".
"Man denkt nicht so viel darüber nach. Er hat nicht viel zu verlieren und hätte nie erwartet in dieser Situation zu sein - und die Weltmeisterschaft anzuführen", merkte Wolff an. "Ich glaube, er vertraut einfach seinem Instinkt und lässt es laufen."
Vor einem Jahr noch war die Entscheidung des Österreichers, den blutjungen Burschen aus Norditalien ins kalte Wasser zu werfen und auf Hamilton folgen zu lassen, kritisch beäugt worden. Mittlerweile spricht man in der Formel 1 bereits vom nächsten Max Verstappen, wie auch Hans-Joachim Stuck im exklusiven Interview mit Eurosport hervorhob.
Im Vergleich mit dem Niederländer wäre Antonelli bei einem möglichen WM-Triumph satte fünf Jahre jünger. Doch seit seinem historischen Grand Slam in Monaco ist der Name des Italieners auch ohne Titel nicht mehr aus der Geschichte der Formel 1 wegzudenken.
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GP Monaco: Gewinnt wieder der Pole Setter?

Quelle: Perform


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