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F1 Österreich: Antonelli schießt Verstappen beim Red-Bull-Heimspiel ab - der reagiert überraschend gelassen
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Update 29/06/2025 um 18:08 GMT+2 Uhr
Max Verstappen wird beim Red-Bull-Heimspiel in Österreich schon in der ersten Runde von Mercedes-Rookie Kimi Antonelli abgeschossen - ein Debakel für seinen Rennstall. Nach dem Unfall gibt sich der Weltmeister jedoch überraschend zahm. Antonelli entschuldigte sich aber auch sofort. Der WM-Titel scheint für den Niederländer ohnehin nicht mehr im Fokus zu stehen - so realistisch ist er.
Formel 1: Kimi Antonelli (Mercedes) schießt Weltmeister Max Verstappen (Red Bull) in Österreich 2025 ab
Fotocredit: Getty Images
Eine Kollision zwischen Mercedes-Fahrer Andrea Kimi Antonelli und Red-Bull-Fahrer Max Verstappen hat beide früh aus dem Rennen genommen. Beim zweiten Startversuch zum Österreich-Grand-Prix 2025 in Spielberg sind Andrea Kimi Antonelli im Mercedes und Max Verstappen im Red Bull nach einer Kollision in der Startrunde ausgeschieden.
Auslöser für den Crash in der Spitzkehre (Kurve 3) war Antonelli: Er reagierte in der Anfahrt zu spät auf die Bremsmanöver der vor ihm fahrenden Autos, zog nach innen und verbremste sich so schwer, dass er geradeaus rutschte und mit Verstappen kollidierte.
Antonelli schildert die Szene im "Sky"-Gespräch so: "Ich habe nicht unbedingt zu spät gebremst, aber als ich gebremst habe, musste ich natürlich hart bremsen, weil ich hinter anderen Autos war. In dem Moment habe ich die Hinterräder blockiert und konnte das Auto einfach nicht mehr verzögern, weil die Hinterachse blockiert war und ich das Auto verloren habe."
Er habe dann noch Lawson ausweichen müssen, "aber da war es schon zu spät", meint Antonelli: "Dann haben auch die Vorderräder angefangen zu blockieren, und anstatt langsamer zu werden, habe ich das Auto im Prinzip beschleunigt. Das Auto hat also immer mehr Geschwindigkeit aufgenommen und der Crash war unvermeidlich."
Antonelli bestraft - "Großer Fehler"
Die FIA reagierte schnell nach dem Rennen und bestrafte den Mercedes-Piloten: In Silverstone muss er nächste Woche drei Plätze in der Startaufstellung nach hinten. Die Sportkommissare erkannten "jedoch auch an, dass es sich nicht um ein klares Divebomb-Manöver handelte, sondern um die Folge eines Ausweichversuchs nach dem Blockieren der Räder", hieß es im Urteil.
"Ich fühle mich wirklich sehr schlecht für das Team und natürlich auch für Max, weil er in dem Moment einfach nur Passagier war", sagte Antonelli noch. Der Italiener hatte erst beim vergangenen Rennen in Kanada mit P3 sein bisher bestes Formel-1-Ergebnis erzielt.
Der Zwischenfall sei ein "großer Fehler" seinerseits gewesen, räumt Antonelli ein. "Aber jetzt müssen wir nach vorne schauen und uns auf Silverstone konzentrieren. Und dann müssen wir sehen, ob es eine Strafe gibt oder nicht." Die Situation wird nach dem Grand Prix durch die Sportkommissare untersucht.
Beide Fahrzeuge waren nach dem Unfall zu beschädigt, um weiter am Rennen teilnehmen zu können: Bei Antonelli war die Vorderrad-Aufhängung kaputt. Bei Verstappen hatte die Hinterrad-Aufhängung gelitten, außerdem war der Antrieb ausgefallen.
Verstappen wird laut am Funk - aber nur dort
Noch in der Auslaufzone bei Kurve 3 kam es daraufhin zu einem ersten kurzen Austausch zwischen Antonelli und Verstappen, wobei Antonelli sein spätes Bremsmanöver zu erklären schien. Verstappen wirkte gefasst. Weder gab es große Gesten, noch wurde es laut rund um die beiden Unfallgegner.
Zuvor hatte Verstappen noch gefunkt: "Ich bin raus. Verrückt, wie ich da erwischt wurde! Diese Scheißidioten!"
"Ich habe ihn einfach gefragt, was passiert ist, weil er das einzige Auto war, das da mit mir war und bei dem das Rad abhing", schildert er im Nachhinein. "Also dachte ich: Okay, ich bin mir ziemlich sicher, dass er mich getroffen hat."
Entschuldigung von Antonelli
Als Verstappen die Aufnahmen später sah, wurde ihm auch klar, was passiert war. Einen Vorwurf will er dem Rookie aber nicht machen: "Sowas passiert halt. Jeder Fahrer hat in seiner Karriere schon mal so einen Fehler gemacht. Und Kimi ist ein großes Talent - er wird daraus lernen. Alles gut", sagt der Niederländer.
Antonelli war noch während des Rennens zu Red Bull in die Hospitality gekommen, um sich zu entschuldigen. "Das ist natürlich nett von ihm, aber für mich war die Sache eh schon erledigt", sagt Verstappen: "Ich habe gesehen, was passiert ist, und niemand macht sowas absichtlich. Sowas kann eben vorkommen."
Für den Red-Bull-Piloten war es diesmal eben einfach Pech, dass es ihn erwischt hat. "Natürlich ist das nicht das, was man sich wünscht. Am Ende des Tages bin ich selbst am meisten enttäuscht", meint er: "Aber das ist eben auch Racing. Wir hatten hier viele schöne Momente - vielleicht waren wir dadurch etwas verwöhnt. Manchmal ist das eben so."
Später meinte er bei "Sky" noch vielsagend: "Wir kämpfen eh nicht um die WM." Helmut Marko sprach die Wahrheit noch schonungsloser aus. "Das war ein schwarzer Tag", sagte der Motorsportberater: "Wenn nicht etwas ganz Außergewöhnliches passiert, müssen wir davon ausgehen, dass die WM dahin ist."
Erster Verstappen-Ausfall seit 2024
Dennoch war es für ihn besonders schmerzhaft, weil es ausgerechnet beim Red-Bull-Heimspiel in Österreich war, wo er immer besonders gut war. "Schmerzhaft wegen der Fans, klar. Aber ich sehe das nicht so", winkt er ab: "Wir hatten hier viele Erfolge, aber jedes Jahr ist anders - die Autos ändern sich, die Reifen auch."
"Man kann nicht sagen: 'Wir waren die letzten Jahre gut hier, also sind wir jetzt auch gut.' Es gibt so viele Faktoren, die stimmen müssen, damit man konkurrenzfähig ist. Und an diesem Wochenende haben wir es offensichtlich nicht geschafft", so der Niederländer.
Für WM-Titelverteidiger Verstappen ist es der erste Ausfall seit Australien 2024, als er aus technischen Gründen nicht die Zielflagge sah. Sein jüngster nicht-technisch bedingter Ausfall datiert aus der Saison 2021, als er beim Italien-Grand-Prix mit Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton kollidierte. Die aktuelle Kollision ereignete sich mit Hamiltons Nachfolger.
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