Mattio Binotto dämpft Erwartungen: Audi weicht von Dreijahreszielsetzung bei Formel-1-Comeback ab

Audi hat offiziell angekündigt, seine ambitionierte Dreijahreszielsetzung für den Formel-1-Einstieg zu lockern. Ursprünglich plante das Team, in nur drei Jahren zur Spitze der Königsklasse aufzuschließen, doch die aktuelle Realität stellt dieses Vorhaben in Frage. Der kürzlich engagierte Mattia Binotto, ehemaliger Ferrari-Teamchef, wurde als Technischer Direktor geholt, um den Prozess zu leiten.

Mattia Binotto

Fotocredit: Getty Images

Binotto, der die Situation offen analysiert, betont den hohen Aufwand, der für einen Aufbau nötig ist: "Der Unterschied ist groß", so der Italiener, der von deutlichen Herausforderungen in Bezug auf Infrastruktur und Personal spricht.
Laut Binotto fehlt es Audi derzeit an vielen grundlegenden Faktoren, um mit den Spitzen-Teams der Formel 1 mithalten zu können. Neben einer zu geringen Mitarbeiterzahl sind es vor allem die Werkzeuge und Ressourcen, die Audi im Vergleich zu Konkurrenten wie Red Bull und Ferrari zurückwerfen.
Der 54-Jährige deutet an, dass die technische Ausstattung bei Audi-Sauber nicht dem Standard entspricht, den er aus seiner Zeit bei Ferrari kennt: "Es sind die kleinen Details, die entscheidend sind", erklärt er, und fügt hinzu, dass ein langfristiger Ansatz notwendig sei.
Die Herausforderung sieht Binotto allerdings als spannende Aufgabe, und er schätzt den Umfang des Projekts als sogar größer ein, als ursprünglich erwartet. Während er bei Ferrari auf bereits solide Strukturen zurückgreifen konnte, wird bei Audi eine neue Basis geschaffen. Binotto spricht davon, ein Team mit einer klaren Kultur und langanhaltendem Spirit zu entwickeln.

Ralf Schumacher: Was Audi auch helfen würde

Ein möglicher Ansatz, um die Begeisterung im Heimatmarkt zu steigern, könnte der Einsatz eines deutschen Fahrers sein. In diesem Kontext bringt Sky-Experte Ralf Schumacher Mick Schumacher ins Gespräch: "Ich glaube, Begeisterung würde Audi sowieso helfen, weil der Einstieg bis jetzt alles andere als glücklich verlief", so Schumacher.
Mick Schumacher scheint zwar als Kandidat in Erwägung gezogen zu werden, doch ob Audi ihn wirklich verpflichtet, bleibt offen. "Natürlich ist Mick einer der Kandidaten, aber ich würde gerne mal in die Köpfe reinschauen", ergänzt Ralf Schumacher.
Für Audi bleibt der Weg in die Formel-1-Spitze weiterhin ein herausfordernder Prozess, in dem klare Prioritäten gesetzt werden müssen. Laut Binotto geht es nun darum, Schritt für Schritt eine Basis aufzubauen, die langfristig Erfolg ermöglicht. Der Weg dorthin wird jedoch länger und intensiver sein, als ursprünglich erwartet.
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Quelle: Eurosport


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