Doch was war überhaupt passiert? Mick Schumacher meinte, er sei "nicht großartig schneller als im Freien Training" an die Box gefahren. Er habe dann ein "stehendes Rad gehabt", und "da hält das Auto auch nicht schneller an".
Kurzum: Schumacher fuhr leicht über den eigentlichen Standplatz vor der Haas-Garage hinaus und fürchtete anschließend, er könnte seine Mechaniker verletzt haben.
Laut Haas-Teamchef Günther Steiner war diese Sorge aber unbegründet: "Der Mann am Wagenheber vorne ist ein ganzer Kerl. Er hat schon schlechtere Boxenstopps als diesen hier erlebt. Er steht schon seit fünf Jahren auf der Position und hat schon mehr dergleichen gesehen." Es sei "alles gut", versicherte Steiner.
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Um wie viel Schumacher den Standplatz verfehlt hatte, das vermochte der Teamchef nicht zu sagen. Er meinte nur: "Es war nicht viel. Ansonsten wäre der Mann am Wagenheber die Boxengasse runtergeflogen. Ich schätze, es waren ein paar Millimeter, nicht viel mehr."

Steiner lobt Schumacher für Auftritt in Barcelona: "Hat es sehr gut gemacht"

Und abgesehen von dieser Szene habe sich Schumacher in Barcelona gut verkauft. "Der Start war sehr gut. Mick hat vier oder fünf Positionen gutgemacht. Das hat er sehr gut gemacht", fasste Steiner zusammen: "Hoffentlich hat er das jetzt gelernt und macht es immer so!"
Tatsächlich hielt Schumacher anfangs im Grand Prix für einige Runden den 16. Platz, mit fortlaufender Renndauer aber fiel der Formel-1-Neuling wieder zurück. Er habe sich jedoch "konstant" auf der Strecke bewegt, lobte Steiner. "Es war halt nicht mehr drin."
"Am Ende der Geraden wurde er von den Autos überholt. Da kannst du nichts tun. Wenn der andere auf der Geraden schneller ist, dann kommt er vorbei. Unsere Autos wurden sogar vor der Bremse überholt, so groß war der Überschuss."
Und so bleibe eine gewisse Enttäuschung zurück, meinte Steiner, zumal nach dem guten Start von Schumacher, aber die gewonnenen Positionen seien eben schnell wieder weg gewesen.

Schumacher frustriert über Boxenstopp: "Hat allen ein Schreck eingejagt"

"Nach einem solchen Rennwochenende kann man nicht sagen, dass man zufrieden ist. Andererseits muss man auch das Gute sehen", sagte Steiner. "Beide Autos sind im Ziel, keine Schäden, alles gut. Wir haben also wieder einige Runden hingekriegt und [die Fahrer haben] dazugelernt. So gesehen sind wir zufrieden."
Schumacher selbst gab sich hauptsächlich aufgrund des Boxenstopps "frustriert" und meinte bei "Sky": "Der hat, glaube ich, allen ein bisschen ein Schreck eingejagt hat. Mir auch. Müssen wir analysieren, was da passiert ist. Aber: Hauptsache, es geht den Jungs gut."
Auch er sei zufrieden mit dem Start. Alles andere müsse die Analyse zeigen, "wie wir das auch [anders] hätten machen können oder sollen", so Schumacher. "Ich glaube, im Endeffekt haben wir wieder viel gelernt, die Zielflagge gesehen. Und das war das Wichtigste."
Dass er gerade zu Rennbeginn mit den Autos vor ihm habe kämpfen können, verbuche er als positive und "interessante" Erfahrung.

Schumacher schafft die zwölftschnellste Rennrunde

Und am Ende steht sogar die zwölftschnellste Rennrunde für Schumacher, worauf Steiner aber nicht zu viel geben wollte: "Da muss man auch gut schauen. Ich weiß nicht, wann die Runde gefahren wurde, mit wie viel Benzin und so."
Es war Runde 54 und damit vier Umläufe, nachdem Schumacher noch einmal frische Reifen geholt hat. Doch Steiner wollte die Leistung nicht überbewerten: Vielleicht hätten andere Fahrer mit frischen Reifen keine freie Bahn gehabt und so keine Gelegenheit, die Pneus auszunutzen.
"Ich weiß es nicht ganz genau", sagte Steiner. "Ich würde aber auch nicht sagen, die zwölftschnellste Rennrunde ist ein Rückschluss auf seinen Speed. Wir wissen alle, dass er schnell fahren kann, aber ich würde das nicht so nehmen, weil das wäre nicht korrekt."
Unterm Strich hätten Schumacher und Masepin eben das Mögliche getan, wobei Schumacher zum vierten Mal wesentlich schneller war als der Teamkollege und im Ziel knapp 50 Sekunden Vorsprung hatte. Trotzdem landete er nur einen Platz vor Mazepin. "Mit unserem Auto", erklärte Steiner, "ist im Moment eben nicht viel mehr drin."

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