Lehren aus dem GP von Spanien: Nico Hülkenberg beflügelt Sauber - Das Feuer in Max Verstappen brennt noch immer

Der Grand Prix von Spanien in Barcelona wird von einem Ausraster von Weltmeister Max Verstappen überschattet, der in der Schlussphase des Rennens George Russell rammt. Die Zehn-Sekunden-Strafe, die der Niederländer für das Manöver erhält, werfen ihn weit zurück. Der Vorfall zeigt aber auch, dass das Feuer im Red-Bull-Piloten immer noch heiß brennt. Die Lehren aus dem Rennen in Barcelona.

Nico Hülkenberg überraschte in Barcelona als Fünfter

Fotocredit: Getty Images

Auch wenn McLaren mit Oscar Piastri und Lando Norris den erwarteten Doppelsieg beim Großen Preis von Spanien feierte, hatte es das Rennen doch in sich. Max Verstappen war dank einer aggressiven Reifenstrategie drauf und dran, zumindest den letztlich zweitplatzierten Norris noch abzufangen.
Erst das Safety Car nach dem Aus von Kimi Antonellis Mercedes knapp elf Runden vor Schluss zerstörte den Plan von Red Bull für den Weltmeister, der wie Piastri und Norris noch einmal an die Box kam, aber anders als seine Konkurrenten nur noch auf die ungeliebten harten Slicks wechseln konnte.
Nachdem das Rennen wieder freigegeben war, verlor der Niederländer zuerst seinen dritten Rang an Ferrari-Pilot Charles Leclerc und im Anschluss auch noch völlig die Nerven, was ihm eine empfindliche Zeitstrafe einbrachte und weitere Positionen im Klassement kostete.
Die Lehren aus dem Großen Preis von Spanien in Barcelona.

Max Verstappen

Der Weltmeister will so gerne weiter die Hauptrolle in der Formel 1 spielen, aber vermutlich nicht auf diese Weise. Der Doppelsieg McLarens, der ja auch ziemlich erwartbar war, rückte in Spanien völlig in den Hintergrund, alles schaute bloß auf den Ausraster Max Verstappens.
Der Red-Bull-Pilot hatte sich nach dem Rennen zwar wieder im Griff, sprach mit klarem Blick allerdings völlig reuelos über seinen Rammstoß gegen George Russell.
Der Vorfall spät im Rennen war wohl Frust über Platz zehn, die verlorene Siegchance, er zeigte, wie wichtig Verstappen nach vier WM-Titeln auch der fünfte Triumph noch ist.
49 Punkte liegt er nun schon hinter Spitzenreiter Oscar Piastri. Und der Crash von Barcelona könnte im Kampf um das große Ziel noch weitere schwere Folgen haben: Verstappen ist nur noch einen Strafpunkt von einer Rennsperre entfernt.

George Russell

Dass es ausgerechnet George Russell war, der die Nase von Verstappens Red Bull abbekam, ist irgendwie kein Zufall. Der Engländer geriet in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Weltmeister aneinander, er scheint auch zu wissen, welche Knöpfe er bei Verstappen drücken muss.
Am Sonntagabend dozierte er gut gelaunt darüber, dass sein Konkurrent solche Aktionen doch gar nicht nötig habe, er sei so ein "toller Fahrer", müsse sich aber auch seiner Vorbild-Funktion bewusst sein.
"Das ist einfach schade", sagte Russell. In dieser Saison, die so sehr im Zeichen McLarens steht, könnte sich das zu einem interessanten Duell um Rang drei entwickeln: Russell liegt nach seinem vierten Platz nur noch 26 Punkte hinter Verstappen.

Nico Hülkenberg

Sauber galt ein Jahr vor der Verwandlung ins Audi-Werksteam eigentlich als klarer Kandidat für den letzten Platz. So waren die Eindrücke vor der Saison, die Realität sieht nun allerdings anders aus - und das hat sehr viel mit Nico Hülkenberg zu tun.
Der 37-Jährige holte einen völlig überraschenden fünften Platz, zehn Punkte also für den Rennstall, der normalerweise um jeden einzelnen hart kämpfen muss.
Damit ist Sauber in der Team-WM erstmal Achter von zehn Teams. Und wirken die Updates wie erhofft, dann könnte es so weitergehen.
Selbst die Plätze sechs und sieben sind nicht völlig außer Reichweite, es geht dabei um viel Geld für den Rennstall. Hülkenberg spielt dabei weiter eine wichtige Rolle. "Ich meine, gebt ihm die Chance zu strahlen, und er tut es", sagte Teamchef Jonathan Wheatley.

Oscar Piastri

Die Formel 1 beschäftigte sich nicht allzu sehr damit, aber Oscar Piastri ist das vermutlich recht. Der fünfte Saisonsieg brachte dem Australier nach schwierigen Wochen wieder eine etwas weniger wacklige WM-Führung vor seinem Teamkollegen Lando Norris.
Zehn Punkte sind es nach neun Rennen nun. Piastri freute sich kurz, aber nicht zu sehr, da war er also wieder, der "Ice Boy" - noch ist ja tatsächlich nichts gewonnen. Alles deutet nun auf ein langes Privatduell mit Norris hin.
(mit SID)
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Quelle: Perform


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