Motorsport-Total.com
Großer Preis von Spanien: Fernando Alonso kritisiert Entwicklung der Formel 1 - zu wenig fahrerische Herausforderung
Von
Publiziert 13/09/2026 um 13:32 GMT+2 Uhr
Dass sein Pressesprecher schneller durch die Schlüsselstelle La Monumental auf dem Kurs in Madrid fahren könnte als Max Verstappen, darf laut Fernando Alonso nicht sein: Der Spanier kritisiert, dass das aktuelle Formel-1-Reglement zu wenig fahrerische Herausforderung bietet und verweist insbesondere auf den Großen Preis von Spanien, dessen Streckenprofil dadurch überhaupt nicht zur Geltung käme.
Fernando Alonso ist von Fahrerlebnis in Formel 1 nicht begeistert und fordert Veränderungen
Fotocredit: Getty Images
"Wir können nicht bis 2031 warten, um wieder einen echten Sport zu haben", sagt Fernando Alonso und erneuert die Kritik am aktuellen Formel-1-Reglement, das seiner Meinung nach zu viel von der fahrerischen Herausforderung wegnimmt.
Denn die neue Strecke in Madrid biete laut ihm einige Besonderheiten, die mit den aktuellen Autos jedoch überhaupt nicht zum Tragen kommen.
"Es ist in gewisser Weise traurig, mit dieser Fahrzeuggeneration auf eine so tolle Strecke wie diese zu kommen", sagt der Aston-Martin-Pilot. Er greift sich vor allem die Kurvenkombination 10 bis 12 rund um die beeindruckende "La Monumental" heraus und beschreibt die Probleme mit einem besonderen fahrerischen Vergleich.
"Der fahrerische Einfluss beschränkt sich darauf, dass selbst Michael durch 10-12 fahren könnte", verweist er auf seinen neben ihm stehenden Pressesprecher Michael Clayton, weil man ohne Batterieentladung einfach voll auf dem Gas bleibt.
Verstappen kann nicht den Unterschied machen
"Irgendwann setzt dann die elektrische Energie ein, und man ist an den Ausgängen schnell. Aber in der Formel 1, oder im Motorsport generell, sollte es in Kurve 10-12 doch so laufen: Wenn Michael mutiger ist als ich, ist er schneller. Wenn ich die besseren fahrerischen Fähigkeiten habe, bin ich schneller als er", sagt Alonso. "So sollte das Qualifying aussehen."
"Aber jetzt geht es nur noch darum, wie viel SoC ("State of Charge"/Batterieladung; Anm. d. Red.) ich habe - davon hängt es ab, ob ich schneller oder langsamer fahre", kritisiert er.
"Es kann nicht sein, dass Michael schneller ist als Max Verstappen, nur weil er mehr Batterie hat", betont er. "Denn 10-12 ist so eine unglaubliche Kurvenpassage. Da muss es doch ein Max Verstappen sein, der im Vergleich zu Michael den Unterschied ausmacht. Und im Moment ist das einfach nicht möglich."
Alonso selbst möchte diesen Umstand dringend ändern und spreche deswegen auch jede Woche mit Formel-1-Boss Stefano Domenicali. "Denn die Formel 1 kann so nicht weitermachen", stellt er klar. "Wir können nicht bis 2031 warten, um wieder einen echten Sport zu haben."
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/09/13/image-a8407983-b494-4f64-90cb-f0d88fe236ff.jpeg)
Ein Blick auf den neuen F1-Kurs in Madrid
Fotocredit: Getty Images
Alonso scheitert wieder in Q1
"Ich sehe es also auch als meine Verantwortung an, ihnen mit meiner Erfahrung dabei zu helfen, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um Dinge wie in Kurve 10-12 zu ändern."
Aber auch Alonsos eigene sportliche Situation ist für den zweimaligen Weltmeister in Madrid alles andere als zufriedenstellend. Mit Platz 18 scheiterte er wieder einmal am Einzug in Q2 und war lediglich schneller als die beiden Cadillac, auch wenn er die Hürde gegen Williams um weniger als eine Zehntelsekunde verpasste.
"Ich habe da auch eine ganz klare Stelle im Kopf", wo er die notwendige Zeit verlieren würde. Wieder einmal sind es die Geraden, die für das Paket von Aston Martin und Honda die größten Zeitfresser waren. "Aber so ist es im Moment nun einmal", hadert er. "Es ist natürlich enttäuschend, schon wieder in Q1 rauszufliegen, selbst mit einer guten Runde auf einem Stadtkurs."
"Wenn ich auf Zandvoort zurückblicke: Das war unser stärkstes Wochenende, wo wir am Sonntag Neunter wurden. Da waren wir im Qualifying 20. und lagen, glaube ich, eine halbe Sekunde hinter Williams. Dass wir jetzt trotz unseres Defizits auf den Geraden nur ein Zehntel zurückliegen, bedeutet also, dass wir in den Kurven sehr schnell waren."
Das könnte Dich auch interessieren: Tausendstelkrimi! Norris sichert sich die Pole in Madrid
(Direkt zu motorsport-total.com)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/09/01/image-7cfb91ea-db75-4ce2-bca1-397edc1012f5-85-2560-1440.jpeg)
Sonderlackierung: Ferrari ehrt Schumacher bei Formel-1-Rennen in Monza
Quelle: SID
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung