Es war 22.02 Uhr am Sonntagabend, Vettel längst wieder zu Hause in der Schweiz, als die Rennleitung ihr Urteil sprach: Disqualifikation, keine Punkte für den Heppenheimer. Und Platz zwei erbte ausgerechnet der, der Mitleid hatte: Hamilton rückte vor, sein Vorsprung auf Titelrivale Max Verstappen beträgt nun schon acht WM-Punkte.
Und das alles nur wegen eines Messfehlers? Im Aston Martin des viermaligen Weltmeisters konnten bei der Prüfung nach dem Rennen nur 0,3 Liter Benzin entnommen werden, gefordert ist aber mindestens ein Liter. Der Weltverband FIA tat, was er laut Reglement tun musste - und schickte Vettel mit einem Dämpfer in die vierwöchige Sommerpause.
Nur ein kleines bisschen Hoffnung bleibt, für Aston Martin sind diese 18 Punkte für Rang zwei schließlich eine ganze Menge. "Wir hatten noch 1,44 Liter Benzin im Tank", sagte Teamchef Otmar Szafnauer zu "Motorsport-Magazin.com": "Über die Fuel Flow Meter wissen wir genau, wie viel wir verbraucht haben. Weil wir die Startmenge deklarieren müssen, können wir das so auch beweisen."
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Das Team zieht nun einen Protest in Erwägung und hat 96 Stunden Zeit für eine offizielle Verkündung. Dass der Einspruch erfolgreich wäre, ist aber unwahrscheinlich. Und so bleibt nach der leichten Enttäuschung über Rang zwei - Sensationsgewinner Esteban Ocon hatte im Alpine alle Angriffe tapfer abgewehrt - wohl Frust über das technische Malheur.
Und Vettels Disqualifikation hatte eben auch Auswirkungen auf den WM-Kampf. "Hamilton erfüllt seine Mission und entreißt Verstappen den Thron", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Hamilton kämpft mit Corona-Folgen

Denn Weltmeister Hamilton sammelte als Zweiter im Gegensatz zum neuntplatzierten Verstappen kräftig Punkte. Nach dem Rennen klagte Hamilton allerdings über gesundheitliche Probleme und sprach erstmals über die Folgen seiner Corona-Erkrankung im Dezember.
"Ich mühe mich seit Ende des letzten Jahres, gesund zu bleiben. Das ist immer noch ein Kampf", sagte der Engländer: "Ich habe bislang noch mit niemandem darüber gesprochen, doch ich glaube, dass die Effekte immer noch spürbar sind. Der Grad an Müdigkeit ist schon anders, es ist eine Herausforderung."
Für Vettel gab es indes noch ein weiteres, kleineres Ärgernis. Das ganze Wochenende in Ungarn hatte er Zeichen für Toleranz gesetzt - und verstieß damit gegen kleinteilige Regeln des Weltverbandes FIA. Denn Vettel trug vor dem Rennen ein Regenbogen-Shirt mit der Aufschrift "Same Love", das durfte er, allerdings nicht während der Nationalhymne. Und so gab es auch dafür noch eine Verwarnung.
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(SID)

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