GP von Ungarn: Sergio Pérez ist sich selbst der größte Feind - Red Bull und die Frage nach dem Nachfolger

Sergio Pérez (Red Bull) hat beim Grand Prix von Ungarn einen rabenschwarzen Tag erlebt - mal wieder. Im Qualifying am Samstag flog der Mexikaner in Kurve acht von der Strecke ab, sein Bolide musste mithilfe eines Krans von der Strecke gehievt werden. Die Schlinge um Pérez' Hals zieht sich immer weiter zu. Dabei ist sich der Vizeweltmeister von 2023 selbst der größte Feind.

Sergio Pérez ist im Qualifying am Hungaroring in Q1 ausgeschieden

Fotocredit: Getty Images

"Checo ist eine Legende", "Ein absolutes Tier" - Lobeshymnen, die noch von der Saison 2021 herrühren, als Pérez dank seiner defensiven Qualitäten Verstappen zum WM-Titel verholfen hatte. Sätze, die der einstige "Verteidigungsminister von Mexiko" seit Monaten nicht mehr zu Ohren bekommt.
Mittlerweile liest sich Pérez' Vita nämlich wie eine Tragödie auf vier Reifen: Platz 8, DNF, DNF, Platz 8, Platz 7, Platz 17. In den vergangenen sechs Rennen erreichte der 34-Jährige einen Tiefpunkt nach dem anderen. Und wie das Qualifying am Hungaroring offenbarte, ist er noch längst nicht am Boden angelangt.
"Es war ein wirklich schlechtes Timing", blickte Pérez auf seinen Crash in Q1. "Zu diesem Zeitpunkt regnete es an dieser Stelle etwas stärker und ich glaube, als ich einbog, berührte ich ein wenig den Randstein - und es war auf der feuchten Seite." Daraufhin verlor er die Kontrolle und war "im Grunde nur noch Passagier".
Regen hin oder her: Zum fünften Mal in den vergangenen sieben Qualifyings war Pérez mit dem Auto des amtierenden Konstrukteursweltmeisters nicht in Q3 vertreten, zum vierten Mal im selben Zeitraum schaffte er es nicht einmal in den zweiten Abschnitt. Während man es bei den ersten Ausrutschern noch auf etwaiges Unglück schieben konnte, gehen dem sechsmaligen Grand-Prix-Sieger allmählich die Argumente aus. Immer Pech ist nun mal eben auch Unvermögen.

Pérez macht sich selbst Druck

Und dessen ist sich Pérez selbst auch bewusst. "Es darf nicht noch einmal passieren", unterstrich er mit Blick auf die prekäre Situation, in welche er reingeschlittert ist.
Sein Cockpit erweist sich zurzeit nämlich als der heißeste Stuhl auf dem Grid, ein derartiges Tief vor der Sommerpause kostete schon manchen Red-Bull-Piloten seinen Platz.
Teamchef Christian Horner hielt sich hinsichtlich einer möglichen Trennung von Pérez, der erst Anfang Juni eine Vertragsverlängerung bis 2026 unterschrieben hat, bedeckt. "Zunächst einmal ist es gut, dass es ihm gut geht, denn es war ein ziemlich großer Unfall", erklärte der Brite gegenüber "F1 TV" und schob nach: "Aber es ist eine große Schande."
Die Bedingungen seien "natürlich schwierig, aber die sind für alle gleich", merkte Horner an. "Das Auto ist ihm einfach entglitten. Leider hat es ziemlich viel Schaden angerichtet."
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Christian Horner und Sergio Pérez

Fotocredit: Getty Images

Marko verweigert Pérez-Bekenntnis - doch wer kann's besser?

Dr. Helmut Marko, Motorsportberater bei Red Bull, stellte sich nach dem erneuten Debakel von Pérez nicht vor den Pechvogel. "Wir bleiben bei unserem Vorgehen und warten das nächste Rennen in Spa-Francorchamps noch ab. Dann setzen wir uns zusammen und schauen, was wir machen werden", vermied der Österreicher ein Bekenntnis.
Im Hintergrund scharren bereits einige Fahrer mit den Hufen - doch wer kann es eigentlich besser?
Der Stern von Daniel Ricciardo ist nach wie vor noch nicht aufgegangen, Yuki Tsunoda fiel in den vergangenen Tagen nur mit Worten auf.
Auf eine mögliche Beförderung des Neuseeländers Liam Lawson angesprochen, reagierte der Japaner angefasst. "Wenn sie Liam nehmen würden, wäre das komisch. Liam hat im Simulator gute Arbeit abgeliefert, aber ich denke, ich habe mehr geleistet als er", so Tsunoda.
Auf seine Worte ließ er aber nur dürftige Taten folgen. Am Samstag sorgte der 24-Jährige wie auch Pérez für eine Rote Flagge, in Q3 setzte er seinen Racing Bull in die Bande.
Aussicht auf Besserung bietet ein Rauswurf von Pérez also nicht unbedingt. Trotzdem scheint Lawson der Favorit im Rennen um die Nachfolge der Nummer zwei hinter Weltmeister Max Verstappen zu sein. Immerhin beeindruckte der 22-Jährige im vergangenen Jahr für fünf Rennen am Steuer des Alpha Tauri, letztens überzeugte er auch bei einem Testeinsatz im RB20 in Silverstone.
"Lawson hat nicht nur den Test, sondern auch viel Simulator-Arbeit gemacht", gab Marko einen Einblick. "Er ist sicher ein Kandidat, falls es zu einer Wahl kommen sollte."
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Quelle: Perform


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