Mit einem verschmitzten Lächeln schaute Lewis Hamilton sich das Feuerwerk an, der Nachthimmel über Katar leuchtete für den Sieger - und auch die Chancen auf den WM-Titel strahlten nach einem seiner souveränsten Siege in diesem Jahr plötzlich hell wie lange nicht.
"Es war ganz schön einsam da vorne", sagte der Mercedes-Star lachend, "aber wir haben diese Punkte dringend gebraucht." Rivale Max Verstappen im Red Bull wurde Zweiter, 25 Sekunden Rückstand hatte er am Ende eines einseitigen Rennens. Nur auf der kilometerlangen Geraden bekam er Hamilton manchmal kurz zu Gesicht.
Umso enger geht es nun in der Fahrer-WM zu: Noch zwei Läufe in Saudi-Arabien (5. Dezember) und Abu Dhabi (12. Dezember), noch acht Punkte Abstand, das Saisonfinale wird das engste seit Jahren sein.
Grand Prix Katar
Rückschlag im WM-Duell: Verstappen in Katar strafversetzt
21/11/2021 AM 12:55
"Es war bisher eine wahnsinnig harte Saison", sagte Hamilton, "jetzt wieder in dieser Position zu sein, ist unglaublich. Ich fühle mich fitter als jemals, die beiden Rennen können kommen." Der achte WM-Titel, der alleinige Rekord vor Michael Schumacher, ist wieder völlig realistisch - dabei wirkte Hamilton vor einigen Wochen beinahe geschlagen.

Verstappen kann in Saudi-Arabien Weltmeister werden

"Ich wusste, dass es in diesem Jahr bis zum Ende hart bleiben würde", sagte Verstappen, "aber das ist doch schön, so wollen wir es haben." Eine Strafe hatte ihn schon vor Rennbeginn zurückgeworfen, Platz zwei war "Schadensbegrenzung", wie sein Teamchef Christian Horner sagte. Immerhin: Rechnerisch kann Verstappen seinen ersten WM-Titel schon in Saudi-Arabien perfekt machen.
Dritter wurde Altmeister Fernando Alonso, der im Alpine damit sein erstes Podium seit 2014 schaffte. "Ob ich das genieße? Scheiße, ich habe so lange darauf gewartet", sagte der sichtlich aufgekratzte Spanier.
Sebastian Vettel spielte indes keine große Rolle in Katar. Der Aston-Martin-Pilot fiel durch einen frühen Fehler weit zurück, schaffte es als Zehnter aber immerhin noch in die Punkte. Mick Schumacher kam im Haas-Boliden als 16. ins Ziel.

Horner kritisiert FIA harsch

Im Titelkampf war der Ton neben der Strecke schon in den vergangenen Wochen merklich rauer geworden, und auch am Rennsonntag sah Red Bull Anlass zum Ärger. Verstappen hatte im Qualifying unter Gelber Flagge nicht ausreichend verlangsamt, kassierte dafür die erwartbare Fünf-Plätze-Strafe für die Startaufstellung.
Bei Red Bull allerdings empfand man das als "brutal, im WM-Kampf ist das ein massiver Schlag", sagte Teamchef Horner in Richtung der Rennleitung. Die Formel 1 brauche "Erwachsene, die erwachsene Entscheidungen treffen."
Am Start stand also Hamilton ganz vorne, Verstappen nur auf sieben, unter umgekehrten Vorzeichen war das eine ähnliche Situation wie sieben Tage zuvor in Brasilien, als Hamilton letztlich gewann. Und auch dieses Mal sollte es nicht lange dauern, bis die Titelrivalen wieder unter sich waren.

Hamiltons Sieg nie gefährdet

Verstappen benötigte nur fünf Runden, um im Rückspiegel des Weltmeisters aufzutauchen. Nun allerdings zeigte sich Hamiltons Geschwindigkeitsvorteil: Der Engländer konnte seinen Vorsprung ausbauen, lag bald fast zehn Sekunden vor Verstappen, der seinerseits über abbauende Reifen klagte. Red Bull gab ihm die harten Reifen - und Hamilton wollte am liebsten noch eine Weile weiterfahren.
Mercedes ging allerdings kein Risiko und kopierte die Strategie der Rivalen. Nur eine Runde später bekam auch Hamilton harte Reifen und war nicht ganz glücklich. "Dieser Stopp kam viel zu früh", funkte er an die Box.
Doch die Taktik ging auf, Verstappen konnte zu keinem Zeitpunkt Druck aufbauen. Auch die zweiten Stopps brachten keine Spannungsmomente, Hamiltons Vorsprung war einfach zu groß. Verstappen sicherte sich kurz vor Rennende nach einem erneuten Reifenwechsel immerhin den Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde.
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