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Russische Rakete
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Publiziert 01/04/2011 um 10:51 GMT+2 Uhr
Er sieht aus wie ein Boxer und ist fast groß wie ein Basketballer - eigentlich hat Witali Petrow nichts in der Formel 1 zu suchen, wenn er nicht ein so guter Pilot wäre. Der Russe rockt die Formel. Spätestens in den letzten beiden Rennen hat er sich in der Königsklasse einen echten Namen gemacht.
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Die einen lieben ihn, die anderen würden gerne auf ihn verzichten. Der "WM-Macher" von 2010 spaltet die Formel 1 in zwei Lager.
Während ihm Sebastian Vettel am liebsten ein Denkmal errichten würde, hält Fernando Alonso nicht soviel von Petrow. Beim Saisonfinale 2010 in Abu Dhabi blockte der Russe den WM-Gesamtführenden aus Spanien über 40 Runden ab und vermasselte Alonso somit den Titelgewinn.
Zähneknirschen bei "Quick Nick"
Der Lohn war eine geballte Faust und die überschäumende Wut des Ferrari-Piloten, der seine WM-Hoffnung im letzten Saisonrennen begraben und Vettel somit den Titel überlassen musste. Alonso war aber nicht nur sauer auf sich und sein Team, sondern auch darauf, dass ausgerechnet ein "Nobody" die Schlüsselrolle im WM-Finale spielte.
Mittlerweile kennt jeder die "Russische Rakete", die mit 1,85 Meter nicht nur äußerst groß für einen Formel-1-Piloten, sondern auch noch sehr schnell ist. Nach dem tragischen Rallye-Unfall von Robert Kubica glaubten nicht viele daran, dass er bereits nach seinem 20. Rennen die Nummer 1 bei Renault werden kann.
Denn mit Nick Heidfeld holten sich die Franzosen einen mehr als erfahrenen Piloten ins Team, der nach dem Saisonauftakt in Australien völlig konsterniert auf die starke Leistung von Petrow reagierte. "Ich hätte nicht gedacht, dass er so stark ist", meinte "Quick Nick" mit einem leichten Zähneknirschen.
Petrow: "Bin hier, um zu kämpfen"
Beim ersten Rennen der Saison 2011 katapultierte sich Petrow hinter Vettel und Lewis Hamilton aufs Podium und holte Platz drei in Australien. "Für mich war er ein echtes Highlight. Es war sehr beeindruckend, wie er ein fehlerfreies, tolles Rennen gefahren ist", so F1-Experte Hans-Joachim Stuck gegenüber eurosport.yahoo.de.
Spätestens nach dem Grand Prix in Melbourne dürften ihn auch die Kritiker auf der Rechnung haben, denn Petrow ist nicht nur körperlich ein Riese. Das wissen auch seine russischen Sponsoren, die ihm im Hinblick auf das erste WM-Rennen in Sotschi 2014 den Rücken freihalten wollen.
Dann soll Petrow in der Formel 1 um den Titel mitfahren und Russlands erster F1-Weltmeister werden. "Ich bin in der Formel 1, um zu kämpfen, mit jedem anderen Fahrer. Und ich habe gezeigt, dass ich kämpfen kann", erklärte der Mann aus Wyborg unweit der finnischen Grenze.
Vom "Bezahlfahrer" zum Dauergast
Die Einstellung und der Kampfgeist stimmen. Aber vielleicht wäre Petrow gar nicht in der "Königsklasse" gelandet, wenn er in Finnland zur Welt gekommen wäre. Dann hätten Alonso und Heidfeld ihre Ruhe und der 26-Jährige würde mit seinem Rallye-Auto durch die skandinavischen Wälder jagen.
Aber Petrow wollte immer in die Formel 1, auch wenn ihm die wenigsten eine aussichtsreiche Zukunft zugetraut hätten. Nach beachtlichen Ergebnissen in Rallyesprint- und Eisrennen, dem Gewinn des Lada Cups 2002 sowie der GP2-Vizemeisterschaft 2009 will Petrow sein Gastspiel in der "Königsklasse" zum Daueraufenthalt machen und zeigen, dass er nicht nur ein "Bezahlfahrer" ist.
TV-Tipp:
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