Respekt ja, Angst nein

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ist von Sebastian Vettels Leistung und Entwicklung beeindruckt, aber im Titelrennen sieht er noch alle Chancen für seine beiden Piloten. "Sebastian ist sehr stark, er fährt besser denn je und macht keine Fehler", sagte der Brite vor dem Großen Preis von Monaco.

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"Aber wenn wir einen guten Job machen, können wir Red Bull schlagen. Wir wollen Rennen und die WM gewinnen", so Whitmarsh weiter.
Lewis Hamilton (77 Punkte) liegt als erster Verfolger vor dem sechsten Saisonlauf am Sonntag schon 41 Zähler hinter Vettel (118). Sein Teamkollege Jenson Button (61) weist als WM-Vierter gar 57 Punkte weniger auf als der enteilte Deutsche. Whitmarsh schreckt das nicht. Es sei "noch zu früh", die WM als vorzeitig entschieden zu beurteilen, versicherte er. Er räumt sogar den Konkurrenten von Ferrari, MercedesGP und Renault noch Chancen ein.
Monaco: McLaren voller Zuversicht
Whitmarshs Hoffnungen auf eine Wende im WM-Kampf beruhen auch auf der beeindruckenden Vorstellung zuletzt in Spanien. Die letzten 15 Runden hatte Hamilton in Barcelona Vettel erbarmungslos gejagt, konnte ihn aber nicht mehr von der Spitze verdrängen. "Es gab Rennen, wo wir das schnellere Auto hatten, aber nicht die notwendige Startposition", sagte Whitmarsh.
Für Zuversicht sorgt auch die McLaren-Bestmarke in Monte Carlo: Bereits 15 Mal hat ein Pilot des britischen Traditionsteams den prestigeträchtigen Glamour-Grand-Prix gewonnen. Hamilton 2008 und Button 2009, damals allerdings im Brawn-Mercedes, triumphierten jeweils in ihrem Titeljahr im Fürstentum an der Côte d'Azur.
Als weiteren Trumpf stuft Whitmarsh die fahrerische Klasse und Gleichwertigkeit des Duos Hamilton/Button ein. "Wir haben keinen Nummer-1-Fahrer", versicherte der frühere Maschinenbauingenieur. "Wir haben zwei Weltmeister, die sich gegenseitig schlagen wollen und enormen Respekt voreinander haben." In der Tat endeten im Vorjahr selbst heikle Duelle zwischen den beiden immer ohne Unfälle - im Gegensatz zu den teilweise tölpelhaften Attacken der beiden "Roten Bullen" Vettel und Mark Webber.
"Noch größer, noch besser"
Während Whitmarsh als Teamchef nur die McLaren-Interessen im Auge hat, muss er sich als Vorsitzender der Teamvereinigung FOTA um die Gesamtinteressen der zwölf Rennställe kümmern. "Die Formel 1 ist fantastisch. Ich wünsche mir, dass wir diesen Sport noch größer, besser und beeindruckender machen", beschrieb er seine Ziele.
Dabei kommt das massive Interesse von Rupert Murdoch und der italienischen Investmentgruppe Exor an einer Übernahme der kommerziellen Formel-1-Rechte der FOTA entgegen. "Das ist gut", räumte Whitmarsh ein. Der Medien-Mogul und das vom Agnelli-Enkel John Elkann geführte Finanzunternehmen planen den Kauf der milliardenschweren Rechte vom aktuellen Besitzer CVC Capital Partners.
Whitmarsh stört dabei nicht, dass Elkann als Fiat-Präsident auch für Ferrari steht. "Wir haben da keine Paranoia wegen der Eigentumsverhältnisse", versicherte der 53-Jährige und wies auf das gute Verhältnis zwischen den beiden wichtigsten Rennställen der Grand-Prix-Geschichte hin.
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