GP von Saudi-Arabien: Huthi-Rebellen greifen Ölraffinerie in der Nähe der F1-Strecke an

Jemenitische Huthi-Rebellen haben in der Nähe der Formel-1-Rennstrecke in Dschidda eine Ölraffinerie angegriffen und damit die Sorgen um die Sicherheit beim Großen Preis von Saudi-Arabien vergrößert. Während des ersten freien Trainings auf dem Jeddah Corniche Circuit war nach einer Explosion plötzlich eine große Rauchwolke zu sehen, es roch nach verbranntem Öl.

Feuer nach einem Angriff der Huthi-Rebellen in Dschiddah

Fotocredit: Imago

"Wir haben mehrere Angriffe mit Drohnen und ballistischen Raketen durchgeführt", teilten die Huthi-Rebellen in einer Erklärung mit, darunter sei die Anlage in Dschidda gewesen und "wichtige Einrichtungen" in der Hauptstadt Riad. Die Raffinerie in Dschidda liegt weniger als 20 Kilometer entfernt von dem Stadtkurs.
Die Teamchefs und Fahrer trafen sich zu einer Krisensitzung, der Start des zweiten freien Trainings wurde um 15 Minuten nach hinten verschoben.
Die Tatsache, dass Ferrari-Pilot Charles Leclerc - wie schon im ersten Training - die Bestzeit fuhr, geriet ob des Rebellen-Angriffs zur Nebensache. Mit 1:30,074 Minuten drehte der 24-Jährige klar die schnellste Runde, Weltmeister Max Verstappen lag schon über eine Zehntelsekunde zurück (+01,40 s).
Lewis Hamilton hatte als Fünfter sogar knapp eine halbe Sekunde Rückstand, Mick Schumacher landete in seinem Haas auf Rang 13 (+1,095). Nico Hülkenberg, der im Aston Martin erneut Sebastian Vettel wegen dessen Coronavirus-Infektion vertrat, auf Platz 16 (+1,541).

Trotz Anschlag - keine Absage des Rennens

Doch das Ergebnis interessierte am Freitagabend kaum noch jemanden, zu bedrückend war die Lage nach den Geschehnissen während des ersten Trainings. Denn da hatten Huthi-Rebellen ganz in der Nähe der Strecke in Dschidda eine Ölraffinerie angegriffen.
Wie unter anderem die BBC und Sky UK berichteten, wurde nach hitzigen Diskussionen aber auch von den Piloten die Entscheidung gefasst, das Rennwochenende fortzusetzen. Das dritte freie Training ist am Samstag für 15.00 Uhr MEZ (Sky) angesetzt, zuvor ist routinemäßig um 12.30 Uhr eine Pressekonferenz mit ausgewählten Teamchefs (u.a. Mattia Binotto/Ferrari) anberaumt.
"Die Behörden haben bestätigt, dass die Veranstaltung wie geplant fortgesetzt werden kann", hatte die Formel 1 am Freitagabend zunächst mitgeteilt. Anschließend empfingen Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali, FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem und die lokalen Behörden die Fahrer und Teamchefs.
"Wir haben die volle Zusicherung erhalten, dass für das Land die Sicherheit an erster Stelle steht", erklärte Domenicali nach diesem Treffen. Die saudischen Verantwortlichen hätten "alle notwendigen Systeme eingerichtet, um diesen Bereich, die Stadt und die Orte, an denen wir fahren, zu schützen. Aus diesem Grund werden wir die Veranstaltung fortsetzen."

Huthi-Rebellen nehmen Ölkonzern ins Visier

Die Huthi-Rebellen aus dem Jemen greifen aus dem Nachbarland immer wieder Ziele in Saudi-Arabien an, zuletzt vor einer Woche mit einer Rakete und Drohnen.
Dabei wurde auch eine Anlage des Ölkonzerns Aramco in Dschidda getroffen, an einem Öltank brach Feuer aus. Das Staatsfernsehen hatte zudem berichtet, die Luftabwehr habe ein "feindliches Geschoss" über Dschidda abgefangen.
Raketen- und Drohnenangriffe der jemenitischen Miliz sind in der Region keine Seltenheit. Vor knapp zwei Wochen war eine Ölraffinerie in der saudiarabischen Hauptstadt Riad von einer Drohne angegriffen worden. Die Huthis bekannten sich dazu. Die Rebellen greifen häufig Flughäfen und Öleinrichtungen in Saudi-Arabien an, das Land ist einer der größten Ölexporteure der Welt.
Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen.
In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben bereits rund 380.000 Menschen getötet, Millionen weitere mussten flüchten.
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(SID)
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Der F1-Saisonstart in Bahrain: Alle Fragen und Antworten

Quelle: SID

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