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Netflix erntet Kritik für "Drive To Survive" - DTM-Chef Gerhard Berger bezeichnet Doku-Serie als "sehr fake"
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Publiziert 24/03/2022 um 15:52 GMT+1 Uhr
Die vierte Staffel der Netflix-Dokuserie "Drive To Survive", die die Formel-1-Saison 2021 abbildet, kommt nicht überall gut an. Jüngster Kritiker ist DTM-Chef Gerhard Berger, der die Art und Weise, wie Netflix den Sport darstellt, als "sehr amerikanisch" und "sehr fake" kritisiert hat. CEO Stefano Domenicali versucht indes zwischen dem Konzern und verärgertden Fahrern zu vermitteln.
Die Netflix-Serie sorgte wieder für Aufsehen.
Fotocredit: Getty Images
Berger steht mit seiner Kritik aber nicht allein da. Max Verstappen verweigert Aufnahmen für die Serie, weil seiner Meinung nach "Fake-Rivalitäten erfunden werden, die in Wirklichkeit gar nicht existieren", und selbst Lando Norris, mit neuen Medienkanälen sonst durchaus affin, meinte zuletzt, dass einige Szenen der neuen Staffel "ganz sicher fehl am Platz" seien.
Die Kritik bezieht sich auf angebliche Rivalitäten, die künstlich hochstilisiert werden, oder auch auf verzerrte Darstellungen der Realität. Nicht nur einmal werden zum Beispiel Rennszenen mit Funksprüchen überdramatisiert, die in Wirklichkeit in ganz anderen Situationen und in einem ganz anderen Kontext abgesetzt wurden.
Berger tut sich daher "wahnsinnig schwer" mit "Drive To Survive" und gibt zu, dass er "diese Dokumentationen eigentlich nicht gern" mag. Netflix mache zwar in Amerika "einen super Job" für die Formel 1, um ein neues Publikum zu erschließen. Aber für die österreichische Formel-1-Legende, die heute die DTM leitet, sei die Darstellung "sehr amerikanisch und auch sehr fake".
"Das ist nicht die Formel 1, die ich kenne", kritisiert Berger. Teilweise, sagt er, habe er Geschichten gesehen, bei denen er selbst dabei war und sich anschließend dachte: "Ich kann mich gar nicht dran erinnern, dass es mal so gewesen sein soll!" Daher steht er den von Netflix gezeigten Inhalten offen "ein bisschen kritisch gegenüber".
Domenicali will vermitteln
Kritik, die sich die Macher der Formel 1 jetzt zu Herzen nehmen. Stefano Domenicali möchte Gespräche mit allen Beteiligten führen, um die Bedenken im Hinblick auf "Drive To Survive" aus der Welt zu schaffen, denn: "Es steht außer Frage, dass das Netflix-Projekt sehr positive Auswirkungen hat", so der CEO.
"Um das Interesse eines neuen Publikums zu entfachen, wurde ein Ton eingesetzt, der sich womöglich darauf konzentriert hat, die Story etwas zu dramatisieren. Das ist eine Chance, aber man muss das richtig verstehen. Wir haben bei einem Treffen in Bahrain mit den Teams schon einmal darüber gesprochen."
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Verstappen am Ziel seiner Träume: Der Weg zum WM-Titel
Quelle: SID
Ganz konkret soll in Staffel 5, die voraussichtlich Anfang 2023 erscheinen wird, auch Verstappen wieder zu sehen sein. Domenicali: "Ein Fahrer, der sich weigert teilzunehmen, weil er seiner Meinung nach nicht richtig dargestellt wird, ist nicht konstruktiv. Wir müssen darüber reden, wie man das Format ändern kann, damit er es als korrekt empfindet."
"Wir werden aber auch mit Netflix reden, denn es ist notwendig, dass die Story sich nicht von der Realität entfernt. Sonst passt es nicht mehr. Wir werden das gemeinsam mit den Fahrern angehen. Wir müssen sicherstellen, dass ein Projekt mit so positiver Traktion eine Sprache spricht, die weiterhin begeistert, aber ohne das Image unseres Sports zu beschädigen."
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