Red Bull - Max Verstappen optimistisch bei Verbesserungen am RB20: Das Schlimmste der Saison 2024 liegt hinter uns

Max Verstappen hat in einem Interview erklärt, dass Red Bull die Probleme am RB20 zeitnah behoben glaubt. Der dreimalige Weltmeister sieht die Talsohle der Saison überwunden. Der Niederländer sprach zudem über die jüngsten Probleme am Auto des dominanten Teams der vergangenen Jahre, einen tatsächlichen Grund für die Verschlechterung konnte aber auch der 27-Jährige nicht liefern.

Max Verstappen in einer Medienrunde beim GP von Singapur

Fotocredit: Getty Images

Als Max Verstappen in Bahrain die Ziellinie mit 22 Sekunden Vorsprung überquerte, herrschte im Fahrerlager Einigkeit darüber, dass die Formel-1-Saison 2024 einen ähnlichen Verlauf wie die beiden vorangegangenen Saisons nehmen würde.
Sechs Monate später sieht die Realität jedoch ganz anders aus. Red Bull hat sich bei der Entwicklung des RB20 in die falsche Richtung bewegt, und die Konkurrenz, angeführt von McLaren, hat immense Fortschritte gemacht. Red Bull wurde viel früher eingeholt, als es irgendjemand in Bahrain für möglich gehalten hätte.
"Am Anfang war ich auch überrascht, aber wenn man sich unsere Probleme anschaut, dann verstehe ich das vollkommen", sagte Verstappen im Gespräch mit der globalen Ausgabe von "Motorsport.com".
"An einem Punkt sind wir in die falsche Richtung gegangen. Andere Teams haben diesen Punkt entweder noch nicht erreicht oder das Auto auf eine andere Weise entwickelt."

Verstappen: Probleme früh bemerkt

Für viele Fans begann der Wendepunkt für Red Bull um die Rennwochenenden in Miami und Imola, nachdem Verstappen in Japan und China zuvor noch vergleichsweise dominant gewesen war. Der amtierende Formel-1-Weltmeister selbst spürte jedoch schon früh, dass bei Red Bull etwas nicht stimmte.
"Ich merkte früh, dass das Gefühl sich im Vergleich zum Auto des letzten Jahres deutlich unterschied, was die Balance angeht", zog der Red-Bull-Pilot den Vergleich. "Damals war unser Auto immer noch viel schneller als die anderen, oder ich sollte vielleicht sagen, dass die anderen damals nicht so gut waren."
So habe Red Bull die eigenen Schwierigkeiten noch kompensieren können. "In den darauffolgenden Rennen wurde es jedoch immer schlimmer", blickte der Niederländer zurück. "An einem bestimmten Punkt war unser Auto einfach sehr schwer zu fahren, und gleichzeitig machte die Konkurrenz echte Fortschritte."
Der 27-Jährige spürte, dass Vorder- und Hinterteil des Autos nicht mehr verbunden waren - eine Folge des Konzeptwechsels, den Red Bull im Vergleich zum letztjährigen Auto vollzog?

Unterboden als Red-Bull-Problem?

Bei der Präsentation zu Beginn des Jahres erwähnte Verstappen, dass seine erste Reaktion beim Anblick der Skizzen des RB20 war: "Wow, das ist ziemlich anders." Es stellt sich also die Frage, ob der Konzeptwechsel im Nachhinein ein Fehler war.
"Nun, ich denke nicht, dass man von außen sehen kann, was schiefgelaufen ist. Das ist also nicht der Punkt. Wie das Auto von außen aussieht, ist nicht das Problem", antwortete er.
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Max Verstappen auf dem Podium in Singapur

Fotocredit: Getty Images

Vieles deutet darauf hin, dass Red Bulls Problem zumindest teilweise mit dem Unterboden zusammenhängt. Unbeabsichtigte Folgen eines neuen Unterbodens sind eine Herausforderung, der viele Teams unter den aktuellen Regeln begegnet sind.
Mercedes hatte zwei Jahre lang Schwierigkeiten mit den Bodeneffekt-Autos, und bei Ferrari kehrte das Bouncing mit einem Unterboden-Update in Barcelona zurück.

Verstappen: Upgrades empfindlicher

"Es scheint schwieriger zu sein, als alle denken. Momentan hält sogar McLaren einen neuen Unterboden zurück, bei dem sie sich nicht sicher sind. Upgrades sind unter den aktuellen Regularien empfindlicher als zuvor", meinte Verstappen.
Noch komplizierter wird es, wenn die Korrelation nicht immer stimmt. Denn im virtuellen Bereich gefundener Abtrieb macht das Auto auf der Strecke nicht zwangsläufig schneller. "Das ist ein sehr schwieriges Thema, aber es ist komplizierter, das richtig hinzubekommen als bei den alten Autos", so der WM-Leader.
Das gilt umso mehr, da der Windkanal von Red Bull relativ veraltet ist und das Team weiterhin an Plänen für einen neuen arbeitet. "Wir haben in der Tat einen ziemlich alten Windkanal. Aber bis dieses Jahr funktionierte alles einwandfrei", sagte dreimalige Weltmeister. "Manche Dinge sind einfach schwer zu verstehen."
"Man sieht das auch bei allen anderen Teams, außer bei McLaren. Alle Teams hatten ihre eigenen Probleme, auch jene mit modernen Windkanälen. Es ist einfach extrem schwierig, die Dinge perfekt abzustimmen oder genau die richtigen Daten zu gewinnen. Das kann am Windkanal selbst oder der Korrelation liegen."
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Max Verstappen im RB20 beim Grand Prix von Singapur

Fotocredit: Getty Images

Hat Red Bull den Anfang einer Lösung gefunden?

Für Red Bull besteht die Hauptaufgabe darin, die Negativserie zu durchbrechen und schrittweise Fortschritte zu machen. Laut dem Niederländer hat die Aufwärtsbewegung bereits mit dem Unterboden-Upgrade beim Grand Prix von Aserbaidschan begonnen.
Verstappens Set-up passte in Baku nicht, aber sein Teamkollege Sergio Pérez konnte vor seinem Crash um Podiumsplätze kämpfen. Eine Woche später kam Verstappen in Singapur aufs Podium, historisch gesehen nicht die beste Strecke für Red Bull.
Das Team erwähnte nur "kleine Änderungen" am Unterboden in Baku, aber der 27-Jährige ist zuversichtlich, dass dieses spezielle Upgrade der Anfang einer Lösung ist.
"Ja, es fühlte sich besser an. Das war für uns schon ein guter Schritt. Ich denke, wir bewegen uns jetzt in die richtige Richtung, aber es wird einfach einige Zeit dauern. Man kann so etwas nicht in ein oder zwei Wochen umdrehen. Aber ich denke, das Team war auch mit dem, was sie in Baku gesehen haben, zufrieden."

Neues Update in Austin

Es reicht noch zwar nicht aus, um mit McLaren und Lando Norris um Rennsiege zu kämpfen. Aber zum USA-Grand-Prix in Austin wird Red Bull ein weiteres Update-Paket bringen.
Auch wenn das Ausmaß und die Wirkung abzuwarten bleiben, hofft Verstappen, dass das Schlimmste dieser Saison nun hinter ihm liegt.
Der Niederländer glaubt, dass Monza, wo Verstappen und Pérez auf P6 und P8 landeten, den absoluten Tiefpunkt dieses Jahres markiert. "Ja, das denke ich ehrlich gesagt. Hoffentlich können wir von hier aus weiterhin gute Schritte machen."
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Quelle: Perform


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