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"Schumi" braucht Geduld
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Publiziert 13/08/2009 um 21:08 GMT+2 Uhr
Kaum ist das Comeback des Jahres geplatzt, beginnen die Spekulationen, ob Michael Schumacher doch irgendwann in den Formel-1-Zirkus zurückkehrt. "Sag niemals nie!", schreibt die "Corriere della Sera". "Das ist momentan kein Thema", sagte "Schumi" bei der PK – wie gesagt: Momentan.
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"Aus medizinischer Sicht gibt es keine Gründe, warum es nicht wieder gehen könnte", nährt der Kerpener die Hoffnungen und Spekulationen seiner Fans und jener, die an einer Rückkehr in die "Königsklasse" zweifeln.
Seinen Rücktritt von der Formel 1 vor drei Jahren bereute Schumacher unterdessen keine Sekunde: "Ich war nicht mehr motiviert. Die Batterie war leer." Aber seine Energiereserven hatte der Ausnahmeathlet bereits wieder aufgefüllt. Wie sein persönlicher Arzt Dr. Johannes Peil bestätigte, sei er "im Ausdauerbereich in Topform gewesen." An den Batterien lag es also nicht, dass der siebenfache Weltmeister die Pläne von der Rückkehr in die Formel 1 vorerst ad acta legen musste.
Heilt Zeit alle Wunden?
Verantwortlich sind vielmehr die Folgen der schweren Verletzungen seines Motorrad-Unfalls am 11. Februar, die Schumacher zu seiner Entscheidung zwangen. Aufgrund von Brüchen im Schädel- und Nackenbereich konnte der 40-Jährige einen Formel-1-Boliden nur unter Schmerzen Steuern. Außerdem war das Risiko von Langzeitschäden zu groß. "Es kann drei Wochen, drei Monate oder drei Jahre dauern, bis alles verheilt ist", erklärte Dr. Peil. Wie es dann weiter geht ist nicht Sache des Arztes: "Es ist alleine die Entscheidung von Michael."
Ganz richtig ist das nicht. Seine Ehefrau Corinna hat auch noch ein Wörtchen mitzureden. Auch in den vergangenen Wochen traf Schumacher Entscheidungen zusammen mit seiner Familie. "Ihr ist unwohler, wenn ich auf dem Motorrad sitze, als im Auto", schilderte Schumacher die Sicht seiner besseren Hälfte - ein "nein" klingt anders.
Prost sieht noch eine Chance
Der vierfache Weltmeister Alain Prost sieht noch ein ganz anderes Poblem: "Er ist drei Jahre nicht in der Formel 1 gefahren und hatte nur drei Wochen Zeit für die Vorbereitungen. Der Körper verändert sich sehr schnell, wenn man mit dem Fahren aufhört. Das Reaktionsvermögen ist anders, die Sehschärfe ebenso", sagte Franzose gegenüber der französischen Tageszeitung "Le Parisien". Der 54-Jährige, der selbst ähnliche Erfahrungen machte, mutmaßt: "Aus meiner Sicht bräuchte Schumacher einfach mehr Zeit."
"Bis jetzt habe ich mit Ferrari nicht über die Zukunftspläne geredet, aber zu einem späteren Zeitpunkt werden wir mal schauen", sagte Schumacher. Eine Zukunft des Rekordweltmeisters bei der Scuderia ist indes so gut wie sicher. Vielleicht zu einem Zeitpunkt, an dem die Batterien voll und die Verletzungen ausgeheilt sind.
Dann könnte es ja doch noch was werden mit dem Geheimplan von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo. Aber erstmal wird der Kerpener verarbeiten müssen, was in den letzten Tagen über ihn hereingebrochen ist.
Lässt "Schumi" die Niederlage auf sich sitzen?
"Schumis bitterste Niederlage", titelte "La Repubblica". Schumacher war bitter enttäuscht, aber Schumacher hat auch Blut geleckt: "Ich bin zwar zurückgetreten, aber als Rennfahrer hatte ich mich für einen Moment wie zurück im Leben gefühlt." Der erfolgreichste Rennfahrer aller Zeiten, der von sich behauptet, zu wissen, "wann es genug ist", befindet sich auf neuem Terrain. Zu keiner Zeit in seiner Laufbahn musste Schumacher mit einer solch herben sportlichen Niederlage persönlich fertig werden.
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