Sebastian Vettel blickt mit Vorfreude aber auch Anspannung auf das unerwartete letzte Heimspiel im Ferrari. "Es wird auf jeden Fall eine Herausforderung, für die Teams und für uns Fahrer", sagte er, nachdem die für ihre Wetterkapriolen bekannte Kult-Strecke in Rheinland-Pfalz den Zuschlag für ein Comeback in der Motorsport-Königsklasse erhalten hatte. Zum insgesamt 40. Mal macht die Formel 1 in der "Grünen Hölle" Station, das erste Mal seit sieben Jahren.

Mit dem Traditionskurs verbindet Vettel gute Erinnerungen. 2013 hatte er den jüngsten Formel-1-Lauf in der Eifel gewonnen, im selben Jahr feierte er im Red Bull auch seinen vierten und bislang letzten WM-Titel. Dass es er nun eines seiner letzten Ferrari-Rennen an selber Stelle absolvieren darf, bezeichnet der 33-Jährige als "tolle Überraschung".

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Eigentlich war in dieser Saison kein Rennen in Deutschland vorgesehen. Weil die Corona-Infektionszahlen im Vergleich zu anderen potenziellen Austragungsländern gering sind, wurde das Land von Rekordweltmeister Michael Schumacher in der größten Krise der Formel 1 jedoch wieder zur heißen Adresse.

Hoffen auf Fans am Nürburgring

Auch Fans sollen Vettel, Lewis Hamilton und Co. im besten Fall am Nürburgring von den Tribünen aus zujubeln. "Das Ziel ist es, mit Zuschauern zu fahren. Wir werden in Kürze mit Konzepten mit den Behörden in die Diskussion einsteigen", sagte Nürburgring-Geschäftsführer Mirco Markfort dem "SWR".

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Zwar sind Großveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. Oktober verboten - aufgrund der Struktur an der Rennstrecke mit ihren weitläufigen Tribünen und Außenbereichen ließe sich der vorgeschriebene Abstand mit einer limitierten Anzahl an Zuschauern jedoch einhalten.

Einige Aspekte gelte es zu beachten, damit alles geregelt abläuft, so Markfort: "Welche Sitzreihen können wir belegen, welche Zuwege zu den Tribünen gibt es, wie sieht es mit dem Catering oder der Anfahrt aus?" Zwar gäben es die behördlichen Genehmigungen momentan "erst einmal nicht her", dass Fans anwesend sein dürfen. Dies könnte sich mit einem entsprechenden Konzept jedoch ändern.

Rennen in Amerika unwahrscheinlich

Während für die Organisatoren in der Eifel die Arbeit nun richtig beginnt, biegt die Formel 1 mit ihren Planungen der Corona-Saison allmählich auf die Zielgerade ein. Neben dem Lauf auf dem Nürburgring wurden am Freitag die Rennen im portugiesischen Portimao (25. Oktober) sowie in Imola/Italien (1. November) terminiert. Alle 13 bestätigten Grands Prix finden damit in Europa statt.

Laut Regelwerk muss jedoch auf mindestens drei Kontinenten gefahren werden, um am Ende der Saison einen Weltmeister küren zu können. Einem Bericht des Fachmagazins "Auto, Motor und Sport" zufolge will sich der Weltverband FIA auf höhere Gewalt berufen, sollte es bei einem oder zwei Kontinenten bleiben, was durchaus wahrscheinlich ist.

Die Amerika-Rennen in den USA, Kanada, Mexiko und Brasilien werden sicher nicht stattfinden, das ist seit Freitag klar. Wohl erst zum Saisonende wird die Formel 1 europäischen Boden verlassen und in Richtung Asien aufbrechen. Eine Bestätigung dafür steht jedoch noch aus.

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(SID)

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