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Audi schon ganz oben: Daniel Abt gewinnt zweiten ePrix in Hong Kong, wird aber disqualifiziert
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Publiziert 03/12/2017 um 09:09 GMT+1 Uhr
Daniel Abt (Audi Sport ABT Schaeffler) hat in Hong Kong im zweiten Rennen nach dem Werkeinstieg vermeintlich den ersten Formel-E-Sieg für Audi eingefahren, wurde jedoch nachträglich disqualifiziert. Der Sieg ging so an den Schweden Felix Rosenqvist (Mahindra Racing) vor Ex-DTM-Pilot Edoardo Mortara (Schweiz, Venturi), der sich drei Runden vor Schluss in Führung liegend gedreht hatte.
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Schlechte Nachrichten für Daniel Abt und Audi: Wenige Stunden nachdem er an seinem 25. Geburtstag seinen ersten Sieg in der Formel E gefeiert hat, wurde der Deutsche vom Sonntagsrennen in Hong Kong ausgeschlossen.
Die Kommissare fanden Unregelmäßigkeiten an seinem Audi-Boliden und hielten beide Fahrzeuge äußerst lange im Scrutineering-Bereich fest, bevor die Entscheidung fiel.
Laut Entscheidung der Stewards stimmten die Sicherheitssticker auf Inverter und den MGU-Einheiten nicht mit den von Audi angegebenen Varianten im Technischen Pass überein. Damit wird Abt vom zweiten Rennen disqualifiziert.
Der Kemptener war in Hongkong als Erster über die Ziellinie gefahren, nachdem sich der lange Zeit Führende Mortara drei Runden vor Fallen der Zielflagge gedreht hatte.
Unregelmäßigkeiten bei Aufklebern
"Unglaublich! Ich habe überhaupt keine Worte", jubelte der Deutsche zunächst noch, ehe ihm die Stewards einen Strich durch die Rechnung machten. Im Bericht der Rennkommissare war von Unregelmäßigkeiten auf den Strichcode-Stickern auf Inverter und Motor die Rede.
Im Wortlaut:
Audi Sport ABT Schaeffler verstoße damit gegen die Artikel 3.2, 24.5a), 24.17 und 28.4 des sportlichen und Artikel 3.1 des technischen Formel-E-Regelwerks.
Abt muss damit weiter auf seinen ersten Sieg seit 2012 warten, als er in der GP3-Serie zuletzt ganz oben auf dem Treppchen stand.
Audi kündigt Berufung an
Audi wollte die Entscheidung so nicht hinnehmen, sprach in einer Pressemitteilung nur von einem "angeblichen Formfehler" und erklärte, dass das Team Audi Sport ABT Schaeffler Berufung gegen den Wertungsausschluss einlegen werde.
Laut Audi sei der Ausschluss aufgrund von "Abweichungen bei Teilenummern im technischen Wagenpass" erfolgt. Die verwendeten Teile seien jedoch "absolut baugleich" und entsprächen "vollständig der Homologation".
"Daniel ist an beiden Tagen fantastisch gefahren und hat diesen Sieg absolut verdient", sagt Allan McNish, Teamchef des Teams Audi Sport ABT Schaeffler:
Mortara wirft den Sieg weg
Mortara schnupperte im zweiten Formel-E-Rennen lange am Sieg, warf diesen aber kurz vor Schluss mit einem Fehler weg. Mortara hatte die Führung bereits in der ersten Kurve von Felix Rosenqvist übernommen und diese über 43 Runden behalten (mit Ausnahme einer Runde nach seinem Boxenstopp).
"Ich bin enttäuscht", sagt Mortara nach seinem Dreher:
Der Venturi-Pilot wollte sich noch die schnellste Rennrunde holen, weil er genügend Energie übrig hatte, doch dafür bezahlte er letztlich.
Rosenqvist siegt trotz Dreher nach dem Start
Der Sieg ging nach Abts Disqualifikation an Rosenqvist (Mahindra), der eine starke Aufholjagd zeigte. Der Schwede war von Pole gestartet, hatte sich aber bereits in der ersten Kurve ohne Fremdeinwirkung gedreht und musste sich von Rang elf aus wieder vorarbeiten.
"Ich habe einfach die Hinterräder komplett blockiert", sagte Rosenqvist über sein Malheur kurz nach dem Start.
Dabei wurde ihm der Erfolg eigentlich auf dem Silbertablett präsentiert. Weil es am Start Probleme mit der Ampel gab, wurde das Rennen hinter dem Safety-Car begonnen.
Bird bliebt Führender der Gesamtwertung
Rosenqvist musste daher keinen Angriff befürchten und konnte sich bereits mit einem durchaus beruhigenden Vorsprung absetzen, doch schon beim Anbremsen der ersten Haarnadel drehte sich der Mahindra-Pilot weg und reihte sich erst wieder auf Rang elf ein.
Rang drei ging nach dem Eingreifen der Rennkommissare an Mitch Evans vor Jean-Eric Vergne (4./Techeetah) und dem Samstagssieger Sam Bird (5./DS Virgin), der nach einer Strafversetzung um zehn Startplätze ebenfalls noch eine Menge Boden gutmachen konnte und somit als Führender der Gesamtwertung aus dem ersten Renn-Wochenende hervor geht.
Oliver Turvey (NIO) schnappte sich Rang sechs vor dem Münchener Maro Engel (7./Venturi), die letzten Punkte gingen an Nicolas Prost (8./Renault e.dams), Alex Lynn (9./DS Virgin) und Sebastian Buemi (10./Renault e.dams).
Keine Punkte für di Grassi
Leer aus ging Buemis Dauerrivale Lucas di Grassi (Audi), der kurzzeitig mit einem Batterieproblem stehenblieb und nur als 14. gewertet wurde. Auch Nick Heidfeld (Mahindra) rollte kurz nach dem Start kurz aus und wurde nur 16. Andre Lotterer (Techeetah) verunfallte noch auf der Ziellinie, die er als 13. passierte. Der Schweizer Neel Jani (Dragon) war als 18. der letzte gewertete Pilot.
Nick Heidfeld (Mahindra), im ersten Rennen am Samstag noch Dritter, rollte kurz nach dem Start aus und wurde nur als 16. gewertet.
In der Gesamtwertung führt Bird jetzt mit 35 Punkten vor Vergne (33) und Rosenqvist (29).
Der nächste Lauf findet am 13. Januar 2018 in Marrakesch statt.
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