Ok, versuchen kann man's ja mal.
Das wusste schließlich schon Schriftsteller-Größe Hermann Hesse vor Trainer-Größe Louis van Gaal:
Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
Premier League
Aus Schweinsteiger wird Swinsestyger
21/07/2015 AM 19:54
Allerdings wird Louis van Gaal bei Thomas Müller und dem FC Bayern gar nix erreichen! Unabhängig vom Wahrheitsgehalt dieses aberwitzigen Gerüchts gilt das übrigens auch für alle anderen potenziellen Interessenten.
60 Millionen. 83 Millionen. Jetzt... 100 Millionen?! – Selbst wenn die ausgelegten Euro-Köder zwischen München und Manchester nun anscheinend immer fetter und verlockender werden, die Bayern werden jeder Verlockung widerstehen.
Dass es Louis van Gaal laut "Sport1" dennoch probieren soll, überrascht nicht, wenn man sich an die überraschende Aussage eines früheren Louis van Gaal in München erinnert. Im November 2010 hatte man dem Niederländer unterstellt, er würde dem FC Bayern zum Verkauf von Bastian Schweinsteiger raten.
Er würde den Spieler zwar gerne behalten, hatte Van Gaal damals zum Gerücht über ein 50-Millionen Euro schweres Angebot des FC Chelsea erklärt und dann ergänzt: "Wenn ich Vorstand wäre, würde ich ihn verkaufen!"

Von 2009 bis 2011 beim FC Bayern: Bastian Schweinsteiger und Louis van Gaal

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Der Nachsatz hatte prompt für hysterische Schnappatmung im Blätterwald gesorgt. Ohne Grund, denn die Interpretation war als Halbwahrheit aus dem Zusammenhang gerissen worden. Auf Nachfrage von eurosport.de hatte Louis van Gaal damals präzisiert:
Glauben Sie mir, kein Spieler der Welt ist 50 oder gar 60 Millionen Euro wert!
Und dann mit Nachdruck: "Keiner!"
Dass er damit nicht seine mangelnde Wertschätzung für einen Bastian Schweinsteiger betonen wollte, sollte spätestens mit der aktuellen Rückrufaktion nach Manchester geklärt sein. Bei United darf Van Gaal die innere Stimme der Vernunft ignorieren und auf einem völlig pervertierten Transfermarkt mit irrsinnigen Unsummen seine Kaderplanungen vorantreiben.
Deshalb würde es nicht überraschen, wenn er dies nun auch bei Thomas Müller versucht. Ein Spieler, der nach Van Gaals persönlicher Überzeugung keine "50 oder gar 60 Millionen Euro wert" sein kann.

Louis van Gaal schätzt Thomas Müller

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Da man seiner Meinung nach jeden Spieler – auch einen Bastian Schweinsteiger – bei solch einer Offerte aus Gründen der ökonomischen Vernunft verkaufen müsste, könnte er nun bei einem Thomas Müller eben auf Nummer sicher gehen.
Louis van Gaal soll also angeblich die Schallmauer auf 100 Millionen Euro gehoben und damit die Schmerzgrenze auf ein Niveau gesenkt haben, bei dem einfach niemand mehr "Nein!" sagen kann. Niemand!
Außer eben der FC Bayern. Die Münchner haben im Fall von Thomas Müller gar keine Wahl, sie sind zum „Nein!“ verpflichtet. Schließlich ist Thomas Müller nicht nur ein Weltklasse-Fußballer, der als „Raumdeuter“ eine taktische Position erfunden hat, die so sehr auf Instinkt beruht, dass sie nicht erlernbar, sondern bestenfalls an einen Müller Junior vererbbar ist.

Thomas Müller mit Münchner Ultras

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Mehr noch: Während man in Schweinsteiger zurecht einen Teilverlust von Identität beklagte, wurde zu schnell vergessen, dass Bayern Münchens gegenwärtige Identität kaum deutlicher zum Ausdruck kommt, wenn es ordentlich müllert – natürlich auf dem Platz, vor allem aber auch daneben. Schweinsteiger schuf Identifikation durch Erfolge, Vereinszugehörigkeit und eine persönliche Nähe zur roten Ultras-Szene in der Südkurve. Medial aber hielt er sich zurück, machte sich rar.
Müller dagegen ist eine echte Rampensau. Ein bayrisches Unikat, das in sympathischer Grantlerei den öffentlichen Auftritt perfekt beherrscht und in dieser Rolle zum unschätzbaren Aushängeschild des FC Bayern wird. Würde man über einen Verkauf auch nur laut nachdenken, würde sich die Münchner Fanszene mit Bulldozern und Abrissbirne auf den Weg zur Säbener Straße machen.

100 Millionen Euro soll United für Müller bieten

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Fußballstars haben für ihre Vereine einen doppelten Marktwert. Der eine für die sportliche Qualität, der andere für den Nutzen als Markenbotschafter und Identitätsstifter.
Wenn es einen Thomas Müller in dieser authentischen Originalität nicht gäbe, müsste er von einer Marketing-Agentur für viel Geld in schlechterer Qualität erst erfunden werden. Sein Wortwitz und seine Schlagfertigkeit sind unnachahmlich und spätestens mit seinem "Scheißdregg"-Interview nach gewonnenem WM-Titel weltweit bekannt.
Müller ist schlichtweg das personifizierte Ebenbild des FC Bayern. Und wer verliert schon gerne sein Gesicht?
Kein Spieler sei 50 Millionen Euro wert, meinte Louis van Gaal in der Vergangenheit und bietet in der Gegenwart angeblich 100 Millionen? Der United-Coach hat das Gerücht bereits dementiert, was im millionenschweren Pokerspiel nicht zwingend etwas zu bedeuten hat. Falls Louis van Gaal Thomas Müller also tatsächlich abwerben will, versucht Uniteds Trainer auch tatsächlich das Unmögliche.
Der Fußballer Thomas Müller mag das Geld wert sein.
Doch dieser Typ, Thomas Müller, er ist einfach unbezahlbar.
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