11. Spieltag der Bundesliga: 9 Dinge, die auffielen - von Bezwingbaren und Unbezwingbaren

Nach dem 11. Spieltag in der Bundesliga steht Folgendes fest: Der FC Bayern verliert kein Spiel in dieser Saison, Borussia Mönchengladbach ist unter Interimstrainer André Schubert ebenfalls nicht zu besiegen und Aufsteiger Darmstadt kassierte die erste Auswärtspleite beim 0:2 in Stuttgart.

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1. Bayern verliert kein Spiel

Eintracht Frankfurt lieferte den Beweis: Will man gegen Bayern München nicht verlieren, braucht man elf Verteidiger. Oder wie Kapitän Philipp Lahm es nach dem enttäuschenden 0:0 und dem verpassten Europa-Rekord von elf Siegen in den ersten elf Liga-Spielen ausdrückte: "Ich glaube, Frankfurt hat heute in einem 6-3-1-System gespielt - defensiver geht es kaum."
Mit einer solchen Taktik gewinnt mit Sicherheit kein Bundesligist gegen den Rekordmeister. Aber mitzuspielen scheint auch keine Option. Das zeigten die beiden 5:1-Abschüsse gegen Wolfsburg und Dortmund oder auch das deutliche 3:0 gegen Bayer Leverkusen. Fazit: In dieser Saison verliert Bayern kein Spiel.

2. Schalke muss Heldt feuern

Seit dem Poker um die Zukunft von Manager Horst Heldt findet Schalke 04 nicht mehr in die Spur. Nur ein Sieg in den letzten drei Bundesliga-Spielen. Dazu das Aus im Pokal gegen Gladbach. Treten die Knappen weiterhin so unkreativ, wie beim 1:1 gegen Aufsteiger Ingolstadt auf, wird's auch 2016 nichts mit einer Champions-League-Teilnahme.
Spätestens nach der Saison ist Heldt ohnehin weg. In die Zukunftsplanung wird er nur noch bedingt einbezogen. Das scheint auch die Schalker Spieler zu verunsichern. Logische Konsequenz: Boss Clemens Tönnies muss Heldt im Winter feuern und Noch-Mainz-Manager Christian Heidel installieren.

3. Schiri-Fehler bringt Wolfsburg wieder auf Touren

Alle sehen's, nur einer nicht – aus Leverkusener Sicht blöd, dass der "Auserwählte" ausgerechnet Schiedsrichter Manuel Gräfe war. Wolfsburg-Stürmer Nicklas Bendtner jagt den Ball in der 34. Minute ins Netz. Doch der Führungstreffer hätte nicht zählen dürfen. Grund: Vorlagengeber Vierinha stand glasklar im Abseits.
Gräfe bemerkte dies erst nach Ansicht der TV-Bilder. Später räumte der Referee seine Fehlentscheidung ein: "Ich nehme das auf meine Kappe. Das war mein Fehler, ein Wahrnehmungsfehler. Es tut mir leid, die Leverkusener können zurecht sauer sein."
Wolfsburg war's schnuppe. Durch das 2:1 sprang die Truppe von Trainer Dieter Hecking auf Tabellenplatz drei. Vergessen ist das Pokal-Aus gegen den FC Bayern.

4. Dortmund kann Aubameyang ruhig ziehen lassen

Das 3:1 bei Werder Bremen machte klar: Borussia Dortmund ist nicht abhängig von seinem Top-Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang. Der Gabuner vergab drei "Hundertprozentige", ging folgerichtig leer aus. Zum zweiten Mal in dieser Bundesliga-Saison.
Dabei hatte der extrovertierte BVB-Star unter der Woche in einem Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe getönt: "Wenn ein Cristiano Ronaldo 50 Tore in einer Saison schießt, warum sollte ich nicht fähig sein, das zu tun?!" Tja, lieber Pierre-Emerick - so wird das nichts.
Kein Problem für Dortmund: Marco Reus sprang ein, erzielte zwei Treffer. So brauchen die Schwarz-Gelben einen möglichen "Auba"-Abgang nach Spanien nicht zu fürchten.

5. Gladbach ist unter Schubert in der Liga unschlagbar

Sechs Spiele, sechs Siege – mit dem 4:1 bei den Europa-Träumern von Hertha BSC Berlin gelang André Schubert Historisches: Der Interimstrainer von Borussia Mönchengladbach zog mit Ex-Stuttgart-Coach Willi Entenmann gleich. Damit gibt es seit Samstag zwei Fußballlehrer, die sechs Bundesliga-Siege seit ihrem Amtsantritt einfuhren – Rekord von 1986 eingestellt!
Wer soll die Gladbacher denn noch stoppen? Die Gladbach-Fans träumen: Geht's in dieser Gangart weiter, könnten Schuberts "Schüler" sogar noch dem ach so großen FC Bayern gefährlich werden. Na ja: Noch trennen den Viertplatzierten 13 Punkte auf den Rekordmeister.

6. Hoffenheim mauert sich zum Klassenerhalt

Bis Anfang der Woche rechneten alle mit einem Torfestival zwischen dem 1. FC Köln und TSG 1899 Hoffenheim. Noch nie gab es zwischen diesen beiden Teams ein torloses Remis. Und dann kam Huub Stevens zum Tabellenvorletzten.
Der Nachfolger des am Montag gefeuerten Hoffenheim-Coaches Markus Gisdol holte in Köln ein 0:0 – mit drei defensiven Mittelfeldspielern vor der Viererkette. Es wird wohl wenige Bundesligisten geben, die Stevens' Betonriegel knacken können. So mauert sich Hoffenheim zum Klassenerhalt.

7. Augsburg steigt ab

Klar, wer ein 0:2 noch aufholt, hat zweifelsohne Moral. Am Ende gab's trotzdem nichts zu feiern für den Tabellenletzten. Nur 3:3 – gegen Mainz 05. Ein Team, das im Pokal sogar gegen 1860 München - in der 2. Bundesliga noch sieglos - verlor.
Wenn Doppelpacker Raúl Bobadilla und Co. selbst taumelnde Mainzer nicht schlagen können, dann werden sie auch in den restlichen 23 Bundesliga-Partien keinen Dreier mehr holen. Der Abstieg als logische Folge.

8. Stuttgart kann nicht jeden Unbesiegbaren besiegen

Ausgerechnet der VfB Stuttgart schafft das, woran sich der Rest der Liga bislang die Zähne ausgebissen hatte: einen Heimsieg gegen Darmstadt. Für den Aufsteiger war das 0:2 in Stuttgart die erste Auswärtsschlappe seit der Rückkehr in die Bundesliga.
Mit dem Triumph über die "Lilien" klettert der VfB aus der Abstiegszone. Stuttgart steht auf Tabellenplatz 15. Doch am 12. Spieltag wartet das Gastspiel beim noch unbesiegten FC Bayern. Ein Ende der Erfolgsserie steht bevor.

9. Frontzeck muss noch während der Saison gehen

Nicht einmal das 2:1 beim Hamburger SV, der erste Auswärtssieg in diesem Duell seit 15 Spielen, wird Michael Frontzeck vor seinem Rausschmiss bewahren. Dass der 51-Jährige beim abstiegsgefährdeten Hannover 96 keine Zukunft hat, ist ein offenes Geheimnis.
Das macht auch seine vertragliche Situation deutlich: Zwar steht Frontzeck bis 2017 unter Vertrag, aber wie die "Sport Bild" unter der Woche veröffentlichte, gibt es im Falle eines Klassenerhalts keine Prämie für ihn. Dafür ist die Abfindung im Falle einer Entlassung geregelt. Schon kurios.
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