Coronavirus | Timo Hübers von Hannover 96 positiv auf Corona getestet

Timo Hübers von Hannover 96 ist als erster Fußball-Profi in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 23-Jährige befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne, wie die Niedersachsen mitteilten. Der komplette Profikader sowie das Trainerteam um Chefcoach Kenan Kocak werden vorsorglich auf das Virus getestet. Aue-Boss Helge Leonhardt empfiehlt, den Abbruch der Zweitligasaison.

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Erster infizierter Fußballprofi in Deutschland, ein Geisterspieltag in der Bundesliga und reihenweise Absagen im internationalen Fußball: Das Coronavirus zieht scheinbar unaufhaltsam seine Kreise und wirbelt weiter kräftig den Fußball durcheinander.
Am Mittwoch, 12.59 Uhr, war es soweit, teilte Hannover 96 mit: Der deutsche Profifußball hat seinen ersten Coronafall. Innenverteidiger Timo Hübers wurde positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Was alle in der Branche seit Tagen befürchtet haben, ist damit plötzlich Realität - die Folgen für den gesamten Spielbetrieb sind noch nicht abzusehen.

Aue-Boss Leonhard rät zu Saison-Abbruch

Helge Leonhardt, Präsident von Erzgebirge Aue, riet sogar zur Ultima Ratio, dem sofortigen Abbruch der Saison. "Man sollte einheitlich präventiv handeln, sowohl aus sportlicher als auch aus wirtschaftlicher und vor allem aus gesundheitlicher Sicht. Deshalb empfehle ich einen Abbruch der Spielzeiten", sagte Leonhardt dem "SID".
In der Bundesliga wird unterdessen der 26. Spieltag vollständig ohne Zuschauer stattfinden. Nach Kritik aus der Politik werden beim Duell zwischen Union Berlin und Bayern München am Samstag (18.30 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) doch keine Zuschauer im Stadion An der Alten Försterei sein.
Auch RB Leipzig wird sein Heimspiel gegen den SC Freiburg ohne Fans austragen. Am Dienstagabend waren zu Leipzigs Achtelfinalrückspiel in der Champions League gegen Tottenham Hotspur (3:0) noch Zuschauer zugelassen. Erst am Mittwochabend wurde das erste Geisterspiel der Bundesliga-Historie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln angepfiffen.

3. Liga: DFB verlegt 28. und 29. Spieltag

Ein vorzeitiges Saisonende wie in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) sieht DFB-Vizepräsident Rainer Koch nicht, denn "die Situation ist gänzlich unterschiedlich", sagte er dem "Bayerischen Rundfunk" (BR). Im Eishockey hätte man sich bereits in einer fortgeschrittenen Phase der Saison befunden, "wohingegen sich der Bundesliga-Spielbetrieb noch viel weiter erstreckt, das hat auch wirtschaftlich eine ganz andere Bedeutung für die Bundesligavereine als im Eishockey".
Allerdings werden die kommenden beiden Spieltage der 3. Liga verlegt. Der 28. und 29. Spieltag, die eigentlich in den nächsten beiden Wochen geplant waren, werden demnach frühestens Anfang Mai nachgeholt.
Große Aufregung herrschte derweil in Hannover. Hübers befindet sich zurzeit in häuslicher Quarantäne, der komplette Kader des Zweitligisten sowie das Trainerteam um Kenan Kocak werden vorsorglich auf das Virus getestet.

Hannover: Hübers Mannschaftskollegen wohl nicht infiziert

96 geht allerdings davon aus, dass sich Hübers erst "am Samstagabend bei einer Veranstaltung in Hildesheim infizierte" habe, wie es in einer Vereinsmitteilung hieß. Seit "der Ansteckung, die exakt eingrenzbar ist", soll Hübers "keinen Kontakt zu seinen Mannschaftskollegen" gehabt haben, weshalb "nicht davon auszugehen" sei, dass "sich Mitspieler bei ihm infiziert haben".
Dem internationalen Fußball drohen indes Absagen. Das Europa-League-Duell am Donnerstag (18.55 Uhr) zwischen dem FC Sevilla und der AS Rom kann wohl nicht ausgetragen werden, da die Italiener von den spanischen Behörden keine Einreiseerlaubnis erhalten haben.
Der spanische Erstligist FC Getafe hatte zuvor angesichts der Coronavirus-Epidemie angekündigt, nicht zum Europa-League-Spiel am Donnerstag bei Inter Mailand zu reisen. "Wenn wir deshalb das Duell verlieren, dann verlieren wir es halt", sagte Präsident Angel Torres im Onda Cero Radio:

Coronavirus: Manchester City gegen Arsenal abgesagt

Das für Mittwochabend angesetzte Topspiel in der Premier League zwischen Meister Manchester City und dem FC Arsenal ist ebenfalls dem Coronavirus zum Opfer gefallen.
Die Partie wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt, weil einige Arsenal-Mitarbeiter Kontakt mit Evangelos Marinakis, dem Klubbesitzer von Olympiakos Piräus und Nottingham Forest, hatten. Marinakis hatte über soziale Netzwerkseiten bekannt gegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert hat.
In Frankreich wurde das für 4. April angesetzte Ligapokal-Finale zwischen Meister Paris St. Germain mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel und Olympique Lyon verschoben.
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(SID)
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