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Hamburger SV - Holstein Kiel | HSV versagt in letzter Sekunde
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Publiziert 08/06/2020 um 22:28 GMT+2 Uhr
Der Hamburger SV hat den Patzer des VfB Stuttgart (0:0 gegen den VfL Osnabrück) nicht genutzt und sich mit einem 3:3 (2:1) im Heimspiel gegen Holstein Kiel nicht vorbei auf Platz zwei der 2. Liga geschoben. Für die Gäste trafen Alexander Mühling (9.), Emmanuel Iyoha (64.) und Jae-Sung Lee (90.+4). Für den HSV waren Aaron Hunt (21., Elfmeter) und Joel Pohjanpalo (23., 66.) erfolgreich.
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Fotocredit: Eurosport
So lief das Spiel:
Der Hamburger SV tat sich in der Anfangsphase schwer, was Holstein Kiel eiskalt ausnutzte und mit dem ersten Torschuss der Partie in Führung ging. Alexander Mühling vollendete einen Konter aus 17 Metern (9.), nachdem Bakery Jatta sich einen haarsträubenden Fehlpass im Mittelfeld leistete.
Hamburg kam wenig später durch Rick van Drongelen zum Ausgleich , doch der VAR entschied nach langer Wartezeit auf Abseits, da Jatta beim Kopfball von van Drongelen Ioannis Gelios entscheidend behinderte und dabei im Abseits stand (16.).
Nur drei Minuten später gab es den nächsten Aufreger: Phil Neumann fuhr den Ellbogen gegen Sony Kittel aus, der Hamburger fiel im Strafraum und holte so einen schmeichelhaften Elfmeter raus, da Neumann Kittel nur leicht traf. Hunt nutzte die Gelegenheit und traf vom Punkt zum Ausgleich (21.).
Dann wurde es richtig wild. Fabian Reese hatte erst fast im Gegenzug nach einer Vorlage von Neumann die Riesenchance zum Ausgleich, scheiterte jedoch aus kürzester Distanz und schoss über das Tor.
Im nächsten Angriff klingelte es dann auf der anderen Seite. Van Drongelen hebelte die Viererkette mit einem langen Ball auf Tim Leibold aus, der legte den Ball im zwei gegen eins auf den lauernden Joel Pohjanpalo ab und der Stürmer schob die Kugel aus sieben Metern ins leere Tor ein.
In der Folge beruhigte sich das Spiel. Hamburg dominierte das Spielgeschehen, während Kiel sein Glück fast ausschließlich über Konter suchte. Eine wirklich gefährliche Situation entstand bis zum Halbzeitpfiff aber für beide nicht mehr.
Die zweite Halbzeit blieb zunächst unverändert, Hamburg agierte spielbestimmend und hatte durch David Kinsombi (53.) auch die Chance zum 3:1, der Mittelfeldspieler scheiterte jedoch am gut postierten Gelios.
Kiel wurde in der Folge etwas aktiver und kam nach einer Flanke von Reese, die der äußerst agile Jae-Sung Lee auf den lauernden Emmanuel Iyoha am zweiten Pfosten verlängerte, zum Ausgleich. Iyoha (65.) musste den Ball gegen Vagnoman nur noch ins Tor schieben.
Die Führung hielt allerdings nicht lange, denn Pohjanpalo kam fast im Gegenzug nach einer Flanke von Kinsombi per Kopfball zur erneuten Führung (67.).
Hamburg ließ sich in der Schlussphase komplett in die eigene Hälfte drängen und kam kaum noch zu Offensivaktionen. So kam es am Ende wie es kommen musste, Lee spitzelte in der vierten Minute der Nachspielzeit den Ball nach einer tollen Vorlage von Stefan Thesker an Julian Pollersbeck vorbei zum 3:3-Ausgleich (90.+4).
So kann der HSV die Ausrutscher des VfB Stuttgart und des 1. FC Heidenheim nicht nutzen und bleibt auf dem dritten Tabellenplatz, zwei Punkte vor Heidenheim und zwei Punkte hinter Stuttgart. Kiel hat jetzt neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz und kann nur noch in der Theorie absteigen.
Stimmen zum Spiel:
Dieter Hecking (Hamburger SV): "Natürlich sind wir enttäuscht. Nach Corona ist es das dritte oder vierte Mal, wo wir ein spätes Tor fangen. Am Ende agieren wir zu hektisch und schlagen die Bälle nur noch raus ohne eigene Aktionen zu spielen. Wir haben keine Ruhe reinbekommen und werden am Ende genau dafür bestraft. Das müssen wir uns heute ankreiden lassen. Wenn du 3:2 führst müssen wir in der Lage sein, das Ding sauber zu klären. Das haben wir leider nicht geschafft."
Alexander Mühling (Holstein Kiel): „Das fühlt sich heute wie ein Sieg an. Es war in der Saison schon häufig anders herum, sowas kann es ruhig häufiger für uns geben. In Hamburg zu spielen macht einfach Spaß, auch wenn es heute keine Zuschauer gab. Diese Spiele kitzeln immer ein paar Prozent mehr raus und wenn es so einen Ausgang gibt ist es natürlich besonders toll. Der Abstieg sollte jetzt keine Rolle mehr spielen, wir versuchen am Ende in der oberen Tabellenhälfte zu landen.
Phil Neumann (Holstein Kiel): „Für mich war direkt klar, dass es kein Elfmeter war. Warum der Schiedsrichter sich das nicht nochmal anschaut, verstehe ich nicht. Ärgerlich, dass wir uns so den Ausgleich fangen. Wir haben das Spiel gut angefangen und gehen auch verdient in Führung. Zum Glück konnten wir uns am Ende doch belohnen.
Ole Werner (Holstein Kiel): „Ich bin sehr glücklich über unsere Leistung und das Ergebnis, was wir uns letztlich auch verdient haben. Ich muss den Hut vor der Moral meiner Mannschaft ziehen, in den letzten Wochen haben wir häufig in letzter Sekunde Tore kassiert, heute haben wir es selber gut gemacht. In der Halbzeit haben wir uns gesagt, dass hier noch alles möglich ist und das haben wir am Ende auch gezeigt.“
Das fiel auf: Hamburger Passivität wiederholt sich
Die Schlussphase erinnerte stark an die letzten Minuten in der Partie vor zwei Wochen gegen den VfB Stuttgart. Hamburg war wie gegen die Schwaben mit dem Resultat zufrieden und ließ sich zu weit in die eigene Hälfte drängen, ohne wirkliche Konterchancen zu erspielen. So endet letztlich das Spiel genau wie beim VfB, der HSV fängt sich in letzter Sekunde ein Gegentor und verspielt wieder wichtige Punkte im Aufstiegsrennen.
Tweet des Spiels:
Die Statistik: 44
Hamburg gewann nur 44 Prozent seiner Zweikämpfe. Das ist der schlechteste Wert der laufenden Saison für den HSV.
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