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HSV-Sportchef stützt Jatta: "Wir stehen voll hinter Bakery"
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Publiziert 08/08/2019 um 17:50 GMT+2 Uhr
Der Zweitligist Hamburger SV steht ungeachtet des Wirbels um die Identität von Bakery Jatta weiter zu ihm und plant mit dem Angreifer aus Gambia. "Wir stehen voll hinter Bakery und werden ihn auch weiterhin voll umfänglich im Trainings- und Spielbetrieb einplanen, zumal er ein wertvoller Spieler und voll integrierter, geschätzter Teamkollege ist", sagte Sportchef Jonas Boldt.
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Als Bakery Jatta am Donnerstagnachmittag die Treppen hinab zum Trainingsplatz schritt, applaudierten die rund 400 anwesenden Fans des Hamburger SV. Ungeachtet des Wirbels um seine Identität ging der Angreifer aus Gambia vorweg, klatschte vor dem Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal beim Chemnitzer FC mit einigen Anhängern ab und ließ sich nichts anmerken.
DFL: "Spielberechtigung aktuell gültig"
Während das für Jatta zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte in seinem Fall ermittelt, sagte der HSV seinem Profi noch einmal die volle Unterstützung zu. "Wir stehen voll hinter Bakery", sagte Sportchef Jonas Boldt in einem von den Hanseaten verbreiteten Statement. Jatta werde "auch weiterhin voll umfänglich im Trainings- und Spielbetrieb" eingeplant, da er "ein wertvoller Spieler und voll integrierter, geschätzter Teamkollege ist".
Auch der DFB und Deutsche Fußball Liga (DFL) gaben vorerst grünes Licht. "Da es bisher keinen Beweis für eine falsche Identität des Spielers gibt, behält die Spielberechtigung für Bakery Jatta, geboren am 6. Juni 1998, aktuell ihre Gültigkeit", twitterte die DFL am Donnerstagabend. Weiter hieß es, dass die Liga und der DFB Interesse an einer "schnellen Aufklärung des Sachverhaltes" haben und hierzu mit dem Hamburger SV im Austausch stehen.
Jatta älter als angegeben?
Am Mittwoch waren allerdings Zweifel aufgekommen, ob Jatta bei Fragen nach seiner Identität die Wahrheit gesagt hat. Laut eines Berichts der "Sport Bild" könnte der Offensivspieler eine Vergangenheit als Bakary Daffeh haben und zweieinhalb Jahre älter sein als bislang angenommen. Bei seiner Einreise nach Deutschland im Sommer 2015 hatte Jatta angegeben, 17 Jahre alt zu sein. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge haben in Deutschland größere Chancen ein Aufenthaltsrecht zu bekommen als Volljährige.
Sollte sich der Verdacht gegen Jatta, dessen Geschichte vom Flüchtling zum Fußball-Star in Deutschland für Schlagzeilen gesorgt hatte, erhärten, droht ihm im schlimmsten Fall die Abschiebung in sein Heimatland. "Die Gründe für die damalige Duldung sind ja dann weggefallen, und dann wird auch der Aufenthalt rückwirkend verwirkt", sagte Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, dem NDR-Fernsehen:
Boldt hatte in dieser Causa eine Positionierung von DFB und DFL gefordert, die ja dann am Donnerstagabend kam. Sollten sich die Vorwürfe allerdings bewahrheiten, könnte nachträglich die Spielgenehmigung entzogen werden Diesem Risiko muss sich der HSV bewusst sein.
Anhörungsvertragen beantragt
Nach Informationen der "Bild"-Zeitung starten die Hamburger Behörden am Freitag ein Anhörungsverfahren. Demnach werde Jatta, dessen Aufenthaltserlaubnis erst vor Kurzem bis zum Sommer 2022 verlängert wurde und der noch bis 2024 beim HSV unter Vertrag steht, ein Schreiben mit dem gegen ihn erhobenen Vorwürfen zugeschickt. Dann habe er zwei Wochen Zeit, darauf schriftlich zu antworten.
Boldt reagiert derweil mit Verwunderung darauf, dass der 1. FC Nürnberg " unseres 4:0-Sieges eingelegt hat. Wir werden dazu selbstverständlich wie gefordert Stellung gegenüber dem DFB und der DFL beziehen." Am Montag hatte der HSV beim Club den ersten Saisonsieg eingefahren, Jatta stand dabei auf dem Platz.
Der HSV kämpft für Jatta. "Ich persönlich finde es unglaublich und erschütternd, dass sich unser Spieler wegen dieser öffentlichen Diskussion teilweise einem gesellschaftlichen Spießrutenlauf ausgesetzt sieht", sagte Boldt: "Baka hat uns gegenüber die Korrektheit seiner Passangaben noch einmal bestätigt."
(SID)
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