Werder Bremen gewinnt hitziges Nordderby beim Hamburger SV - Marvin Ducksch mit Doppelpack

Werder Bremen hat im brisanten Nordderby beim Hamburger SV die Tabellenführung in der 2. Bundesliga behauptet. Der Erstliga-Absteiger gewann das Duell der Erzrivalen mit 3:2 (1:0). Marvin Ducksch traf doppelt (10., Handelfmeter nach Videobeweis/76.). Werder überflügelte durch den Dreier mit 45 Punkten den SV Darmstadt 98 (44 Zähler), der am Samstag bei Dynamo Dresden 1:0 gewonnen hatte.

Marvin Ducksch erzielte im Nordderby zwei Tore gegen den Hamburger SV

Fotocredit: Getty Images

HSV-Trainer Tim Walter vertraute genau der Anfangself, die sich am vergangenen Wochenende in Sandhausen zu einem 1:1-Remis mühte.
Bremens Boss Ole Werner nahm für das 122. Nordderby einen Wechsel im Vergleich zum 1:1-Unentschieden gegen den Aufsteiger aus Ingolstadt vor. Für Nicolai Rapp begann Leonardo Bittencourt auf der offensiven Achterposition, der mit seiner Bundesliga-Erfahrung dem Team Halt geben sollte.
Das Nordderby hätte für den HSV nicht schlechter starten können. Die Hanseaten mussten bereits nach elf Minuten einem Rückstand hinterherlaufen: Nach einer Ecke der Bremer wurde ein Kopfballtor von Leonardo Bittencourt zunächst nicht gegeben. Nach Betrachtung der Videobilder zeigte Schiedsrichter Daniel Siebert auf den Elfmeterpunkt – Jonas Meffert hatte ein Schuss von Romano Schmid unglücklich mit der Hand geblockt. Marvin Ducksch verwandelte den Strafstoß sicher zur 1:0-Führung für die Bremer und markierte seinen 13. Saisontreffer.
Im eigenen Spielaufbau taten sich die Gastgeber enorm schwer – der jungen Abwehrkette war die Nervosität vor der Größe des Spiels deutlich anzumerken. Die Werderaner setzten den HSV früh unter Druck, sodass die Hamburger ihre Stärken im Ballbesitz nicht entfalteten. So kamen die Bremer in Person von Ducksch (30./33.) und Pascal Groß (23.) immer wieder zu gefährlichen Abschluss-Situationen. Nach 19 Minuten lag der Ball zum ersten Mal im Bremer Tor – der Treffer von Moritz Heyer wurde aber zurückgepfiffen. Grund war ein zu starker Armeinsatz von Robert Glatzel gegen Ömer Toprak.
Der zweite Spielabschnitt startete turbulent. Nicht einmal eine Minute war gespielt, da schob Meffert nach einem Drehschuss von Glatzel – in der ersten Hälfte kaum im Spiel – zum 1:1 ein (46.). Der Ausgleich währte aber nicht lange. Wieder verursachte der HSV durch Bakery Jatta einen Handelfmeter, den Niclas Füllkrug trocken ins linke Eck setzte (51.).
In Hälfte zwei waren die Hamburger über weite Strecken die tonangebende Mannschaft und drückten die Werderaner ihren Ballbesitz-Fußball auf. Da war es fast bizarr, als Ducksch zu Beginn der Schlussviertelstunde die Führung auf 3:1 hochschraubte und seinen Doppelpack perfekt machte. Glatzel brachte den HSV mit seinem 15. Saisontor noch einmal auf 2:3 heran – der Ausgleich blieb den Hamburgern nach einer starken zweiten Hälfte aber vergönnt.

Die Stimmen:

Tim Walter (Trainer Hamburger SV): "Der Schiedsrichter hat so entschieden, das müssen wir akzeptieren - fertig, weiter geht’s. Ich bin eher stolz auf die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind und sehe weniger das Ergebnis im Vordergrund. Ich glaube schon, dass wir uns bis zum Ende der Saison dafür noch belohnen werden."
Robert Glatzel (Hamburger SV): "Das Ergebnis ist ärgerlich, wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Wir hatten heute viele 50:50-Entscheidungen, die gegen uns gelaufen sind, haben aber bis zur letzten Sekunde gekämpft."
Jonas Meffert (Hamburger SV): "Das Spiel ging für uns nicht gerade gut los mit der aus meiner Sicht ganz klaren Fehlentscheidung. Das ist niemals ein Handspiel von mir. Das spielt den Bremern natürlich in die Karten – die können sich dann hinten hineinstellen. In der zweiten Halbzeit waren wir die deutlich aktivere Mannschaft – und dann kam der dumme Ballverlust. Da sind wir am Ende des Tages selbst Schuld an der Niederlage."
Marvin Ducksch (Doppeltorschütze SV Werder Bremen): "Mir ist es egal, ob ich zwei Tore gemacht habe. Ich freue mich über die drei Punkte, und dass wir das mit unseren Fans teilen konnten. Ich glaube, aufgrund der ersten Hälfte haben wir verdient gewonnen."

Der Tweet zum Spiel: Pure Freude über den Derby-Sieg

Das fiel auf: Erfahrung schlägt jugendlichen Leichtsinn

Besonders in Durchgang eins wurde deutlich, welch hohe Bundesliga-Erfahrung der Bremer Kader besitzt. Ducksch und Co. waren besonders in den Zweikämpfen cleverer als der Gegner aus Hamburg. Der jungen Viererkette des HSV brachten besonders in den ersten 30 Minuten kaum Ruhe in das Aufbauspiel – der Abwehrreihe um Kapitän Sebastian Schonlau fehlte es gegen hoch angreifende Bremer an der nötigen Stressresistenz. Die fehlende Erfahrung wurde auch in der Entstehung der beiden Handelfmeter deutlich, bei denen sowohl Meffert als auch Jatta unglücklich agierten.

Die Statistik: 9

Für den SVW bedeutet der Sieg im Nordderby das neunte Spiel ohne Niederlage. Unter Ole Werner haben die Werderaner somit noch nicht einmal verloren. Die Fans des Weserklubs dürfen weiter von der Rückkehr in die Bundesliga träumen.
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Quelle: Perform

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