HSV verliert in Überzahl zuhause gegen Schlusslicht VfL Osnabrück - auch der SC Paderborn lässt Punkte liegen

Bittere Pleite statt Platz zwei: Trainer Steffen Baumgart und der Hamburger SV haben im Kampf um den ersehnten Aufstieg die Patzer der Konkurrenz nicht ausgenutzt - und sind stattdessen selber böse gestolpert. Nach einer über weite Strecken leblosen Vorstellung verloren die Hamburger überraschend zu Hause gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten VfL Osnabrück mit 1:2 (1:1).

Mickael Cuisance (Nr. 27) trifft per Elfmeter zum 2:1-Sieg des VfL Osnabrück beim Hamburger SV

Fotocredit: Getty Images

Lukas Kunze (6.) und Mickael Cuisance (89., Foulelfmeter) trafen für Osnabrück, der zwischenzeitliche Ausgleich von Robert Glatzel (45.+2, Foulelfmeter) war für den HSV im Volksparkstadion viel zu wenig. Dabei sah Kapitän Maxwell Gyamfi bei den Veilchen die Gelb-Rote Karte (76.).
"Wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die um die Existenz kämpft, dann musst du das auch machen. Und das haben wir nicht getan. Mir haben Leidenschaft und Herz gefehlt", sagte Baumgart: "Jetzt gehen wir nicht nur in die Analyse, sondern auch ins Hinterfragen. Es sind aber noch zehn Spiele, wir haben es in der eigenen Hand." Der Coach musste damit in seinem zweiten HSV-Spiel den ersten herben Dämpfer einstecken - die Hanseaten bleiben Tabellendritter.
Dabei hätte der HSV mit einem Sieg an Holstein Kiel vorbeiziehen und den Rückstand auf Tabellenführer FC St. Pauli auf vier Punkte reduzieren können, die beiden Rivalen hatten für den HSV "vorgelegt" - doch dann leisteten sich auch Baumgart und Co. einen Schnitzer.
Dem HSV fehlten dann Power und Ideen, die Hausherren waren überlegen - doch die wirklich zwingenden Chancen blieben Mangelware. Und so ließ der HSV im Ringen um die Bundesliga-Rückkehr eine große Möglichkeit liegen.

Paderborn lässt Punkte liegen

Der SC Paderborn hat im Rennen um die Aufstiegsplätze derweil einen wichtigen Sieg verpasst. Die Ostwestfalen kamen im Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg nur zu einem 0:0, mit einem Erfolg hätte der SCP den Sprung auf Platz vier geschafft.
So blieb Paderborn Sechster, Magdeburg steht in der Tabelle auf Platz zwölf und hat mit sieben Punkte Vorsprung auf Relegationsplatz 16 momentan keine akuten Abstiegssorgen. Bei den Gästen sah Luca Schuler (79., grobes Foulspiel) in der Schlussphase die Rote Karte. Paderborn nutzte die Überzahl aber nicht mehr.
In einer zähen ersten Halbzeit waren die Gäste um Spielkontrolle bemüht, Großchancen blieben jedoch auf beiden Seiten aus. Im zweiten Durchgang versuchten beide Teams, die Partie an sich zu reißen, doch vielversprechende Abschlüsse blieben Mangelware.
Die beste Chance der Magdeburger hatte Mo El Hankouri (57.), seinen Schuss parierte Keeper Pelle Boevink. Bei Paderborn war es der kurz zuvor eingewechselte Adriano Grimaldi, der mit seinem Abschluss an Magdeburgs Schlussmann Dominik Reimann scheiterte (68.).

Wiesbaden stoppt Talfahrt mit Sieg in Elversberg

Der SV Wehen Wiesbaden hat indes seine Talfahrt in der 2. Bundesliga gestoppt. Beim Aufsteiger SV Elversberg setzten sich die Hessen mit 3:0 (1:0) durch und vergrößerten mit dem ersten Sieg nach vier erfolglosen Spielen den Abstand zur Abstiegszone auf sechs Punkte.
Thijmen Goppel (44.), Hyun-Ju Lee (49.) und John Iredale (84.) trafen für die Gäste, die zuvor nur eines der letzten zehn Ligaspiele gewonnen hatten.
Ein mustergültiger Konter führte zum 0:1: Nach einem Elversberger Eckball spielte Lasse Günther den Ball in der eigenen Hälfte auf Goppel, der allen davonlief und auch Torhüter Nicolas Kristof keine Chance ließ. Kurz nach der Pause traf Lee aus 20 Metern in den Winkel. Auch danach hatte Wiesbaden alles im Griff.

2. Liga: Spitzenklubs lassen Federn

Denn Tabellenführer St. Pauli (1:3 bei Schalke 04), Kiel (2:2 bei Hertha BSC) und die SpVgg Greuther Fürth (0:4 beim Karlsruher SC) hatten zuvor alle "für" den HSV gespielt, zudem nahmen sich Hannover 96 und Fortuna Düsseldorf (2:2) die Punkte weg. Und der HSV? Blieb trotzdem blass.
In der nun anstehenden Schlussphase der Saison wird der Kopf immer entscheidender, fängt St. Pauli etwa ausgerechnet zur Crunchtime an zu zittern? "Ich finde, wir haben nichts zu verlieren", sagte Innenverteidiger Hauke Wahl nach der enttäuschenden Vorstellung angesäuert: "Was sollen wir zu verlieren haben?"
In Kiel waren sie ein bisschen entspannter, schließlich holten die Störche auch einen 0:2-Rückstand auf. "Natürlich hätten wir gerne gewonnen, dennoch ist das ein geiler Punkt, den wir gerne mitnehmen", sagte Lewis Holtby.

St. Pauli weiter selbstbewusst

Noch zehn Spiele, spätestens dann stehen die Aufsteiger fest. Und St. Pauli gibt sich weiter selbstbewusst.
"Es ist noch niemand am 24. Spieltag aufgestiegen, von daher haben wir noch nichts gewonnen, und wenn man nichts gewonnen hat, kann man nichts verlieren", sagte Wahl: "Wir haben eine gute Ausgangssituation momentan, und die haben wir immer noch nach diesem Spiel. Wir können nur gewinnen."
Der HSV hätte seine Ausgangssituation gegen Osnabrück deutlich verbessern können - doch dann enttäuschten Baumgart und Co. ihre Fans. Osnabrück holte damit sechs seiner 18 Punkte gegen den HSV.
(SID)
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