Eurosport
TSV 1860 stürzt in die Regionalliga Bayern ab: Münchner Klub droht die Insolvenz - zahlt Investor Ismaik die Regionalliga-Lizenz?
Von
Publiziert 04/06/2026 um 13:55 GMT+2 Uhr
Viele Fragen sind offen, die Zukunft ungewiss beim TSV 1860 München: Nachdem die Frist für die Zahlung der Lizenzgebühren für die 3. Liga verstrichen ist, sind Fans und Vereinspräsidium sauer und enttäuscht. Der Hauptsponsor ist abgesprungen, der Klub steht vor dem Kollaps. Nicht einmal mehr der Start in der Regionalliga Bayern ist sicher. Von Aufbruchstimmung ist nichts zu sehen.
Die Mannschaft von 1860 enttäuscht.
Fotocredit: Imago
Als die Nachricht vom neuerlichen Zwangsabstieg verkündet wurde, schossen vielen Anhängern des TSV München von 1860 e.V., die sich vor der Geschäftsstelle des Vereins an der Grünwalder Straße so zahlreich versammelt hatten, die Tränen in die Augen.
Auch der Schuldige für den Absturz in die Regionalliga und die ungewisse Zukunft war an Ort und Stelle schnell ausgemacht: "Scheiß' auf den Scheich", grölte die Menge.
Hasan Ismaik, geboren in Kuwait, Staatsbürger von Jordanien, ist ein wohlhabender Geschäftsmann, aber ein Scheich ist er nicht. Es klingt halt gut.
Ismaik (48) ist allerdings seit 2011 Mehrheitsgesellschafter der TSV München von 1860 GmbH und Co. KGaA, seitdem soll er zwischen 60 und 80 Millionen investiert haben. Weil er nun Darlehensverträge gekündigt und so den Geldhahn zugedreht hat, steht 1860 München vor dem Kollaps.
- Zwangsabstieg! 1860 erhält keine Lizenz für die 3. Liga
- Landespokale: 1860 und Cottbus verlieren - Duisburg souverän
1860 kann die Lizenz für die 3. Liga nicht bezahlen
Bis Mittwoch, 17:00 Uhr, hätten die Löwen eine Finanzierungslücke von 2,7 Millionen Euro schließen müssen, um vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten.
Die dafür erforderlichen finanziellen Mittel, teilte Ismaik mit, "standen für eine sofortige Umsetzung bereit, leider ist es am Ende nicht gelungen, den notwendigen Konsens zwischen den Parteien zu erreichen".
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/06/04/image-42dcb278-b173-4f86-8a9a-73fffab9388d.jpeg)
Investor Hasan Ismaik mit 1860-Vereinspräsident Gernot Mang.
Fotocredit: Imago
Zwei Vertragswerke hätten am Ende vorgelegen: Eines wäre für den e.V., eines für die HAM-Seite akzeptabel gewesen, beides für die KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien).
Eine Einigung scheiterte dennoch.
Hauptsponsor von 1860 zieht sich zurück
Er habe versucht, erläuterte Ismaik, "die Bereitstellung neuer Mittel mit klaren strukturellen Reformen zu verbinden". Daran scheiterten die Last-Minute-Gespräche zwischen der Vereins- und der Investorenseite am Ende jedoch.
"Wir haben verhandelt, aber irgendwo gibt es Grenzen, wo wir nicht Ja sagen konnten", berichtete Vereinspräsident Gernot Mang auf einer improvisierten Pressekonferenz. Eine Grenze ist auch für den Hauptsponsor erreicht, der am Mittwochabend seinen sofortigen Rückzug erklärte.
Die Löwen, die bereits rund 10.000 Dauerkarten für die 3. Liga verschickt haben und am Samstag einen Fan-Shop am Münchner Flughafen eröffnen wollen, rechnen mit dem Schlimmsten, wie eine Vereinsmitteilung nahelegt.
Dort heißt es: "Die Geschäftsführung (...) arbeitet derzeit eng mit erfahrenen Sachverständigen und Beratern aus dem Bereich Insolvenzrecht zusammen."
Zahlt Ismaik die Lizenz-Gebühren für die vierte Liga?
Von Aufbruchstimmung, wie beim letzten Abstieg in die Regionalliga 2017, ist wenig zu spüren.
Sportlich könnten die Löwen einen Neuaufbau in der Regionalliga auf Basis ihrer U21-Mannschaft anstreben, die gerade Meister der Bayernliga geworden ist. Ähnlich wie vor neun Jahren also.
Auch für die erste Runde im DFB-Pokal sind sie qualifiziert, das bringt dem deutschen Meister von 1966 immerhin 211.886 Euro.
Fraglich ist aber immer noch, ob Ismaik seinen Anteil an der Finanzierung leistet, damit der Verein in der vierten Liga starten kann. Rund eine Million Euro soll das sein - andernfalls droht die Insolvenz.
"Dieser Verein", schrieb er, "ist größer als eine einzelne Saison und größer als jede Krise". Diesmal freilich könnte die Krise größer sein als der Verein.
Das könnte Dich auch interessieren: Lok erneut geschlagen: Würzburg steigt in die 3. Liga auf
(mit SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/06/04/image-1c26096e-3de0-41de-a3dc-feda690512ba-85-2560-1440.jpeg)
Havertz lobt Undav: "Statistik spricht für ihn"
Quelle: Perform
Werbung
Werbung